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21. November 2009

BUND – mehr Mut!

Filed under: Leserbrief — Dietrich Strohmaier @ 10:23

Dies ist eine Replik auf den Kommentar von Prof. Dr. Weiger im BUNDmagazin 4-09.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Weiger,

mit Ihrem Kommentar liegen Sie auf der bisherigen Linie des BUND sowie vieler anderer Umweltverbände. Sie appellieren vornehmlich an die gewählten Institutionen wie Parteien und Regierungen. Diese können und sollen aber das umsetzen wofür die Wähler sie gewählt haben. Und das war jetzt schwarz-gelb und nicht etwa grün. Wenn Sie wirklich Änderungen wollten müssten Sie die Wähler ansprechen und möglichst überzeugen. Aber das gilt auch für die Verbraucher. Und da ist der BUND doch sehr vorsichtig und restriktiv. Es müsste endlich klar gesagt werden, dass es  zumindest unanständig ist, die Lebensgrundlagen des Mitmenschen zu zerstören. Es ist zwar gesellschaftlicher Konsens, dass man niemand verletzen darf. Aber gemeinschaftlich – durch die Mehrheit – sieht man das nicht so eng. (Ähnlich wie der gemeinsame Überfall auf die Sowjetunion 1940 mit 20 Mio. toten Russen nie geahndet wurde).
Derartiges Verhalten ist natürlich auch selbstmörderisch – aber das ist jedermanns eigenes Ding. Mit dem Motto „Das ist aber schädlich wenn Du ….“ ist es jedenfalls für mich nicht getan. Ich befasse mich jetzt schon 10 Jahre mit dem Thema und bekomme als Sprecher des BUND Saarbrücken vor Ort mit wie schwach der BUND eigentlich ist. Den „Roll-Back“ – wie Sie schreiben – zu verhindern wird so nicht möglich sein.

14. November 2009

Saarbrücken – immer noch ohne ökologische Wende?

Filed under: Allgemein,Verkehr — Godehard Gr @ 02:24

Berliner Promenade: Gefällte Bäume

Es sieht nicht gut aus für eine Neubesinnung in der Stadt. CDU/Britz/SPD plädieren immer noch in großer Koalition auch nach den Wahlen weiter für das umweltschädliche Tunnelprojekt zur sogenannten „Stadtmitte am Fluss“. Ein Lichtblick ist aber ausgerechnet in Gestalt der FDP erschienen: Deren Fraktionschef im Stadtrat Fiedler, ebenso wie ihr Fraktionsführer Hartmann im Landtag, setzen sich hoffentlich durch, diese teure Gigantomanie zu kippen. Auch den Freien Wählern, ganz neu im Stadtrat vertreten, sei gedankt für ihre eindeutige Ablehnung! Indessen wurde die noch vom alten Stadtrat einstimmig beschlossene „Gestaltung“ der Uferzone an der Berliner Promenade am 20.10.2009 eingeläutet: Reihenweise ließ die Stadt hier gesunde Bäume fällen, darunter eine Prachtplatane, die von einem Naturdenkmal zu Stammholz verwandelt wurde. Statt teurer Großprojekte wäre solide Tagesarbeit angesagt. So müssten die Markierungen der Fahrrad-/Gehwege in großem Umfang dringend erneuert, vorhandene Geh- und Radwege überhaupt in einem verkehrssicheren Zustand gehalten und planvoll erweitert werden. Gegen die Unsitte, Geh- und Radwege zum Abstellen von Kraftfahrzeugen zu nutzen, wird in Saarbrücken so gut wie nichts unternommen. Und weiter: Trotz der allgemeinen Kenntnis über die nachteiligen Folgen der weiteren Versiegelung von Grund und Boden für das Klima und den Wasserabfluss gibt es keine Bemühungen der Stadt, Ausgleich durch Entsiegelung nicht benötigter Flächen zu schaffen. Warum wird in Saarbrücken nicht, wie ansonsten in sehr vielen, auch saarländischen Städten und Gemeinden (z.B. Saarlouis, Blieskastel, Illingen), das Freilegen von versiegelten Privatflächen honoriert? Warum werden nicht endlich genügend Mitarbeiter für die Sauberhaltung von Geh-, Radwegen und Grünflächen eingesetzt, um die schlimme Verschmutzung der Stadt zu bremsen? Warum genehmigt die Stadt immer wieder Feuerwerke, die abgesehen vom nächtlichen Lärm auch den Schwebstaubgehalt unseres Gemeingutes „Luft“ erhöhen? Viel ist zu tun!

Berliner Promenade: Gefällte Bäume 2

Fotos: Thomas Hey

11. November 2009

Gleichgültig ob viel oder wenig CO2?

Filed under: Allgemein — Dietrich Strohmaier @ 22:47

Es ist unanständig, seinen Mitmenschen zu verletzen. Wenn aber die meisten Verbraucher die Lebensbedingungen  aller zerstören, müsste die Gesellschaft dagegen etwas tun. Andernfalls wäre sie unheibar (?) erkrankt.

Der Klimawandel schädigt uns alle. Das Bundesumweltamt schätzt die Schäden für Deutschland auf etwa 42 Mrd. € pro Jahr. Die Furcht sitzt tief, sonst würden sich nicht weltweit viele Menschen und Regierungen damit befassen. Alle hoffen, dass bei einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur um nur 2 Grad Celsius unser Biosystem auf der Erde nicht umkippt. Tatsächlich haben wir davon schon ca. 1,25 Grad verbraucht –  je nach Bezugspunkt. Möglicherweise ist es schon zu spät, wie wir am Rückgang des Eises auf der Erde heute schon deutlich sehen können.

Einen Ausstoß von 2-3 Tonnen (t) pro Mensch und Jahr könnte die Erde vielleicht vertragen. Wir in Deutschland erzeugen aber 11t, im Saarland gar 20t. Es sollte also im Interesse aller sein, den Ausstoß zu senken. Dieser Aspekt müsste eigentlich Vorrang auch vor wirtschaftlichen Erwägungen haben. Wenn die Lebensbedingungen zerstört sind, nützen auch keine Arbeitsplätze mehr.

Deshalb kann es der Gesellschaft nicht gleichgültig sein, ob jemand viel oder wenig ausstößt. Wenn sie das nicht wollte, wäre sie ernsthaft erkrankt. Sie sollte sagen, dass es unanständig ist, mehr als 3t CO2 etwa für Verkehr, Heizen, Konsum usw. auszustoßen. So wie es als unanständig angesehen wird, jemanden zu verletzen. Wer selbst nicht geschädigt werden will, sollte auch nicht andere schädigen. Eine weitere Möglichkeit wäre, diejenigen zu belohnen, die sich vorbildlich verhalten und etwa Rad, Bus und Bahn fahren oder nicht fliegen.

Wie sehen Sie, Besucher dieser Seite, das? Kennen Sie überhaupt Ihren CO2-Ausstoß? Sehen Sie im Internet nach oder fragen Sie die Verbraucherzentrale. Der BUND Saarbrücken würde gerne Ihre Meinung dazu wissen. Schicken Sie uns eine Mail unter mail@bund-sb.de, rufen Sie uns an unter 0681 9679440 oder schreiben an BUND Saarbrücken, Ev.-Kirch-Str. 8, 66111 Saarbrücken.

(Dies ist die Langfassung des Artikels im Umweltmagazin)

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