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Archive für Januar 2012
Ernas Abschied
26.1.2012 von Godehard Grünewald.
Mitglieder sind uns wichtig, besonders natürlich dann, wenn sie sich mutig für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzen. So freuen wir uns, dass gerade im letzten Jahr etliche neue Mitglieder zu uns fanden. In Saarbrücken und überall besteht nämlich dringender Bedarf, unsere Ziele zu verfolgen und den politischen und administrativen Akteuren immer dann Druck und Widerstand entgegen zu setzen, wenn deren Planungen und Handlungen unserem Verständnis von einer zukunftsorientierten Umweltpolitik widersprechen. Also ist es unsere Pflicht, umweltschädliche Planungen zu bekämpfen. Das gilt auch zum Gebiet ‘”Franzenbrunnen”, für das die Stadt Saarbrücken eine nicht nur klimaschädliche, sondern auch eine solche Bebauung betreiben will, die dort viele zu schützende Tiere töten würde. Einem einzelnen unserer Fördermitglieder, nennen wir es “Erna”, passte aber nicht, dass wir uns gegen diese Fehlplanung zur Wehr setzen und damit solidarisch mit vielen im weiten Umkreis lebenden Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern handeln. “Erna” trat aus. Lediglich dann wäre gegenüber diesem Austritt Wut angesagt, sollte dieser Abschied einem Druck der Stadt Saarbrücken als Ernas Arbeitgeber geschuldet sein. Dann hätte ihr nämlich der von jedem Menschen in einer demokratischen Gesellschaft zu fordernde “Mut vor Fürstinnenthronen” gefehlt, die Sache des Umweltschutzes tapfer zu vertreten. - Problembewusstsein, gepaart mit Mut, sind allgemein unverzichtbare Bedingungen für erfolgreiche Arbeit. Aber leider müssen wir uns über manche Rückwärtswende im Umweltschutz wundern: Da fallen Frau/Mann wieder öfter im Straßenbild mit Pelzkleidung auf, während sich in den 80er und 90er Jahren fast niemand mit Persianer, Biber, Breitschwanz usw. in die Öffentlichkeit gewagt hätte. Oder, um nur noch ein einziges Beispiel zu nennen, ist es die anscheinend zunehmende Silvesterböllerei, die Menschen und Tiere mit Lärm erschreckt und zudem oft sogar für mehrere Tage -je nach Wetterlage- den Feinstaubgehalt der Luft über alle Grenzwerte erhöht. Doch wenigstens hinsichtlich der gefährlichen Nutzung der Atomkraft scheint wirklich einmal eine nachhaltige Vorwärtswende gelungen. Diese Wende “verdanken” wir letztlich der Katastrophe von Fukushima. Braucht der Mensch also erst immer die ganz große Katastrophe, um Vernunft anzunehmen und Mut zur Änderung zu fassen?
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In Saarbrücken Klimawandel ohne Verursacher?
21.1.2012 von Dietrich Strohmaier.
Veranstaltung des Stadtteilforums Alt-Saarbrücken
Das Stadtteilforum Alt-Saarbrücken hatte zum 18.1.2012 eingeladen. Dabei informierte die Stadt Saarbrücken über den Klimawandel. Führende Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung berichteten vor zahlreichen Interessierten über die zu erwartenden Starkregen und Hitzeperioden. Die Stadt wolle vor allem mit Frischluftschneisen und Stadtbegrünung dagegen angehen. Für Überschwemmungen des Fischbachs wie etwa im Juli 2009 empfahl sie Rückstauklappen. Ganz kurz tauchte einmal auf, dass die mittlere Temperatur auf der Erde im Jahr 2100 bis zu 4 Grad C höher als 2000 sein könnte. Andere Untersuchungen kommen auf Werte bis 6 Grad C. Die Ursachen und Auswirkungen einer solchen Entwicklung wurden noch nicht einmal angesprochen geschweige denn behandelt Hier hätte man den Anwesenden klar machen können, dass die meisten von ihnen durch ihre umweltschädliche Lebensweise - etwa Lustreisen mit Auto, Flugzeug, Kreuzfahrtschiff, Bus, Fleisch-Völlerei, Konsum und mehr die Probleme, die bekämpft werden sollen, selbst mit verursachten. Es ist doch ganz offensichtlich: Alle, die so leben, sind für die jetzt schon spürbaren und die auf uns zukommenden, nicht mehr vermeidbaren Folgen mit verantwortlich. Und das tun wir alles ohne Notwendigkeit da wir auch bequem auf ökologische Weise leben könnten. Z.B. einfach eine höhere Ökosteuer, Bio-Lebensmittel und dafür weniger Unnötiges. “Geiz ist geil” war in. Daraus könnte “Geiz ist tödlich” werden. Die genannten Folgen werden nämlich weit über Hitze, Starkregen oder Stürme hinausgehen. Die jetzt schon spürbare weltweite Destabilisierung des Klimas wird auch zu entsprechenden Katastrophen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen führen, gegen die ganz andere Schutzmaßnahmen erforderlich wären als die hier von der Stadt ins Auge gefassten. Im letzten Krieg baute man auch eifrig Bunker, die aber letztlich nicht die Menschen vor dem Unglück bewahren konnten. 1999 war man in Saarbrücken schon weiter als die Stadt die Lokale Agenda ins Leben - zurückgehend auf die 1992 in Rio de Janeiro weltweit beschlossene Agenda - gerufen hat und an der zunächst einige Hundert Menschen mitarbeiteten letztlich aber resigniert aufgaben. Damals schon ging man davon aus, dass der Klimawandel sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich und sozial angegangen werden müsse. Die Devise lautete „Global denken – lokal handeln“. Dass die jetzige Einstellung eher „Lokal denken – lokal handeln“ heißt, zeigen die dünnen Rezeptchen der Stadt.
Heftig wurde zudem über das Bauvorhaben am Franzenbrunnen diskutiert. Einerseits bemüht sich die Stadt um Frischluftschneisen und Begrünung andererseits würde sie ohne Skrupel ein wertvolles Biotop und eine vorhandene Grünzone zerstören. Die Einwendung des Umweltamtes, die Frischluft käme nicht der Innenstadt zugute, erscheint ziemlich kurzsichtig oder gar zynisch.
Der Vorschlag eines Bürgers, die Heuduckstraße in eine Allee umzuwandeln stieß dagegen auf Interesse..Der BUND begrüßt diese Idee. Diese Straße ist vierspurig und damit unnötig breit. Dies verführt die Autofahrer zum Rasen. Eine Allee wäre leiser, sauberer und sicherer,
Ein weiterer Bürger bemängelte den Einsatz von Laubgebläsen, die nicht nur zu laut sind, unnötig Staub aufwirbelten sowie für die Bediener eine Zumutung sind. Die Leiterin des Grünamtes rechtfertigte den Einsatz mit wirtschaftlichen Erwägungen. Der BUND bezweifelt diese Aussage. Das Grünamt könnte sich eher biologische Maßnahmen überlegen. Müssen wirklich alle Rasenflächen in den Parks im Winter blitzblank sauber sein? Und es sollte beachtet werden, dass durch die stundenlangen Arbeiten im Park auch die Nutzung stundenlang eingeschränkt ist.
Dietrich Strohmaier, 21.01.12
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Auto und Menschenrechte
20.1.2012 von Dietrich Strohmaier.
Autofahren und Menschenrechte
Wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist gehe oder fahre ich mit dem Fahrrad – wie viele andere Fußgänger - schon mal bei Rot über die Ampel. Eine Ampel ist ja ein Mittel zur Verkehrssteuerung und kein Gessler-Hut (Schiller, Wilhelm Tell). Manchmal gibt es dann Kritik von Anderen – besonders von Autofahrern. Es ist zwar löblich, sich für unsere Rechtsordnung einzusetzen – doch warum nur immer gegen die umweltfreundlichen und schwächeren Verkehrsteilnehmer? Ich sehe keine Kritik an Autofahrern, die Geh- und Radwege zuparken oder gar Radfahrer und Fußgänger töten und zudem noch gewaltige Schäden an unserer Umwelt anrichten. Für Autofahrer ist es auch ganz normal, in Staus oder vor roten Ampeln Radfahrern und Fußgängern ihr Abgas ins Gesicht zu blasen und Lärm zu machen. Was steckt wohl hinter einer derartigen Kritik an der harmlosen Ordnungswidrigkeit und der Duldung der so schädlichen Normalität? Eine alte Weisheit besagt, dass wer mit einem Finger auf Andere zeigt drei davon auf sich selbst richtet. Das ist leider typisch für unsere Selbstgerechtigkeit: Wir fordern zwar lautstark die Einhaltung der Menschenrechte weltweit treten wir diese aber selbst ständig mit Füßen, indem wir etwa durch unsere umweltzerstörerische Lebensweise – Autofahren, Fliegen, Billigfleisch usw. – nicht nur uns selbst sondern alle Anderen auf dieser Erde mit schädigen. Alle. die sich daran beteiligen sollten sich darüber im klaren sein was sie damit langfristig sich und anderen antun und sich nicht über Nichtigkeiten aufregen.
Dietrich Strohmaier
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