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18. Mai 2012

Papierflut

Filed under: Allgemein — Andrea Wurm @ 09:56

Jeden Mittwoch liegt wieder ein Stapel Altpapier im Hauseingang. Den jemand hergestellt hat, mit Farbe bedruckt, gefaltet, verteilt. Und den jemand entsorgen muss. Damit er wenigstens im zweiten Anlauf einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann. Zweimal schon habe ich angerufen, um „Die Woch“ und den „Wochenspiegel“ abzubestellen. Das Schild „Bitte keine Reklame“ schützt mich mittlerweile vor „Die Woch“. Aber den Wochenspiegel legen die Verteiler als Stapel vor die Haustür.

Ähnlich ist es mit „Das Blaue“. Wozu es neben dem Verzeichnis der Telekom noch ein weiteres Telefonbuch geben muss, war mir immer schon ein Rätsel. Warum dieses dann aber auch noch in zwei bis drei Büchern, verpackt in Plastikfolie, stapelweise in den Hauseingängen abgelegt werden muss, werde ich nie begreifen. Ich brauche diese Telefonbücher nicht, mir reicht alle zwei oder drei Jahre eins von der Telekom. Wenn ich nicht sowieso im Internet nach der gesuchten Nummer recherchiere. Ich möchte auch nicht wöchentlich acht Werbeprospekte erhalten, die ich dann zum Papiercontainer tragen muss, ohne einen einzigen Blick hineingeworfen zu haben.

Doch ungefragt werde ich wie alle Bewohner meines Hauses, meiner Straße, meiner Stadt, meines Landes mit hochwertigem Müll zugeschmissen, der Unmengen von Ressourcen verbraucht und zum großen Teil nur auf Straßen und in Treppenhäusern herumliegt. Es gibt deutlich effizientere Methoden (vor allem weniger energieintensive), Informationen zu demjenigen zu bringen, der sie braucht. Gerade die Entwicklung von Internet, E-Mail und Handy haben dazu beigetragen, dass zwar immer noch Energie, aber insgesamt deutlich weniger Ressourcen verbraucht werden müssen (jedenfalls wenn man nicht jedes Jahr ein neues Handy kauft) – und trotzdem können sich die meisten Menschen über alles informieren, was sie zu wissen wünschen. Jemand ohne Internetzugangsmöglichkeit wird sicher dankbar sein für Telefonbücher, Wochenspiegel und Werbeprospekte. Also gebt denjenigen, die es brauchen und wollen, die Möglichkeit, Informationen auf Papier zu bekommen. Aber verschont alle anderen und vor allem unsere begrenzten Ressourcen damit, unnötige Verschwendung, Belästigung und Vermüllung zu betreiben!

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