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SZ-Leserbrief bzgl. Autofahren
Zu dem Artikel “Man zweifelt am Herrgott” von Anja Kernig in der Saarbrücker Zeitung vom 10.8.2006 hier mein Leserbrief, der auch abgedruckt wurde:
Es ist anzuerkennen, dass die Sbr. Ztg. sich dem Thema Autounfälle über das Leid, das Menschen dadurch widerfahren kann, zuwendet. Zwar berichtet sie fast täglich über Tote und Verletzte im Straßenverkehr und in ihrer wöchentlichen Autobeilage feiert sie geradezu die schnellen und schädlichen Autos. Aber das das Leid und den Schaden für alle blendet sie meistens aus.
Ich frage mich darüber hinaus warum die durch Autos verkrüppelten und geschädigten Opfer - soweit sie überhaupt noch leben - nicht stärker zu Wort kommen oder sich zu Wort melden.
Die Menschen, über deren durch das Autofahren erzeugte Leid in Ihrem Artikel berichtet wird, meinen zwar, sie müssten am “Herrgott zweifeln”. Es ist aber nicht der “Herrgott”, der fährt sondern es sind die Menschen. Niemand muss Auto fahren. Es gibt andere Verkehrsmittel oder ich lasse es sein.
Ich selbst habe z.B. kein Auto. So vermindere ich das Risiko, mir oder anderen einen erheblichen Schaden zuzufügen. Außerdem beteilige ich mich so nicht an der Unmweltzerstörung und den weltweiten politischen Verwicklungen durch den Zwang, Öl beschaffen zu müssen.
Und niemand ist gezwungen, zu rasen, Spritfresser zu kaufen oder gar nur zum Vergnügen herum zu gondeln.
Als Ingenieur plädiere ich für umweltfreundlichere Formen des Verkehrs. In anderen Ländern beschäftigt man sich schon mit der “Vision Zero” - wie erreiche ich Null Verkehrstote.
Dietrich A. Strohmaier
03.10.2006 bei 03:23
hm, ja, das niemand autofahren MUSS wage ich hier zu bezweifeln. hier im platten südwesten ist man mangels brauchbarem öpnv ohne eigenes kfz richtig aufgeschmissen. man MUSS also auto fahren, wenn man mobil sein möchte.
und das man sich ohne auto nicht an der umweltzerstörung beteiligt, ist, mit verlaub, ausgemachter unsinn. die teilnahme an der umweltzerstörung beginnt schon früh morgens wenn man das licht anknipst…
aber was die ps-boliden und den trend zum immer dickeren pseudogeländewagen angeht: das muss nun echt nicht sein. aber solange sich mit fossilbrennstoffbetriebenen fahrzeugen geld verdienen lässt, wird es wohl sehr lange noch solche absolut unsinnigen spritfresser geben
03.10.2006 bei 04:17
Ich habe es meist so gehalten, dass ich im Zweifelsfall in den Ort umgezogen bin, wo ich studiert oder gearbeitet habe. Dann ging es auch ohne Auto, nämlich mit Fahrrad und ÖPNV.
Strom kann übrigens aus regenerativen Energiequellen kommen und das kann man per Ökostrom-Tarif für den selbst verbrauchten Strom auch quasi vertraglich so festlegen. Insofern ist nicht jedes angeknipste Licht gleich eine Umweltsünde.
04.10.2006 bei 15:30
Ich persönlich fühle mich im “platten südwesten” OHNE Auto nicht aufgeschmissen. Durch intelligente Verknüofung von Fahrrad, ÖPNV und zu Fuß gehen bin ich sehr mobil und tue gleichzeitig was für meine Fitness und Gesundheit.
06.11.2007 bei 10:29
Wir sind Schülerinnen aus Gütersloh (NRW) und wir müssen sagen, wenn unsere Eltern keine Autos hätten, wären wir ziemlich aufgeschmissen. Denn die Entfernungen in die Innenstadt sind sehr groß und diese lässt sich nicht direkt mit den ÖPNV erreichen. Doch nicht jedes Auto ist generell umweltzerstörend. Da gäbe es zum Beispiel die Autos mit Biodiesel. So muss man nicht auf ein Auto verzichten,um mobil zu sein. Wenn mehr Menschen auf dieser Welt diese Möglichkeit nutzen würden, würde es uns und der Erde in einigen Jahren besser gehen.
MfG