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Archive für 16.5.2011
Saarbrücken: Trinkwasser, unsere Saar und die “Stadtmitte”
16.5.2011 von Godehard Grünewald.
Zuerst die gute Meldung: Unser Trinkwasser wird in erfreulicher Qualität geliefert. Es ist chemisch und bakteriologisch untadelig und hat einen natürlich-frischen Geschmack. Man kann es aus der Leitung entnehmen und bedenkenlos verwenden, ohne es abkochen zu müssen. Unverständlich also, warum so viele Menschen dennoch Wasser in Flaschen kaufen, vielfach verpackt in gesundheitlich bedenklichem Kunststoff. Die leeren Flaschen landen dann zu allem Überfluss im Abfall. Wasser ist ein empfindliches Gut, will aus Brunnen gefördert und mittels Schutzzonen behütet und in einem ständig unterhaltenen Leitungssystem verteilt und fortlaufend auf seine Qualität überwacht werden. Das alles erfordert viel Umsicht, zumal unser Trinkwasser aus örtlich verschiedenen Brunnen gewonnen wird. Den Mitarbeitern der Stadtwerke gilt unser Dank für ihren Einsatz.
Leider nun aber die schlechten Meldungen zur Saar: Diese ist mit giftigem PCB und Dioxin belastet. Seit weit über einem Jahr gelingt es dem Umweltministerium und dem Landesamt nicht, die Ursachen dieser gefährlichen Verschmutzungen aufzuklären, viel weniger diese abzustellen. Man vernimmt vielmehr nur unverändert die dringende Warnung des Ministeriums, Fische aus der Saar zu verzehren. - In umgekehrtem Verhältnis zu dieser Erfolglosigkeit steht die Hartnäckigkeit, mit der das millionenschwere Bauprojekt “Stadtmitte am Fluss” beworben und gefördert wird. Man kann auf der Seite der Berliner Promenade schon sehr gut das Ergebnis sehen: Die Saar, unser Fluss, ist seiner bis dato wenigstens noch teilweise begrünten Böschung beraubt worden, viele Bäume wurden gefällt und das Flussbett verschmälert und eingemauert: kalt, kahl und kantig, wie es nur PlanerInnen tun können, die wenig auf lebendigem Grün, dafür umso mehr auf der Verwendung von Baustoffen und Beton stehen. Die große Koalition von CDU, SPD, Grünen und Linkspartei befürwortet das alles, weil sie in Saarbrücken ein Prestigeobjekt durchziehen will, koste es, was es wolle. Die grüne Umweltministerin versteigt sich sogar zu der Behauptung, der geplante Autobahntunnel diene dem Hochwasserschutz. Dabei ist das genaue Gegenteil gutachterlich festgestellt. Nur durch aufwändige Abgrabungen bei den Daarler Wiesen soll Retentionsraum für Hochwasser gewonnen werden. Indessen würde dadurch nur ein knapper Ausgleich für den durch Eintunnelung der Autobahn verloren gehenden Stauraum erreicht. Eine wahre Verbesserung des Hochwasserschutzes wäre deshalb nur dann gegeben, wenn diese Abgrabungen zum Istzustand, also ohne Tunnel, den wünschenswerten *zusätzlichen* Stauraum schaffen. Statt der Propaganda, den die große Koalition der Jasager in Stadtrat und Landtag für das Projekt betreibt, sollten die Bürger befragt werden, ob sie so etwas überhaupt wollen. Warum bekennen sich die Jasager nicht endlich zur Durchführung eines Bürgerentscheids? Direkte Demokratie, ja bitte!!
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