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16. Oktober 2008

Saarbrücken und die Klimaerwärmung

Filed under: Allgemein,Energie — Dietrich Strohmaier @ 08:09

Auch in Saarbrücken trägt jeder Einwohner maßgeblich zur Klimaerwärmung bei. Wie kann man dies vermeiden?

Jeder weiß mittlerweile: Das Klima verändert sich. Durch den erhöhten CO2-Gehalt in der Atmosphäre schmelzen zum Beispiel die Gletscher und das Packeis. Noch merken wir nicht viel davon in der Stadt. Aber: Das Saarland als Energielieferant aus Kohle trägt wesentlich zum erhöhten CO2-Gehalt bei. Im Durchschnitt kommen auf jeden ca. 20 Tonnen CO2 pro Jahr (t/a). Das ist etwa so viel wie die Hauptverschmutzer USA und China pro Kopf beitragen. Der Durch schnitt in Deutschland liegt bei 11 t/a. Umweltverträglich wären höchstens 2,5 t/a. Der obige Wert enthält auch die Emissionen aus Industrie, Verkehr, Heizung usw.

Jeder, der also auch in Saarbrücken mehr als die 2,5 t/a erzeugt, ist damit mitverantwortlich für die Klimaerwärmung. Zur Vorstellung hier einige Daten für die CO2-Erzeugung:

  • Transatlantikflug: 0,7 t/a (3,5 l/100 km, 8000km)
  • 1 Jahr Mittelklasse-Auto: 2,5 t/a (7 l/100 km, 15000 km)
  • 1 Jahr Wohnungsheizung 2,5 t/a (Altbau, 18 l Öl/qm, Jahr, 50 qm)
  • Stromverbrauch: 0,9 t/a (1000 kWh/Jahr, 0,9 kg CO2/kWh)

Das sind schon zusammen 6,6 t. Hinzu kommt noch der Konsum, die Ernährung usw.

Im Internet kann man seinen individuellen CO2-Ausstoß berechnen, z.B. unter der Adresse www.lfu.bayern.de/luft/fachinformation/co2-rechner/index.htm.

Jeder „Normalbürger“ ist also sehr an der negativen Entwicklung beteiligt. Aber es gibt einige, die fliegen nicht, die fahren kein Auto, die isolieren ihr Haus, investieren in Solarkollektoren, Photovoltaik usw. und gehen damit in die richtige Richtung. Folgen Sie doch diesen Vorbildern!

Es ist z.B. relativ einfach und noch nicht einmal teurer, zu Ökostrom-Anbietern zu wechseln. Wer Ökostrom bezieht verhindert, dass diese Menge als Kohle- oder gar Atomstrom produziert wird. Das wäre doch schon mal etwas.

Aktuelle Entwicklungen in Saarbrücken
Leider gibt es vor allem negative Entwicklungen der Umweltsituation in Saarbrücken:

Die Stadtwerke haben jetzt weitere Anteile am Kraftwerk verkauft. Erst an Electrbel und jetzt auch an RWE und VSE. Zwei Anbieter, die vor allem Kohle- und Atomstrom verkaufen. Dies wird nicht dazu führen, dass in Saarbrücken der Anteil der alternativen Energien steigt.

Die Saarbahn stagniert. Die Verlängerung von Riegelsberg nach Etzenhofen ist zwar fertig, wird aber aus finanziellen Gründen nicht betrieben. Hier zeigt sich der Konstruktionsfehler, den der Saarbrücker Stadtrat nicht erkannt hatte: Die Saarbrücker wollen öffentlichen Verkehr (ÖPNV) über ihre Stadtgrenzen hinaus organisieren ohne dafür autorisiert zu sein. Überregionaler Verkehr ist Sache des Landes. Und jetzt wollen sie den Verlust durch den ÖPNV, der schon immer da war, nicht mehr alleine tragen. Am stilliegenden Streckenteil zeigt es sich: Nicht nur, dass das investierte Geld brach liegt. Die Umwelt wird nicht wie geplant entlastet. Überhaupt ist deren Entlastung durch die Saarbahn in Anbetracht der investierten Gelder leider zu gering.

Wie jeder in Saarbrücken sehen kann: Es fehlt am politischen Willen dazu. Die Saarbahn zockelt von Ampel zu Ampel durch die Stadt anstatt dass Politik und Verwaltung durch Ampelvorrangschaltungen die Attraktivität der Saarbahn steigern. Dies könnte man übrigens auch für Busse machen. In anderen Städten ist das selbstverständlich. Das Auto hat leider immer noch Vorrang in der Stadt mit der höchsten Kfz-Dichte.

Jeder kann auch sehen wo Saarbrücken vor allem sein Geld (auf Pump) investiert: Die Großbaustellen Ludwigsbergkreisel und Ostspangen-Ei dienen vor allem dem Autoverkehr. Der umwelt- und menschenfreundliche Radverkehr bleibt auf der Strecke. Seit die jetzige Koalition im Stadrat das Sagen hat wurden die Mittel hierfür komplett gestrichen. Und so sind die Radwege und der Radverkehrsanteil weiter auf einem sehr niedrigen Niveau stehen geblieben.

14. Oktober 2008

Keine Antwort ist auch eine Antwort!

Filed under: Allgemein — Sabrina @ 18:55

Da hatten wir unter dem 02.April dieses Jahres an die Geschäftsführerin des Karstadt Warenhauses in Saarbrücken wie folgt geschrieben und zwar, wie wir meinen, sehr freundlich:

“Sehr geehrte Frau Neumann-Radziszewski,

sicherlich können wir davon ausgehen, dass Ihnen die Zweckbestimmung unserer Organisation bekannt ist, die insbesondere auch darin besteht, Umweltgefährdungen abzuwehren und dagegen aktiv vorzugehen. Im Klima- und auch Lärmschutz sehen wir daher bedeutende Aufgaben unserer Tätigkeit, zu der sich allein in Saarbrücken rund 600 Menschen durch ihre Mitgliedschaft bekennen. Wir bedauern daher, dass Ihr Haus über das Reisebüro Vergnügungsflüge veranstaltet, die im August an 2 Tagen mit einer Junkers Ju52 stattfinden sollen. Dabei ist Fliegen schon als solches durch den damit verbundenen Schadstoffausstoß schädlich genug. Aber reine Nostalgieflüge, wie sie hier angeboten werden, rechtfertigen in keiner Weise die damit für die Menschen in und um Saarbrücken einhergehenden Lärmbeeinträchtigungen, noch die erwiesenermaßen klimaschädlichen Immissionen von Kohlendioxyd usw. Insgesamt sehen wir die von Ihrem Haus angebotenen Sonderflüge nicht als eine verantwortbare Werbung an. Dabei wissen wir, dass es eher auf Gedankenlosigkeit beruhen dürfte, in der heutigen Zeit solche “Angebote” zu unterbreiten. Um so mehr würden wir uns freuen, wenn Ihr Haus im Interesse von Natur und Umwelt – und das heißt insbesondere auch im Interesse der Menschen – auf solche Aktivitäten verzichten würde. Gerne sehen wir Ihrer Antwort entgegen und wünschen Ihnen gleichzeitig viel Erfolg bei Ihrer verantwortungsvollen Arbeit als Leiterin der Filiale Saarbrücken.

Mit freundlichen Grüßen”

Anwort: keine. Die schädlichen Umweltluftnummern fanden statt.

Godehard Grünewald

Stadtluft – Bäume sind wichtig für das Klima

Filed under: Naturschutz — Sabrina @ 18:45

Der Klimawandel wird auch in unseren Breiten immer häufiger für tropische Nächte sorgen. Vor allem die Großstädte werden nachts kaum mehr abkühlen. „ In extremen Situationen sind die Nächte im Stadtzentrum acht Grad wärmer als im Umland, so Dieter Scherer von der Technischen Universität Berlin. Der Klimatologe appelliert deshalb an die Städte, sich für die Zukunft zu wappnen und Netzwerke kleiner, mittlerer und großer Grünflächen anzulegen. Denn Parks und Frischluftschneisen kühlen nachts kräftig aus und geben die angenehmen Temperaturen im Umkreis von bis zu 300 Metern ab. Den Verantwortlichen im Amt für Grünanlagen und Forsten der Stadt Saarbrücken müssten angesichts dieser „ Botschaft „ die Ohren klingeln. Statt Pflegemaßnahmen an dem vorhandenen Baumbestand durchzuführen und Neuanpflanzungen vorzunehmen, lässt das Saarbrücker Grünamt leider immer noch völlig unbegründete Baumfällungen durchführen. Das Beispiel der Seilerstrasse im Nauwieserviertel zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Verantwortlichen die Klimabotschaft entweder nicht verstanden haben oder einfach ignorieren. Vor ca. 2 Jahren wurden in der Seilerstrasse alle Bäume abgeholzt, damit „ Straßenlaternen „ installiert werden konnten. Trotz der Lippenbekenntnisse des damals zuständigen Bürgermeisters Breuers, für jeden der abgeholzten Bäume, neue Bäume anzupflanzen ist immer noch nichts passiert. Doch: die Hälfte der freien Flächen wurde zugepflastert, die noch vorhandenen wenigen freien Flächen, sind als Hundeklos umfunktioniert worden. Die Ortsgruppe des BUND wird auch weiterhin die peinliche Klimapolitik der Stadt anprangern und nicht eher Ruhe geben, bis die Seilerstrasse wieder mit Bäumen bepflanzt wird.

 

Hermann Holste

 

Weiterbau der Saarbahn könnte die Umwelt stärker entlasten

Filed under: Leserbrief,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 18:30

Im Lokalteil der Saarbrücker Zeitung am 14.10.08

Zum Artikel „Im Namen des Herrn unterwegs“ (SZ vom 22. September)

Der jetzige Konflikt zwischen der Geschäftsführung von Saarbahn&Bus und den Betriebsräten macht deutlich, dass die ehemaligen „Saartallinien“ in der Saarbrücker Verkehrspolitik keine gute Rolle spielen. Beamtendenken und gewerkschaftlicher Klüngel auf Kosten der Steuerzahler prägen das Bild. Dies ist meine ganz persönliche Erfahrung. Ergebnis zum Beispiel: Trotz hoher Zuschüsse aus anderen als städtischen Steuergeldern hat das Projekt Saarbahn den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) kaum vorangebracht. Die Umwelt in und um Saarbrücken wurde nicht wie geplant von den schädlichen Folgen des Autoverkehrs entlastet. Das Projekt stockt, wie jeder an der brachliegenden neuen Strecke zwischen Riegelsberg und Etzenhofen sieht. Die Stadt hat nicht das Geld hierzu. Der von den beiden großen Parteien im Stadtrat beherrschte Aufsichtsrat des Unternehmens hat die Situation mitverschuldet. Wieso meinen die Saarbrücker, sie könnten den ÖPNV im Saarland organisieren? Es ist schon lange bekannt, dass der ÖPNV wie etwa der Straßenbau Geld kostet. Der saarlandweite Verkehr ist Aufgabe der Landesregierung. Diese ist aber nach wie vor autozentriert und lässt den ÖPNV schleifen. So meistert das Saarland seine Probleme nicht.

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