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Archive für November 2008
Abwasser, wo bleibst Du? - Unser schmuddeliger Untergrund.
15.11.2008 von Godehard Grünewald.
Unser aller Abwasser sollte zum Schutz der Umwelt und besonders des Grundwassers vollständig in Kanälen gesammelt und den Kläranlagen zur Reinigung zugeleitet werden. Das kostet Geld, in Saarbrücken müssen derzeit für jeden Kubikmeter 2,91€ bezahlt werden. Diesen Aufwand sollte es aber wert sein, wenn am Ende des Reinigungsprozesses in die Vorfluter wieder Wasser in guter Qualität abfließt. Aber mangels ordnungsgemäßen Kanalunterhalts verschwinden leider Unmengen von Schmutzwasser in defekten, undichten Kanälen, bevor es überhaupt eine Kläranlage erreicht. Nach sachverständigen Schätzungen handelt es sich um 15 bis 25% des gesamten Abwassers, das auf diese Weise ungereinigt das Grundwasser verschmutzt (vgl. DWA, Dt. Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall, Undichte Kanäle-(k)ein Risiko, 2006, Seite 3). In Saarbrücken spricht sehr viel dafür, dass die Verlustquote eine Höchstmarke erreicht. Zahlen gibt es dazu nicht, die Stadt könnte aber nicht nur die Quote ermitteln, sondern auch dann durch zügige Reparatur dem Übel abhelfen. Regelmäßige Kanaluntersuchungen und -reinigungen sind verpflichtender Stand der Technik. Kaum ein Bürger hat aber Gelegenheit, sich selbst einen Eindruck davon zu verschaffen, wie es in den Kanälen aussieht und ob diese Pflicht erfüllt wird. Leider bestehen wesentliche Indizien dafür, daß es um die Saarbrücker Kanäle schlecht bestellt ist. Da sind einmal die gewaltigen Geruchswolken, die besonders bei bestimmten Wetterlagen aus den Kanalschächten strömen. Darüber hinaus ist an ganz vielen Stellen der Stadt sichtbar, dass bereits die Straßenentwässerung mangelhaft behandelt wird: Díe Einlaufschächte sind oft bis obenhin verstopft, ja es zeigt sich sogar üppig daraus herauswachsender Bewuchs. So zum Beispiel in der Halbergstr. oder in den Einlaufgittern längs des Verlaufs der Saarbahn in der Großherzog-Friedrich-Str. Die Folgen bei starkem Regen zeigen sich entsprechend: Fußgänger und Radfahrer werden von Wasserfontänen “geduscht”, wenn motorisierte Verkehrsteilnehmer die sich stauenden Pfützen durchfahren. Oder sie müssen im Slalom gehen bzw. fahren, um auszuweichen. Dabei haben die Bürger und Gewerbetreibenden auch für die Straßenentwässerung ihren Herstellungsbeitrag geleistet. Der mangelnde Unterhalt der öffentlichen Einrichtungen stellt also insgesamt einen Betrug am Zahlungspflichtigen dar, sowohl bei der Abwassergebühr als auch beim Kanalbeitrag. Und immer geht diese Schlamperei vor allem auch zu Lasten der Umwelt.
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Hilfe für die Autoindustrie - Umweltschutz und unsere “Elite”
11.11.2008 von Dietrich Strohmaier.
Die Bundesregierung hat nun beschlossen, die Anschaffung neuer Autos durch zeitweisen Erlass der Kfz-Steuer zu fördern, um der “notleidenden” Autoindustrie zu helfen. Das ist ungerecht gegenüber anderen Unternehmen und schädigend für unsere Umwelt, unsere Lebensgrundlage. Durch diese Hilfe sparen zudem diejenigen am meisten, deren große Autos sowieso z.B. als Dienstwagen über den Vorsteuerabzug schon vom Steuerzahler subventioniert werden. Diese neuerliche Spritze kostet letztere zusätzlich viel Geld, das dann woanders wieder fehlt. Sogar die Armen finanzieren den Reichen etwa über die Mehrwertsteuer ihre Autos mit.
Eine Ungerechtigkeit ohnegleichen. Die “Elite”, die sich in der Finanzkrise als Super-Absahner gezeigt hat, schlägt wieder erbarmungslos zu. Die Bundesregierung und die von ihr geförderte “Elite” demonstriert damit des weiteren, dass für sie z.B. die kurzfristigen Gewinne wichtiger sind als die langfristige Umweltzerstörung durch den erhöhten CO2-Ausstoß. Die Aussagen der großen Koalition zum Schutz des Klimas verkommen zu bloßen Lippenbekenntnissen. Die Staatsschulden werden weiter steigen. Diese Koalition und damit deren Wähler bürden so skrupellos alles den künftigen Generationen auf. Unsere “Eliten” - aber auch deren Wähler und Unterstützer - müssen endlich die Verantwortung übernehmen und mit gutem Beispiel vorangehen. Der BUND Saarbrücken fordert deshalb auch die Saarbrücker “Eliten” auf, die Verantwortung für diese Gesellschaft zu übernehmen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Sie könnten z.B. statt der Spritfresser sparsamere und umweltfreundlichere Autos kaufen sowie weniger fahren.
Dietrich A. Strohmaier
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