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31. Juli 2012

Schlechte Zeiten für die Umwelt

Filed under: Politik — Dietrich Strohmaier @ 20:51

Mit dem Ende der Jamaika-Koalition im Saarland sind die Aussichten für unsere Umwelt schlechter geworden. Die eigentliche Umweltpartei sind die Grünen, die jetzt nicht mehr an der Regierung beteiligt sind und zudem nur noch mit zwei anstatt vorher vier Abgeordneten im Landtag vertreten sind. Immerhin hatte die grüne Umweltministerin in der kurzen Zeit gute Arbeit unter anderem mit dem „Masterplan Energie“ geleistet. Durch undurchsichtiges Taktieren und verschleierte Geldzuwendung eines FDP-Mannes hat der langjährige „Führer“ der Grünen, Hubert Ulrich, die grüne Pflanze fast ganz ausgetreten.
Anstatt, dass diese wie in anderen Ländern immer stärker werden, nimmt ihr Einfluss ständig ab. Dies wirkt sich auch bis nach Saarbrücken aus wo die dortigen Grünen längst von den Ulrich-Leuten beherrscht werden. Dies wäre für die Umwelt nicht so schlimm wenn diese Leute sich wirklich etwas für mehr Umweltschutz erreichen würden. Ihr Hauptanliegen scheint offensichtlich nur der Machterhalt in der Partei zu sein. Mit unethischen Mitteln sichern sie sich ihren Stimmenvorteil in der Partei. Es wurden Mitglieder als solche ausgewiesen, die keine mehr waren. Parteiinterne Untersuchungen verliefen im Sande. Bei Abstimmungen wurden die genehmen Leute, die sonst durch Abwesenheit geglänzt haben, mit Bussen angekarrt. Ferner drängen sie unliebsame Mitglieder aus der Partei, die damit immer mehr geistig verarmt. Umweltschutz ist in erster Linie eine psychische Angelegenheit. Der Antrieb dazu ist ethischer Natur. Wer dazu nicht in der Lage ist kann langfristig nichts erreichen.
Mit den Grünen im Stadrat Saarbrücken hat es schon lange kein Gespräch mehr gegeben. Sie wissen anscheinend schon alles. Das Ergebnis dieses Tuns ist leider, dass zu wenig für die Umwelt geschieht. Trotz eines Radbeauftragten wird etwa die neue Berliner Promenade nicht durchgängig mit dem Rad befahrbar sein obwohl dies bei den Planungen immer vorgesehen war.
Die Piratenpartei hatte in ihrem Wahlkampf mit Umweltschutz geworben und ist auf Anhieb mit vier Mandaten in den Landtag eingezogen. Wir hoffen, dass deren Abgeordnete sich rasch in die schwierigen Sachverhalte einarbeiten werden. Wir haben einen Informationsaustausch angeboten.
Die jetzige schwarz-rote Koalition legt ihr Schwergewicht jedenfalls nicht auf den Umweltschutz sondern eher auf Ankurbelung der Wirtschaft mit nicht nachhaltigen Methoden. Und selbst das dauert Monate bis die Regierung wieder normal arbeitet. Ist das wirklich im Sinne des Gemeinwesens?
Am gravierendsten ist jedoch, dass nach wie vor sich zu wenig mit dem Umweltgedanken befreunden können. Wir sehen das geringe Interesse etwa an unseren Ständen am St.Johanner Markt. Und so fahren die meisten Menschen wie gewohnt mit ihrem umweltschädigenden Verhalten fort: Unnötige Autofahrten und Flugreisen, unnötiger Konsum, Unterstützung der Tierquälerei und der Erderwärmung durch Konsum von Fleisch aus Massentierhaltung usw. Es sieht leider so aus als wollte die Mehrheit es wirklich auf eine Erderwärmung um mindestens 4 Grad drauf ankommen lassen. Wir fürchten, dass die Ergebnisse schlimmer als die eines Krieges sein werden.

Dietrich Strohmaier

25. Juli 2012

Baustellen in Saarbrücken – zu oft Leidensgeschichten

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 14:59

Es gibt Baustellen, die besser nie begonnen worden wären, jedenfalls nicht in der Art und Weise wie von der Stadt geplant. Gilt zum Beispiel für die „Berliner Promenade“. Leider stimmten die Stadtratsparteien dieser Planung zu, die Grünen eingeschlossen, obwohl neben dem Verlust an (echtem) Grün auch kein barrierefreier Zugang für Fahrräder gegeben ist. Wir vom BUND protestierten bereits 2008 im Planaufstellungsverfahren gegen die Pläne, weil erkennbar war, dass ökologisch wichtiger Grünbestand ohne akzeptabelen Ausgleich dezimiert, kahl-kalte Mauern gebaut und die Saar auch noch ihres Restes an natürlicher Böschung beraubt werden würde. Hier auf unserer Internetseite www.bund-sb.de wiesen wir oft auf diese Mängel hin, nachzulesen im Archiv vom 14.02., 15.05. und 14.11.2009 sowie vom 02.06.2010 und 16.05.2011. Die kalte Scheußlichkeit der „Promenade“ und die verpasste Gelegenheit für eine städtebaulich-ökologisch wertvolle Neugestaltung ist jetzt in natura zu sehen. Das provoziert zu Recht geharnischte Proteste der Bürgerschaft. Gesamtergebnis: Viel verschleudertes Steuergeld für schlechte Leistung! – Resignation herrscht im übrigen bei den Betroffenen auch hinsichtlich anderer, schier endlos dauernder Straßenbaustellen. An den“Römerkreisel“ oder den „Ludwigskreisel“ sei erinnert, jüngst aber auch an die monatelange Sperrung des recht kurzen Abschnitts „Am Kieselhumes“ zwischen Mainzer Str. und Halbergstr. Die damit verbundenen Verkehrsstaus führen zu weiterer Abgas- und Lärmbelastung, schädlich für Menschen und Ökologie. Leider sind aber auch die kraftfahrenden Zeitgenossen oft mitschuldig, weil sie vor roten Ampeln und im Stau die Motoren gedankenlos weiter laufen lassen.- Dennoch zum Schluss eine relativ kleine, aber umso positiver wirkende Maßnahme, nämlich die Befestigung des Weges „Im Bruchhübel“ für Fußgänger und Radfahrer längs der Bahnstrecke zwischen Scheidterstr. bis etwa Senator-Richard-Becker-Str. Eine Fortsetzung bis zum Ostbahnhof wäre eine sinnvolle Investition, auch für eine sichere, umweltfreundliche Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr.

Godehard Grünewald

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