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26. Januar 2012

Ernas Abschied

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 20:37

Mitglieder sind uns wichtig, besonders natürlich dann, wenn sie sich mutig für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzen. So freuen wir uns, dass gerade im letzten Jahr etliche neue Mitglieder zu uns fanden. In Saarbrücken und überall besteht nämlich dringender Bedarf, unsere Ziele zu verfolgen und den politischen und administrativen Akteuren immer dann Druck und Widerstand entgegen zu setzen, wenn deren Planungen und Handlungen unserem Verständnis von einer zukunftsorientierten Umweltpolitik widersprechen. Also ist es unsere Pflicht, umweltschädliche Planungen zu bekämpfen. Das gilt auch zum Gebiet ‚“Franzenbrunnen“, für das die Stadt Saarbrücken eine nicht nur klimaschädliche, sondern auch eine solche Bebauung betreiben will, die dort viele zu schützende Tiere töten würde. Einem einzelnen unserer Fördermitglieder, nennen wir es „Erna“, passte aber nicht, dass wir uns gegen diese Fehlplanung zur Wehr setzen und damit solidarisch mit vielen im weiten Umkreis lebenden Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern handeln. „Erna“ trat aus. Lediglich dann wäre gegenüber diesem Austritt Wut angesagt, sollte dieser Abschied einem Druck der Stadt Saarbrücken als Ernas Arbeitgeber geschuldet sein. Dann hätte ihr nämlich der von jedem Menschen in einer demokratischen Gesellschaft zu fordernde „Mut vor Fürstinnenthronen“ gefehlt, die Sache des Umweltschutzes tapfer zu vertreten. – Problembewusstsein, gepaart mit Mut, sind allgemein unverzichtbare Bedingungen für erfolgreiche Arbeit. Aber leider müssen wir uns über manche Rückwärtswende im Umweltschutz wundern: Da fallen Frau/Mann wieder öfter im Straßenbild mit Pelzkleidung auf, während sich in den 80er und 90er Jahren fast niemand mit Persianer, Biber, Breitschwanz usw. in die Öffentlichkeit gewagt hätte. Oder, um nur noch ein einziges Beispiel zu nennen, ist es die anscheinend zunehmende Silvesterböllerei, die Menschen und Tiere mit Lärm erschreckt und zudem oft sogar für mehrere Tage -je nach Wetterlage- den Feinstaubgehalt der Luft über alle Grenzwerte erhöht. Doch wenigstens hinsichtlich der gefährlichen Nutzung der Atomkraft scheint wirklich einmal eine nachhaltige Vorwärtswende gelungen. Diese Wende „verdanken“ wir letztlich der Katastrophe von Fukushima. Braucht der Mensch also erst immer die ganz große Katastrophe, um Vernunft anzunehmen und Mut zur Änderung zu fassen?

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