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14. Juli 2009

Energiesparen

Filed under: Allgemein,Energie,Leserbrief — Dietrich Strohmaier @ 14:30

Leserbrief an Saarbrücker Zeitung

Hallo Redaktion „Beilage Energiesparen“,

Zu Ihrem Artikel „Wissen zahlt sich aus“ in der Beilage „Energie sparen“
vom 27./28.6.2009 merkt der BUND Saarbrücken (BUND = Bund für Umwelt-
und Naturschutz in Deutschland) an:

Eine Reihe der Tipps zum Energiesparen sind durchaus in Ordnung:
Solarradio (von Belang?), Wasser für Spül-/Waschmaschine aus der
Warmwasseranlage (ist in USA seit Jahrzehnten üblich), dreifach
verglaste Fenster, Umwälzpumpen bedarfsmäßig zuschalten, korrekte
Heizkurven. Eine gewisse Bedeutung für die CO2-reduktion könnte
allerdings nur der Anschluss der Spül-/Waschmaschinen an den
Warmwasserkreislauf bekommen. Die hohen Mehrkosten schrecken allerdings
ab. Diese sind allerdings nicht gerechtfertigt wie das beispiel USA zeigt.
Die Vorschläge „Heizung nie ganz aus“ und „Nur zweimal täglich
aufheizen“ sind allerdings bedenklich da sie nicht zu
Energieeinsparungen führen werden. Die Wärmeverluste eines Hauses können
nur reduziert werden durch Absenkung der Temperaturen an der Außenwand
entweder durch niedrigere Innentemperaturen oder bessere Isolierung.
Und das wird mit dem vorliegenden Vorschlag nicht erreicht.

Unser Mitglied Dietrich Strohmaier hatte Ihnen einen Vorschlag gemailt,
den Sie unerwähnt ließen, nämlich fast gar nicht zu heizen. Das würde
ganz klar wirklich etwas bringen. Dass sie das unerwähnt ließen spricht
nicht gerade für Ihre Beilage. Wir vermuten, dass das Ihren
Kooperationspartnern (z.B. Energis) möglicherweise nicht recht sein
wird. Denn schließlich leben diese vom Verkauf von Energie.

Insgesamt sehen wir in Ihrer Beilage einen grundsätzlich begrüßenswerten
aber letztlich zu zögerlichen Ansatz, der selbst bei Befolgung
durch alle kaum etwas bringt. Der CO2-Ausstoß muss möglichst schnell von
durchschnittlich 11 t/Kopf, Jahr auf 2,5 t gesenkt werden. Wenn Sie das
nicht einmal thematisieren betreiben Sie nur Augenwischerei.Die
Bedeutung dieses Themas sehen Sie daran, dass sich sogar der G8-Gipfel
mit den maßnahmen gegen den Klimawandel befasst hat.

Einen sehr guten Energiespartipp kennen Sie wie die meisten: Kleinere,
langsamere Autos weniger fahren. Doch wenn wir Ihre Motor-Beilage
betrachten: Nach wie vor Verherrlichung des Autos alter Prägung. Kein
Wort über die Erfordernisse der heutigen Zeit. So entwerten Sie Ihr
Blatt leider selbst.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich A. Strohmaier

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