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Presseerklärung zum SZ-Forum zum Thema Klimawandel
Anlässlich des am 25.10.2007 bevorstehenden SZ-Forums zur Klimawandel-Thematik nimmt der BUND Saarbrücken (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, im Landesverband Saarland) wie folgt Stellung:
Saarbrücken nimmt mit der höchsten Kfz-Dichte in Deutschland einen unrühmlichen ersten Platz ein. Die hoch verschuldete Stadt investiert vor allem in den umweltschädlichen motorisierten Individualverkehr (MIV). Dies wird an den beiden Hauptbaustellen Römerkastell und Ludwigsbergkreisel sichtbar. Der umweltfreundlichere öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) wird dagegen vernachlässigt wie die kürzlich missratene Liniennetz-Optimierung der Busse oder die stockende Weiterführung der Saarbahn zeigt.
Für das umweltfreundliche Radfahren wird z.B. überhaupt kein Geld ausgegeben. In den Köpfen der Entscheider sind Investitionen in den MIV postiv, in den ÖPNV und in das Radfahren negativ; Sie sprechen hier von Defiziten. Die öffentlichen Subventionen für einen Flugpassagier, an denen auch die Stadt beteiligt ist, sind beispielsweise sechs Mal so hoch wie für einen Saarländer im ÖPNV. Das ist zumindest ungerecht.
Dass sich viele Menschen auf der Erde Gedanken machen wie der bedrohliche Klimawandel durch Reduktion des CO2-Ausstoßes wenigstens etwas abgefedert werden könnte ist hier - zumindest bei der Mehrheit - noch nicht angekommen. Diese lässt es offensichtlich nach dem Motto “Augen zu und durch” darauf ankommen. 1999 machte die Stadt einen Versuch, den 1992 in Rio de Janeiro ausgerufenen Prozess der Agenda 21 zur wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bekämpfung der Umweltverschmutzung nach dem Motto “Global denken - lokal handeln” auf die Stadt zu übertragen.
Dieser Prozess ist trotz lebhaften Interesses bei den Menschen leider eingeschlafen. “Alle im Stadtrat vertretenen Parteien haben leider diese Chance nicht genutzt, nämlich die Stadt und ihre Menschen langsam auf die unvermeidliche Umstellung vorzubereiten” sagt hierzu der Sprecher des BUND Saarbrücken, Dietrich Strohmaier.
Der BUND begrüßt den Versuch der Saarbrücker Zeitung, in einer eigenen Veranstaltung im SZ-Forum dieses Thema wieder der Öffentlichkeit näher zu bringen. Besonders der vor den Toren der Stadt, in Ensdorf, geplante Bau eines Kohlekraftwerks, das eine einzige CO2-Schleuder sein würde, unterstreicht die Aktualität dieses Themas.