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Archive für 21.1.2012
In Saarbrücken Klimawandel ohne Verursacher?
21.1.2012 von Dietrich Strohmaier.
Veranstaltung des Stadtteilforums Alt-Saarbrücken
Das Stadtteilforum Alt-Saarbrücken hatte zum 18.1.2012 eingeladen. Dabei informierte die Stadt Saarbrücken über den Klimawandel. Führende Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung berichteten vor zahlreichen Interessierten über die zu erwartenden Starkregen und Hitzeperioden. Die Stadt wolle vor allem mit Frischluftschneisen und Stadtbegrünung dagegen angehen. Für Überschwemmungen des Fischbachs wie etwa im Juli 2009 empfahl sie Rückstauklappen. Ganz kurz tauchte einmal auf, dass die mittlere Temperatur auf der Erde im Jahr 2100 bis zu 4 Grad C höher als 2000 sein könnte. Andere Untersuchungen kommen auf Werte bis 6 Grad C. Die Ursachen und Auswirkungen einer solchen Entwicklung wurden noch nicht einmal angesprochen geschweige denn behandelt Hier hätte man den Anwesenden klar machen können, dass die meisten von ihnen durch ihre umweltschädliche Lebensweise - etwa Lustreisen mit Auto, Flugzeug, Kreuzfahrtschiff, Bus, Fleisch-Völlerei, Konsum und mehr die Probleme, die bekämpft werden sollen, selbst mit verursachten. Es ist doch ganz offensichtlich: Alle, die so leben, sind für die jetzt schon spürbaren und die auf uns zukommenden, nicht mehr vermeidbaren Folgen mit verantwortlich. Und das tun wir alles ohne Notwendigkeit da wir auch bequem auf ökologische Weise leben könnten. Z.B. einfach eine höhere Ökosteuer, Bio-Lebensmittel und dafür weniger Unnötiges. “Geiz ist geil” war in. Daraus könnte “Geiz ist tödlich” werden. Die genannten Folgen werden nämlich weit über Hitze, Starkregen oder Stürme hinausgehen. Die jetzt schon spürbare weltweite Destabilisierung des Klimas wird auch zu entsprechenden Katastrophen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen führen, gegen die ganz andere Schutzmaßnahmen erforderlich wären als die hier von der Stadt ins Auge gefassten. Im letzten Krieg baute man auch eifrig Bunker, die aber letztlich nicht die Menschen vor dem Unglück bewahren konnten. 1999 war man in Saarbrücken schon weiter als die Stadt die Lokale Agenda ins Leben - zurückgehend auf die 1992 in Rio de Janeiro weltweit beschlossene Agenda - gerufen hat und an der zunächst einige Hundert Menschen mitarbeiteten letztlich aber resigniert aufgaben. Damals schon ging man davon aus, dass der Klimawandel sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich und sozial angegangen werden müsse. Die Devise lautete „Global denken – lokal handeln“. Dass die jetzige Einstellung eher „Lokal denken – lokal handeln“ heißt, zeigen die dünnen Rezeptchen der Stadt.
Heftig wurde zudem über das Bauvorhaben am Franzenbrunnen diskutiert. Einerseits bemüht sich die Stadt um Frischluftschneisen und Begrünung andererseits würde sie ohne Skrupel ein wertvolles Biotop und eine vorhandene Grünzone zerstören. Die Einwendung des Umweltamtes, die Frischluft käme nicht der Innenstadt zugute, erscheint ziemlich kurzsichtig oder gar zynisch.
Der Vorschlag eines Bürgers, die Heuduckstraße in eine Allee umzuwandeln stieß dagegen auf Interesse..Der BUND begrüßt diese Idee. Diese Straße ist vierspurig und damit unnötig breit. Dies verführt die Autofahrer zum Rasen. Eine Allee wäre leiser, sauberer und sicherer,
Ein weiterer Bürger bemängelte den Einsatz von Laubgebläsen, die nicht nur zu laut sind, unnötig Staub aufwirbelten sowie für die Bediener eine Zumutung sind. Die Leiterin des Grünamtes rechtfertigte den Einsatz mit wirtschaftlichen Erwägungen. Der BUND bezweifelt diese Aussage. Das Grünamt könnte sich eher biologische Maßnahmen überlegen. Müssen wirklich alle Rasenflächen in den Parks im Winter blitzblank sauber sein? Und es sollte beachtet werden, dass durch die stundenlangen Arbeiten im Park auch die Nutzung stundenlang eingeschränkt ist.
Dietrich Strohmaier, 21.01.12
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