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12. März 2010

Presse-Echo

Filed under: Allgemein,Politik — Dietrich Strohmaier @ 21:14

Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 8.3.2010 aufgrund unseres Artikels im Umweltmagazin wie folgt:

BUND fordert von der Koalition mehr Einsatz für die Umwelt
Saarbrücken. „Wir wünschen uns, dass diese Koalition mehr für unsere Umwelt tut als die bisherige schwarz-gelbe“: So wendet sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an die rot-rot-grüne Koalition im Stadtrat.
Hierzu, so der BUND, zählten etwa Maßnahmen gegen den Klimawandel sowie eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in der Stadt: „Der BUND hat dazu jahrelange Aufklärungsarbeit geleistet.“
Sinnvoll sei beispielsweise die Reduktion des CO-2-Ausstoßes etwa durch die Senkung des Energieverbrauchs und die Modernisierung der stadteigenen Gebäude. Weiterhin sollten erneuerbare Energien stärker genutzt werden. Der Fuhrpark der Stadt solle mit sparsameren Fahrzeugen ausgerüstet und das Personal im spritsparenden Fahren geschult werden. Außerdem will der BUND, dass der private Autoverkehr verringert wird.
Statt Geld für die „Stadtmitte am Fluss“ auszugeben, solle die Stadt den öffentlichen Personennahverkehr verbessern, heißt es. Gebe es weniger Pkws in der Stadt, dann verringere das Lärm, giftige Gase und Feinstaub. Und das komme direkt den Menschen zugute, meint der BUND. Zudem könnte mehr Grün die Stadt attraktiver machen. Alle Parteien, so das Resümee der Umweltorganisation, könnten sich bemühen, die Lebensbedingungen in Saarbrücken zu verbessern.

Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 10.3.2010:

Die Kosten des Klimawandels
Politiker sind weltweit gefordert, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen
Schüler des Seminarfachs „Klima und nachhaltige Entwicklung“ der Klassenstufe elf des Illtalgymnasiums haben sich umfassend über das Thema Klimaveränderung informiert und für das Projekt „Zeitung macht Schule“ Berichte geschrieben.
Illingen. Als größtes Problem des 21. Jahrhunderts ist neben der Wirtschaftskrise der zunehmende Klimawandel ein nicht minder wichtiges Thema. Politiker auf der ganzen Welt sind mit dem Versuch beschäftigt, die Emission von Treibhausgasen zu senken, wobei auch sehr große Summen für die Klimapolitik ausgegeben werden. Eine große Herausforderung wird der Forschung mit der Ermittlung der entstehenden Kosten gestellt. Um diese zu berechnen, muss man im Voraus bereits zwischen zwei Kostenkategorien unterscheiden: Zum einen wären da die Kosten, die infolge der durch den Klimawandel verursachten Schäden entstehen. Dies können zum Beispiel Schäden sein, welche durch extreme Wetterereignisse hervorgerufen wurden.
Zum anderen fallen auch Kosten für die nachhaltige Vermeidung des Klimawandels und der eventuell entstehenden Schäden an, sogenannte Vorsorge- und Anpassungsleistungen. Insgesamt ist es jedoch sehr schwierig, den Geldwert dieser Kosten zu schätzen. Hauptsächlich betroffen vom Klimawandel sind unter anderem folgende Bereiche: Tourismus ( Anpassungen an klimatische Veränderungen). Gesundheitswesen (Zunahme von Krankheiten, unter anderem in Folge der steigenden Temperaturen). Baugewerbe (Schäden an Bauwerken). Energie (Einsatz von CO2-freier Technik). Verkehr (Zunahme von Schäden der Infrastruktur). Land- und Forstwirtschaft, die mit Waldbränden, Fehlernten und zunehmender Schädlingsdichte geschädigt wird. Die Begleichung der Kosten wird nicht nur von einem der genannten Sektoren, sondern von der gesamten Volkswirtschaft übernommen. Davon betroffen sind neben Unternehmen private und öffentliche Haushalte.
Beim Unterlassen von Klimaschutz bis zum Jahr 2050 und des damit verbundenen Ansteigens der Temperaturen um 4,5 Grad Celcius müsste Deutschland mit Kosten in Höhe von etwa 330 Milliarden Euro, verursacht durch Schäden, und etwa 300 Milliarden Euro, verursacht durch erhöhte Energiekosten, rechnen. Die Kosten für Vorsorge und Anpassungsleistungen würden sich in Deutschland auf jährlich 20 Milliarden Euro belaufen.
Global gesehen müsste nur ungefähr ein Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes aufgewendet werden, um vor den Schäden des Klimawandels zu schützen und eine Reduzierung der Emissionen hervorzurufen.
Eventuelle, durch die klimatischen Verhältnisse verursachte Schäden und die zu tilgenden Kosten werden sich vor allem auf Vermögensschäden, Ökosystemschädigungen und erkrankte Menschen beziehen. An vielen der momentan durchgeführten Studien wird gezeigt, dass der Klimawandel in vollem Gange ist und schon bald zu großen volkswirtschaftlichen Schäden führen wird. Ein unumgänglicher Weg ist es, jetzt schon mit eindämmenden Maßnahmen zu beginnen, um nicht später vor einem nicht zu bewältigenden Berg von Kosten und klimatischen Folgen zu stehen.
Der Klimawandel hat für alle teure Folgen.
Björn Enderlein

Verbaute Erde – ökologisch versaute Erde

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 21:05

Täglich nimmt der Flächenfraß durch Überbauung von Mutter Erde in Deutschland um mindestens 100 ha zu! Im Saarland sind dies 7.000 m², was jährlich einer Fläche von etwa 365 Fußballfeldern entspricht. Die so versiegelte Fläche erlaubt keinen Aufwuchs, keinen Austausch zwischen Atmosphäre und Boden und keinen regulären Abfluss in das Grundwasser. Sie ist damit biologisch tot. Diese Bauhybris hat keine Rechtfertigung durch Wohnraumbedarf, jedenfalls auf keinen Fall im Saarland. Nach neuesten Daten wird die Bevölkerung hier schon im übernächsten Jahr auf unter 1 Million Einwohner absinken. Die Landesplanung in Gestalt des Landesentwicklungsplans (LEP Siedlung) trägt dieser Entwicklung leider keine Rechnung. Stattdessen prognostizieren diese „Planer“ allein für die Stadt Saarbrücken bis zum Jahr 2016 einen Neubaubedarf von jährlich 623 Wohnungen. Dieses Programm basiert auf Zahlen, die schon zur Zeit der Konzeption des LEP viel zu hoch lagen und die durch die weitere Bevölkerungsentwicklung immer irrealer werden. Der Leerstand an Wohnungen und Häusern in Saarbrücken wird durch die schier endlosen Verkaufs- und Vermietungsanzeigen umfassend dokumentiert.

Dennoch weisen die Planer zu Lasten von Natur und Umwelt, aber zum Vorteil einzelner Interessenten Neubaugebiete aus. Nur zwei Beispiele dazu aus jüngster Zeit: Das Neufanggelände Am Homburg oder die geplante Bebauung des nördlichen Zoogeländes. Solche Interessentenpolitik wäre ohne die bereitwillige Vorbereitung durch die Stadtspitze und eine zum Jasagen neigende Stadtratsmehrheit nicht denkbar. Wenn wenigstens ein Ausgleich durch Entsiegelung von nicht mehr gebrauchten, verödeten, verkommenen Bauflächen vorgenommen würde. Die vom BUND Saar vor den Landtagswahlen im vergangenen Jahr befragten Parteivertreter von CDU, SPD und Linken hatten unserer Forderung eindeutig zugestimmt; sehen Sie hierzu unter www.bund-saar.de, Kandidatencheck nach. Also reine Wahlversprechen. „Es sollte nicht einer Gemeinde zur Ehre gereichen, wie viel selbst gewachsene Natur sie zerstört, sondern es sollte für eine Gemeinde Ehrensache sein, so viel wie möglich von ihrer natürlichen Landschaft zu schützen,“ so Friedensreich Hundertwasser im Mai 1990.

Wünsche an die Parteien im Saarbrücker Stadtrat

Filed under: Politik — Dietrich Strohmaier @ 21:03

In Saarbrücken gibt es jetzt ein rot-rot-grünes Bündnis. Wir vom BUND SB wünschen uns, dass diese Koalition mehr für unsere Umwelt tut, als die bisherige rot-grüne. Hierzu zählt eine aktive Mitwirkung bei den Maßnahmen gegen den Klimawandel sowie eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in der Stadt. Wie das gemacht werden müsste, ist mittlerweile allgemein bekannt. Der BUND hat dazu jahrelange Aufklärungsarbeit geleistet. Kurz zusammengefasst das Wichtigste.

Reduktion des CO2-Ausstoßes etwa durch Senkung des Energieverbrauchs und Modernisierung der stadteigenen Gebäude. Überwachung durch einen Verantwortlichen, stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien – Ökostrom, Installation von Photovoltaik auf den eigenen Dächern, Ausrichtung der Dächer bei Neubauten für Solarzellen, die Errichtung von Windrädern erlauben und fördern, den Fuhrpark der Stadt mit sparsamen Fahrzeugen ausrüsten und die Fahrer im spritsparenden Umgang schulen, Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) – die Verbrennungs-Orgie der Pyromanen ist weiterhin in vollem Gange.

Das Zerstörungspotenzial des MIV wird an der ungeheuren Geldsumme (400 Mio. Euro) deutlich, die die Stadt für das Projekt Stadtmitte am Fluss ausgeben will. Dieses Geld sollte besser in die Optimierung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) investiert werden. Der Ausbau der Saarbahn sowie mehr Vorrangschaltungen für Bahn und Bus im Stadtgebiet sollte vorangetrieben werden. Eine Reduzierung des MIV würde zudem Lärm, Giftgase und Feinstaub reduzieren und so direkt den Menschen zugute kommen. Mehr Bäume und mehr Grün in der Stadt könnten diese zudem attraktiver machen. Warum sollte der Beethovenplatz nicht wieder ein Park werden?
Alle Parteien könnten sich bemühen, die Randbedingungen für Saarbrücken zu verbessern. Die meisten waren oder sind schon in Land und Bund in der Verantwortung und tragen so Mitverantwortung für die heutige Situation, was etwa am Schuldenberg oder der Abwrackprämie deutlich wird. Sie können also auch außerhalb der Stadt an der Verbesserung arbeiten.

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