bund-sb.de Die Webseiten der Saarbrücker BUND-Ortsgruppe

28. Februar 2011

Dioxin-Skandal

Filed under: Einkaufsf — Dietrich Strohmaier @ 06:41

Die Industrie-Lobby ist mal wieder aufgefallen. Um ihren Gewinn zu erhöhen haben sie dem Tierfutter Dioxin-belastetes Abfallfett beigemischt. Es ist ja bekannt, dass die wenigsten Verbraucher, vor allem die Fleischesser, wenig Mitgefühl mit den Tieren haben. Aber dass sie das vergiftete Fleisch dann auch noch selbst essen nur um ein paar Euros zu sparen, ist doch bedrückend. Und dann wählen sie auch noch solche Parteien und Regierungen, die die Lebensmittelkontrollen so ausdünnen, dass praktisch nichts entdeckt wird. Gut waren mal wieder die Bio-Verbraucher dran!

25. Februar 2011

Leerlauf von Motoren

Filed under: Energie,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 11:37

Die Spritpreise sind zu hoch, die Konzerne und der Staat zocken ab tönt es mal landauf landab. Wie oft sehe ich aber Autos, deren Motoren nutzlos im Stand laufen? Auf meine Frage nach dem Warum bekomme ich keine vernünftige Antwort. Eher werden die Menschen ungehalten oder drohen mir gar Schläge an. Als ob diese ein Recht oder gar eine Pflicht zur Schädigung ihres Mitmenschen oder unserer Umwelt hätten. Durch das Abschalten im Leerlauf ließe sich zwar nur eine kleine Menge CO2 vermeiden. Aber es würde signalisieren, dass solchen Fahrern ihr Mitmensch und unsere Umwelt etwas wert ist.

23. Februar 2011

Die Bevölkerungsexplosion, Sarrazin und das Weltklima

Filed under: Allgemein,Politik — Godehard Gr @ 13:12

Eine einfache Dreisatzaufgabe vorab: Weil heute 6,9 Mrd. Menschen auf der Welt 30,9 Mrd. to/a Kohlendioxid verursachen, wie viele Tonnen werden es dann im Jahr 2050 sein, wenn 9,5 Mrd. Menschen zu erwarten sind? Auch Herr Sarrazin müsste diese Aufgabe sicher lösen können: 42,55 Mrd. to/a. Diese Kohlendioxidfracht wäre dann also noch viel höher als die heutige, die klimaschädlich genug ist. Als umweltverträglich  können nämlich nur etwa 2,5 to/a pro Mensch gelten (vgl. Umweltmagazin Nr. 4/2008, S. 24). Aber Herrn Sarrazin interessiert das alles nicht, jedenfalls dann nicht, wenn die Zahl der Deutschen immer weiter abnimmt . Also gutes Klima nur für Deutsche! Wer bloss ein wenig globale Empathie für die Menschen in unserer einen Welt zu entwickeln vermag, muss vor Sarrazins Zynismus erschrecken. Viele Deutsche sind da viel weiter als Herr S; denn nur ein Rückgang der Geburten bei uns gibt eine Rechtfertigung, die überbordende Fruchtbarkeit in vielen Ländern Afrikas und Asiens als ungesund zu kritisieren und Projekte zu fördern, mit denen in diesen Ländern Aufklärung über Geburtenbeschränkung und Gesundheitsvorsorge betrieben wird. Die deutsche Bevölkerung zählte im Jahr 1852 35,9 Mio. Menschen. Im Jahr 2005 hatten wir dann 82,438 Mio Einwohner. Das entspricht einem Bevölkerungszuwachs von 230% in rund 150 Jahren, also in nur ganzen fünf Generationen. Dieser Trend ist erfreulicherweise seit etwa 1970 gestoppt. Dabei sind wir immer noch ein äußerst dicht besiedeltes Land mit allen Belastungen, die sich daraus für das Klima, die fortschreitende Bodenversiegelung (jeden Tag rd. 80 ha neu!) und überhaupt den Verbrauch der Lebensgrundlagen ergeben. Auch im Saarland sollten sich vielleicht manche „Bevölkerungspolitiker“ öfters vor Augen führen, dass sich an der Saar 411 Menschen einen Quadratkilometer Fläche teilen müssen, in Indien aber „nur“ 329 .

Menschenmasse

(C) Foto bei  www.mattonimages.de

21. Februar 2011

Umweltschutz und Ethik

Filed under: Allgemein,Veranstaltung — Dietrich Strohmaier @ 16:02

Am 15. Oktober tagte in Fulda  der Arbeitskreis Ethik. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Prof. Ekhardt, stellte zur Diskussion, ob im BUND eine Kehrtwende erforderlich sei. Die Entwicklung der Umweltschäden – in Deutschland und weltweit – sei alarmierend. Er fragte: „Müssen wir psychologisch und strategisch neue Wege beschreiten, um dem BUND mehr Geltung zu verschaffen?“ Nach anregenden Diskussionen kamen die Teilnehmer, darunter auch der Bundesvorsitzende Hubert Weiger, einmütig zu der Meinung, dass der BUND nicht wie bisher agieren oder argumentieren solle. Wie das weitere Vorgehen aussehen könnte, soll auf weiteren Treffen erarbeitet werden.

18. Februar 2011

Netzwerk Mobilität

Filed under: Allgemein,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 16:35

Vor fast zwei Jahren hat die Bundesregierung mit 25 Mio Euro die Aktion Klimaprojekt initiiert. Mehrere Verbände, jedoch nicht der BUND, wurden damit betraut. Federführend ist im Saarland die Verbraucherzentrale. Diese hat das „Netzwerk Mobilität Saar“ ins Leben gerufen, an dem sich verschiedene Institutionen, darunter auch der BUND Saar, beteiligen. Das Netzwerk möchte vornehmlich Unternehmen und Organisationen darin beraten, wie sie ihre Mobilität möglichst umweltfreundlich gestalten. So versucht etwa die Stadtverwaltung, ihre Mitarbeiter zum Umstieg auf alternative Mobilität wie Bahn, Bus, Carsharing, Fahrgemeinschaften und Fahrrad zu motivieren. Dies täte der Umwelt und der Gesundheit gut und schont vielfach den Geldbeutel. Für die Firmen läge ein weiterer Vorteil darin, dass sie dann etwa weniger Parkplätze für ihre Mitarbeiter vorhalten müssten.

16. Februar 2011

Aggressive Leuchtreklame

Filed under: Energie — Dietrich Strohmaier @ 16:14

Reklame hat die positive Aufgabe, die Verbraucher über Neues zu informieren. Die Kehrseite ist, dass die finanzstarken Unternehmen mit ihrem Geld große Einflussmöglichkeiten haben. Rundfunk, Fernsehen und Zeitungen sind mittlerweile weitgehend davon abhängig geworden. Sichtbar wir dies auch im Stadtbild mit immer aktiveren Reklametafeln. Das neueste ist eine äußerst leuchtstarke Tafel in der  Art eines riesigen Bildschirms an einem hohen Haus an der Westspange. Diese ist so hell, dass selbst in weit entfernten Wohnungen das Flimmern bei Nacht an den Wänden unangenehm auffällt. Dies ist Umweltverschmutzung durch Licht ähnlich wie Laserstrahlen am Nachthimmel. Die ablenkende Wirkung auf die Autofahrer ist ebenfalls offensichtlich. Die Menschen sollten sich endlich gegen die Vermüllung ihrer Lebensräume gleich welcher Art wehren.

15. Februar 2011

Der ökologische Fußabdruck

Filed under: Allgemein,Energie — Dietrich Strohmaier @ 21:02

Wie umweltbewusst leben Sie? Die Internet-Nutzer können leicht ausrechnen, wie es damit bei ihnen ist. Gehen Sie z.B. auf www.gjgt.de/fussabdruck/ und beantworten einige Fragen. Dann wissen Sie, wo sie stehen. Leider bräuchten die meisten mehr als eine Erde. Und das heißt, dass das auf die Dauer nicht gut gehen kann.

12. Februar 2011

Presse-Echo auf unseren Aufruf zu mehr Bürgerbeteiligung

Filed under: Allgemein,Politik,Presse-Mitteilung — Dietrich Strohmaier @ 16:23

Die Saarbrücker Zeitung schrieb am 5.2.2011:

Umweltschutzverband fordert mehr Bürgerbeteiligung

BUND wendet sich an den Saarbrücker Stadtrat

Saarbrücken. Der Umweltschutzverband BUND hat sich mit der Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung auf lokaler Ebene an den Saarbrücker Stadtrat gewendet.

Der Verband wünscht sich mehr Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen, da diese meist den Umweltschutz und die Lebensbedingungen der Bürger beträfen. In der Landeshauptstadt sei vor fast 20 Jahren mit der Lokalen Agenda 21 schon einmal
versucht worden, die Bürger in politische Entscheidungen stärker einzubeziehen, an dessen Erfahrungen jetzt angeknüpft werden könne und solle.

„Da viele Bürger sich mit der Politik und ihrem Engagement dafür schwer tun, könnte mit einer neueren Form der Bürgerbeteiligung unsere Demokratie gestärkt werden“, sagt Dietrich Strohmaier, Sprecher des BUND Saarbrücken. Der Fehlschlag der Saarbrücker
Lokalen Agenda 21 in den 90er Jahren zeige jedoch, dass Bürgerbeteiligung sorgsamer vorbereitet werden müsse. Gerade das Projekt Stadtmitte am Fluss, das in Saarbrücken heftige Kontroversen auslöst, „schreit nach mehr Bürgerbeteiligung“, meint der Bund.

Dies war die Pressemitteilung, die wir verschickt hatten, siehe dazu auch eine ausführliche Version in diesem Beitrag:

BUND für mehr Bürgerbeteiligung in Saarbrücken

„Wir verstehen uns als Bürger, die sich für das Gemeinwohl und die Demokratie einsetzen und deshalb versuchen, mit den Politikern und Mitmenschen zu kommunizieren.“
Dies ist die Motivation des BUND Saarbrücken, sich mit der Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung auf lokaler Ebene an den Saarbrücker Stadtrat zu wenden. In einem Schreiben an die Parteien gibt der Umweltschutzverband Anregungen und Denkanstöße.
Mehr Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen wäre aus Sicht des BUND wünschenswert, da diese meist auch den Umweltschutz und die Lebensbedingungen der Bürger beträfen. Aktuell legten die Krawalle und die erfolgte Schlichtung bei Stuttgart 21
(S21) nahe, dass die Bürgerbeteiligung unzureichend sei und dass nach neuen Wegen gesucht werden solle. Auch in Saarbrücken löse das Projekt ‚Stadtmitte am Fluss‘ heftige Kontroversen aus. In der Landeshauptstadt sei vor fast 20 Jahren mit der ‚Lokalen Agenda 21‘ schon einmal ein Versuch unternommen worden, die Bürger in politische Entscheidungen stärker einzubeziehen, an dessen Erfahrungen jetzt angeknüpft werden könne und solle.

„Wenn ein Projekt wie S21 fünfzehn Jahre lang durch alle Instanzen geht und bei der legalen Umsetzung dann solch ein Aufstand ausbricht, kann das Verfahren nicht optimal sein.“ sagt der Sprecher des BUND Saarbrücken, Dietrich Strohmaier. „Und da viele Bürger sich mit ‚der Politik‘ und ihrem Engagement dafür schwer tun, könnte mit einer neueren Form der Bürgerbeteiligung unsere Demokratie gestärkt werden.“ Der Fehlschlag der Saarbrücker ‚Lokalen Agenda 21‘ in den 90er Jahren zeige jedoch, dass Bürgerbeteiligung sorgsamer vorbereitet werden müsse. Hier sei Entwicklungsarbeit zu leisten.

Die Entscheidungsstrukturen in den Parteien werden vom BUND als mögliche Ursache dafür gesehen, dass Meinungen Andersdenkender nicht in ausreichendem Maß berücksichtigt werden. Um trotzdem externen Sachverstand einzubeziehen, solle die
Politik die Ziele und das Verfahren möglichst klar vorformulieren. Mit dem Ergebnis solle sie verantwortungsvoll umgehen, es würdigen, kommunizieren und darüber informieren.
Ehrenamtlich arbeitender Sachverstand sei zudem kostenlos. Gerade das Projekt ‚Stadtmitte am Fluss‘, das in Saarbrücken heftige Kontroversen auslöst, „schreit nach mehr Bürgerbeteiligung“, meint der BUND. Dass sich jetzt die CDU für einen stärkeren
Einbezug der Bevölkerung ausgesprochen habe, während die Grünen dies ablehnten und SPD und die Linke sich gar nicht äußerten, sei eine „verkehrte Welt“.

9. Februar 2011

Bürgerbeteiligung in Saarbrücken

Filed under: Politik — Dietrich Strohmaier @ 21:21

Die Krawalle sowie die erfolgte Schlichtung bei Stuttgart 21 (S21) legen nahe, dass die Bürgerbeteiligung generell (BB) unzureichend ist und dass nach neuen Wegen gesucht werden sollte wie der Schlichter dort vorschlug. Wenn ein Projekt wie S21 15 Jahre lang durch alle Instanzen geht und bei der legalen Umsetzung dann solch ein Aufstand ausbricht kann das jetzige Verfahren nicht optimal sein.
Da viele Bürger sich mit „der Politik“ und mit ihrem Engagement dafür (Politikverdrossenheit) schwer tun könnte vielleicht mit einer neueren Form der BB unsere Demokratie gestärkt werden.
In Saarbrücken hatte die SPD durch Margit Conrad bereits einmal eine BB gewagt. Angeregt durch den Weltgipfel 1992 in Rio wurde eine „Lokale Agenda 21“ ins Leben gerufen. Unter Federführung der Stadtverwaltung beteiligten sich anfänglich einige Hundert BürgerInnen in mehreren Arbeitsgruppen. Durch mangelnde politische Führung und Begleitung sowohl durch die Parteien als auch die Stadtverwaltung aber auch durch zu schwaches Selbstbewusstsein vieler TeilnehmerInnen verlief sich der Prozess. Die Verwaltung veranlasste zwar eine abschließende Bewertung. Die OBin verweigerte letztlich aber die Herausgabe trotz Aufforderung des BUND SB, welcher sich besonders an der LA21 beteiligt hatte. Die Schwierigkeiten bei dieser BB schien darin zu liegen, dass die Parteien offenbar nicht wussten wie mit den Voten Andersdenkender umgegangen werden sollte. Dies zeigte sich etwa bei der Abstimmung zum Beethovenplatz, bei der die LA21 für einen Park, die Parteien aber für die Beibehaltung des Parkplatzes war.
Ein Problem dabei scheinen die Parteien selbst zu bilden. Sie möchten offenbar gerne geschlossen ihre Macht ausüben. Ihre Führungseliten sind gewohnt, sich durchzusetzen. Dabei verlernen sie möglicherweise, die Meinungen der anderen gebührend zu berücksichtigen und einzubeziehen. Macht muss aber verantwortungsvoll ausgeübt werden wenn sie gerechtfertigt und nützlich sein soll.
In SB beschäftigen sich z.Zt. einige der Parteien mit der BB. FW und FDP stehen etwa einer Befragung der Bürger zu „Stadtmitte am Fluss“ (SMAF) positiv gegenüber, die FDP ist für für einen Bürger-Haushalt. Die Grünen, die ja als Partei der Basisdemokratie
gestartet waren, sprechen sich seltsamerweise dagegen aus. Die CDU hat sich jetzt für BB am Franzenbrunnen ausgesprochen – verkehrte Welt? Was ist mit der SPD und Die Linke?
Der Fehlschlag der LA21 in SB zeigt, dass die BB sorgsamer vorbereitet werden muss. Hier ist Entwicklungsarbeit zu leisten. Der BUND SB befasst sich mit dieser vordergründig nur politischen Frage weil erfahrungsgemäß die meisten Entscheidungen (siehe SMAF, S21) auch den Umweltschutz und unsere Lebensbedingungen betreffen. Leider kann er hier keine fertige Lösung anbieten. Er betrachtet es aber als eine wichtige Aufgabe der Parteien, an der Weiterentwicklung unserer Demokratie mitzuarbeiten.
Deshalb hier einige Denkanstöße. Wenn die Politik Sachverstand von außen nutzen will sollte sie die Ziele und das Verfahren möglichst klar vorformulieren. Mit dem Ergebnis sollte sie verantwortungsvoll umgehen. Also würdigen, kommunizieren, informieren. Ehrenamtlich arbeitender Sachverstand ist zudem kostenlos. Die Politiker müssen dies möglicherweise erst einmal selbst in den eigenen Reihen und im Umgang mit den von anderen Gruppierungen (wie etwa anderen Parteien) und Personen geäußerten Ideen lernen. Das übliche Verhalten, den Gegner herabzusetzen, ist äußerst kontraproduktiv und  dient nicht dem Gemeinwohl.

Powered by WordPress