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Autofahrer “entkriminalisieren”?

Ungestraft Fußgänger und Radfahrer umfahren dürfen? Das Auto – unser Gott?

Der Verkehrsgerichtstag debattierte kürzlich darüber, ob Verkehrsdelikte entkriminalisiert werden sollten (laut Saarbrücker Zeitung vom 27.1.2012). Die Deutsche Akademie für Verkehrswissenschaft stellt zur Debatte, Verkehrsdelikte nicht als Strafsache sondern nur als Ordnungswidrigkeit zu behandeln. Die Verursacher müssten ja zivilrechtlich Schadenersatz leisten. Da will ich meinen Augen nicht trauen: Welche Sonderrechte und Sonderrolle wollen die Autofahrer denn noch? Sie dürfen ungestraft wesentlich zur Zerstörung des Klimas und damit unserer Lebensbedingungen beitragen, durch Lärm und Abgase Menschenleben verkürzen und ungenügend geahndet durch Unfälle Tote und Verletzte sorgen. Sie nehmen sich über die von ihnen gewählten Regierungen Unsummen aus der Gemeinschaftskasse für Straßen, Parkplätze und die gesamte Infrastruktur, siehe z.B. die Abwrackprämie. Und jetzt wollen sie auch noch ungestraft Fußgänger und Radfahrer umfahren dürfen? Dass sie bei Verkehrsunfällen auch ihresgleichen verletzen und töten sei hier einmal ausgeblendet; Das Risiko gehen sie ja freiwillig ein. Die Verblendung unserer Gesellschaften in ihrer Anbetung des Autos wird hier ganz deutlich. Jetzt sollen sogar noch freiwillig Menschenopfer dargebracht werden, um den Spaß und das Geschäft zu fördern. Die meisten wissen mittlerweile, dass wir ganz klar unseren CO2-Ausstoß reduzieren müssten. Stattdessen kaufen viele immer größere und schnellere Autos und fahren damit nicht nur zuviel sondern oft auch zu schnell und leichtfertig. “Entkriminalisierte” Autofahrer könnten dann ja noch unbeschwerter ihren Spaß suchen. Wenn es dann halt mal vorkommen sollte, dass man einen schwächeren Verkehrsteilnehmer “erledigt” kann man das dann nicht auch noch bestrafen – meint offensichtlich die Autolobby . Anstatt Stärkung der umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmer durch geringere Geschwindigkeit für Autos wie etwa 30 km/h in bewohnten Gebieten jetzt noch mehr Mord und Selbstmord auf unseren Straßen. Ich bin fassungslos!

Dietrich Strohmaier

Ein Prof zu Klima etc.

Am 9.2.2012 hielt Prof. Gerd Ganteför von der Uni Konstanz einen Vortrag zum Thema Klima, Energie, Bevölkerung in der Villa Lessing in Saarbrücken, die von der FDP-nahen Naumann-Stiftung betrieben wird. In der Anmoderation von Herrn Rehberger, dem früheren Wirtschaftsminister im Saarland, wurde auch klar wohin die politische Stoßrichtung zielte: Gegen die Energiewende der Bundesregierung. Das ist durchaus legitim und gerade auch wir Umweltschützer halten deren Umsetzung für schlecht. Aber die Ideen von Prof. Ganteför. dazu sind leider auch nicht erfreulich. Seine Ausgangslage ist zusammengefasst wie folgt:
a) Der CO2-Ausstoß der großen Länder wie China, USA usw. sei viel größer als unserer; Es bringe also nichts selbst wenn wir den auf Null reduzierten.
b) Die eigentliche Bedrohung liege nicht im CO2-Gehalt der Erdatmosphäre sondern im Anstieg der Weltbevölkerung.
c) Da die Geburtenrate mit dem Einkommen falle müsse letzteres gesteigert werden auch wenn dazu für einige Jahrzehnte ein CO2-Anstieg in kauf genommen werden müsse.
d) Den Energiebedarf könne man nicht mit Biomasse decken, da dazu auf der Erde zu wenig Fläche vorhanden wäre.
e) Ohne fossile Energien würden wir wieder in die Armut früherer Zeiten zurückfallen.
f) Als Klimaschaden komme im wesentlichen nur der Anstieg des Meeresspiegels in Betracht und gegen den könne man Deiche bauen.
g) Und wenn es schließlich in einigen Jahrzehnten doch nötig wäre könne man ja etwa Geoengineering zum Kühlen der Erde einsetzen.
Sein Fazit also: Weiter so – die Schlimmsten seien sowieso die Grünen. Da frage ich mich doch: Wie muss es um jemanden bestellt sein, der sich so seinen Blick verstellt? Der Professor (am Fachbereich für Physik, befasst sich hauptamtlich mit Nanotechnik) übersieht einfach die anderen Folgen der Erderwärmung wie Unwetter, Wüstenbldung, Hunger sowie mögliche soziale und wirtschaftliche Katastrophen. Andere Möglichkeiten von Gegenmaßnahmen wie Geburtenkontrolle, Energieeinsparung, Lebensweise usw. erwähnt er gar nicht. Und das Geoengineering ist doch ein faule Hoffnung wie das mit der Lagerung des Atommülls. Die Befürchtungen der Anderen schiebt er einfach zur Seite. So scheint er leider einfach dem Mainstream der Mehrheit und der großen Parteien zu folgen, die nicht an ein Umsteuern denken wollen und somit leichtfertig große Risiken in Kauf nehmen. Es ist zwar richtig, dass niemand die Entwicklung mit Sicherheit vorher sagen kann. Aber die Lebensklugheit sollte eigentlich jedem sagen, dass die riesigen Mengen von fossilen Brennstoffen und anderen Schadstoffen), die wir dauernd in unsere Umwelt entlassen, dieser schaden könnten und das auch tun wie jeder anhand der Gletscherschmelze sehen kann. Im eigenen Interesse würden wir z.B. besser unseren Lebensstil ändern. Solches hat der Herr Professor jedoch leider ausgeblendet.

Dietrich Strohmaier

In Saarbrücken Klimawandel ohne Verursacher?

 

 


Veranstaltung des Stadtteilforums Alt-Saarbrücken


Das Stadtteilforum Alt-Saarbrücken hatte zum 18.1.2012 eingeladen. Dabei informierte die Stadt Saarbrücken über den Klimawandel. Führende Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung berichteten vor zahlreichen Interessierten über die zu erwartenden Starkregen und Hitzeperioden. Die Stadt wolle vor allem mit Frischluftschneisen und Stadtbegrünung dagegen angehen. Für Überschwemmungen des Fischbachs wie etwa im Juli 2009 empfahl sie Rückstauklappen. Ganz kurz tauchte einmal auf, dass die mittlere Temperatur auf der Erde im Jahr 2100 bis zu 4 Grad C höher als 2000 sein könnte. Andere Untersuchungen kommen auf Werte bis 6 Grad C. Die Ursachen und Auswirkungen einer solchen Entwicklung wurden noch nicht einmal angesprochen geschweige denn behandelt Hier hätte man den Anwesenden klar machen können, dass die meisten von ihnen durch ihre umweltschädliche Lebensweise - etwa Lustreisen mit Auto, Flugzeug, Kreuzfahrtschiff, Bus, Fleisch-Völlerei, Konsum und mehr die Probleme, die bekämpft werden sollen, selbst mit verursachten. Es ist doch ganz offensichtlich: Alle, die so leben, sind für die jetzt schon spürbaren und die auf uns zukommenden, nicht mehr vermeidbaren Folgen mit verantwortlich. Und das tun wir alles ohne Notwendigkeit da wir auch bequem auf ökologische Weise leben könnten. Z.B. einfach eine höhere Ökosteuer, Bio-Lebensmittel und dafür weniger Unnötiges. “Geiz ist geil” war in. Daraus könnte “Geiz ist tödlich” werden. Die genannten Folgen werden nämlich weit über Hitze, Starkregen oder Stürme hinausgehen. Die jetzt schon spürbare weltweite Destabilisierung des Klimas wird auch zu entsprechenden Katastrophen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen führen, gegen die ganz andere Schutzmaßnahmen erforderlich wären als die hier von der Stadt ins Auge gefassten. Im letzten Krieg baute man auch eifrig Bunker, die aber letztlich nicht die Menschen vor dem Unglück bewahren konnten. 1999 war man in Saarbrücken schon weiter als die Stadt die Lokale Agenda ins Leben - zurückgehend auf die 1992 in Rio de Janeiro weltweit beschlossene Agenda - gerufen hat und an der zunächst einige Hundert Menschen mitarbeiteten letztlich aber resigniert aufgaben. Damals schon ging man davon aus, dass der Klimawandel sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich und sozial angegangen werden müsse. Die Devise lautete „Global denken – lokal handeln“. Dass die jetzige Einstellung eher „Lokal denken – lokal handeln“ heißt, zeigen die dünnen Rezeptchen der Stadt.

Heftig wurde zudem über das Bauvorhaben am Franzenbrunnen diskutiert. Einerseits bemüht sich die Stadt um Frischluftschneisen und Begrünung andererseits würde sie ohne Skrupel ein wertvolles Biotop und eine vorhandene Grünzone zerstören. Die Einwendung des Umweltamtes, die Frischluft käme nicht der Innenstadt zugute, erscheint ziemlich kurzsichtig oder gar zynisch.
Der Vorschlag eines Bürgers, die Heuduckstraße in eine Allee umzuwandeln stieß dagegen auf Interesse..Der BUND begrüßt diese Idee. Diese Straße ist vierspurig und damit unnötig breit. Dies verführt die Autofahrer zum Rasen. Eine Allee wäre leiser, sauberer und sicherer,
Ein weiterer Bürger bemängelte den Einsatz von Laubgebläsen, die nicht nur zu laut sind, unnötig Staub aufwirbelten sowie für die Bediener eine Zumutung sind. Die Leiterin des Grünamtes rechtfertigte den Einsatz mit wirtschaftlichen Erwägungen. Der BUND bezweifelt diese Aussage. Das Grünamt könnte sich eher biologische Maßnahmen überlegen. Müssen wirklich alle Rasenflächen in den Parks im Winter blitzblank sauber sein? Und es sollte beachtet werden, dass durch die stundenlangen Arbeiten im Park auch die Nutzung stundenlang eingeschränkt ist.

Dietrich Strohmaier, 21.01.12

Auto und Menschenrechte

Autofahren und Menschenrechte

Wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist gehe oder fahre ich mit dem Fahrrad – wie viele andere Fußgänger - schon mal bei Rot über die Ampel. Eine Ampel ist ja ein Mittel zur Verkehrssteuerung und kein Gessler-Hut (Schiller, Wilhelm Tell). Manchmal gibt es dann Kritik von Anderen – besonders von Autofahrern. Es ist zwar löblich, sich für unsere Rechtsordnung einzusetzen – doch warum nur immer gegen die umweltfreundlichen und schwächeren Verkehrsteilnehmer? Ich sehe keine Kritik an Autofahrern, die Geh- und Radwege zuparken oder gar Radfahrer und Fußgänger töten und zudem noch gewaltige Schäden an unserer Umwelt anrichten. Für Autofahrer ist es auch ganz normal, in Staus oder vor roten Ampeln Radfahrern und Fußgängern ihr Abgas ins Gesicht zu blasen und Lärm zu machen. Was steckt wohl hinter einer derartigen Kritik an der harmlosen Ordnungswidrigkeit und der Duldung der so schädlichen Normalität? Eine alte Weisheit besagt, dass wer mit einem Finger auf Andere zeigt drei davon auf sich selbst richtet. Das ist leider typisch für unsere Selbstgerechtigkeit: Wir fordern zwar lautstark die Einhaltung der Menschenrechte weltweit treten wir diese aber selbst ständig mit Füßen, indem wir etwa durch unsere umweltzerstörerische Lebensweise – Autofahren, Fliegen, Billigfleisch usw. – nicht nur uns selbst sondern alle Anderen auf dieser Erde mit schädigen. Alle. die sich daran beteiligen sollten sich darüber im klaren sein was sie damit langfristig sich und anderen antun und sich nicht über Nichtigkeiten aufregen.

Dietrich Strohmaier

Weltklimatag 2011

Anlässlich des Weltklimatags sowie der Klimakonferenz in Durban demonstriert der BUND zusammen mit anderen Gruppen am Samstag, dem 3.12.11 von 11 bis 17 Uhr auf dem Gustav-Regler-Platz (am Rathaus St.Johann) in Saarbrücken.
Wir weisen darauf hin, dass wir Menschen in der Gesamtheit für eine gewaltige Erwärmung der Erde sorgen, die die Lebensverhältnisse auf unserer Erde verändern und dadurch unsere Lebensgrundlagen gefährden. Schon in wenigen Jahren könnten uns Ereignisse blühen, die Leben und Wohlstand bedrohen.
Dies Entwicklung ist relativ langsam gemessen an unserer Lebenszeit, aber schnell gemessen an der unserer Population.
Wir können es schon sehen und fühlen, z.B. dieser vergangene, extrem warme und trockene November, die schmelzenden Gletscher und Eisfelder usw.
Offensichtlich sind die Menschen in ihrer Mehrheit nicht klug genug, sich darauf einzustellen.
Ich hoffe, dass die hier Demonstrierenden selbst das Klima wenigstens nicht so stark schädigen wie die Mehrheit. Maßstab ist die persönliche CO2-Bilanz. Im Durchschnitt liegt diese bei 11 t pro Mensch und Jahr. Um einen Anstieg von 1,5 Grd. C nicht zu überschreiten, dürften es aber höchstens 2 t sein. Eine gewaltige Diskrepanz! Schon jetzt ist abzusehen, dass der Temperaturanstieg wesentlich höher ausfallen wird. Im letzten Jahr ist der CO2-Ausstoß sogar um 6% gestiegen.
Wir appellieren üblicherweise an unsere Regierungen, dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet werden. Das ist leider nicht der Fall, noch nicht einmal bei der deutschen. Wir brauchen nur anzusehen wie etwa die Autobranche und der Kohlekraftwerksbau gehätschelt werden.
Stattdessen müsste etwa die Steuer auf Energie weltweit stark erhöht werden. Das ist aber nicht zu erkennen.
Dies ist auch nicht verwunderlich, da bei uns ja die Mehrheit leider eine entsprechende umweltfeindliche Regierung wählt. Ich erinnere daran wie die Grünen vor Jahren für ihren Vorschlag 5 DM pro Liter Benzin abgestraft wurden.
Die Mehrheit wählt nicht nur umweltfeindlich sie verhält sich auch so. Die Verbraucher kaufen und fahren schließlich die Autos und die anderen schädlichen Produkte. Ohne sie würde es dies alles nicht geben.
Wenn die Mehrheit aber sich so umweltschädlich verhält: Wie sollen wir dann mit diesen Mitmenschen umgehen? Wenn wir nicht still vor uns hinleiden wollen müssen wir wenigstens unsere “Schniss” aufmachen und uns äußern. Dies tun wir hiermit sichtbar und vernehmbar. Ich fordere alle auf, sich dem anzuschließen sowie sich mit mit dem auf uns zukommenden Gefahren zu befassen und das Verhalten auf umweltfreundlich umzustellen.
Dies bedeutet zuedem nichts anderes, dass wir Umweltschützer uns seelisch so verändern müssen, dass wir solche Auseinandersetzungen bestehen können.
Aber die Mehrheit muss ebenfalls lernen, sich umzustellen. Sonst werden die Naturgesetze ihnen eine gesalzene Rechnung präsentieren.

Dietrich Strohmaier

Neue Oberbürgermeisterin in Saarbrücken

Neue Oberbürgermeisterin in Saarbrücken

Die bisherige Oberbürgermeisterin C.Britz ist auch die neue. Bei nur 35% Wahlbeteiligung erhielt sie 57% der Stimmen. Also nur 20% der Stimmberechtigten haben sie bestätigt. Wir vom BUND Saarbrücken sowie die BI Franzenbrunnen haben sie wahrscheinlich nicht gewählt. Wir sind gegen “ihre” Projekte Stadtmitte am Fluss und Franzenbrunnen. Ist die Stadtmitte am Fluss jetzt legitimiert? Immerhin haben 6,3% der Wähler für die FDP gestimmt, die sich eindeutig dagegen ausgesprochen hatte. Wie denken die 65% Nichtwähler darüber? An den neu aufkommenden Gruppierungen wie “Occupy Saarbrücken”, der Piratenpartei jetzt in Berlin oder Stuttgart 21 sehen wir, dass es in der Gesellschaft rumort. Viele sind offenbar nicht mehr damit einverstanden was die Gewählten tun. Leider scheinen die Vertreter dieser Bewegungen noch nicht richtig zu wissen, was sie überhaupt wollen. Die Folgerung für solche Menschen kann doch nur lauten, sich zu informieren und sich dann gezielt selbst einzubringen. Dazu muss man sich mindestens mit den Zusammenhängen beschäftigen. Wir vom BUND tun dies schon lange mit dem wichtigsten Thema der Menschheit, dem Schutz unserer Lebensbedingungen. Die Erkenntnisse hieraus helfen, seinen eigenen Standpunkt etwa auch zu den genannten Projekten zu finden. Wir können nur allen raten, sich dem anzuschließen. Es wäre zudem schon viel geholfen wenn sich die Menschen auch in anderen wichtigen Gruppierungen wie den Parteien einbringen und dafür sorgen, dass ihre Belange dort entsprechend vertreten werden. Dies scheint bisher noch nicht genügend der Fall zu sein. Die Parteien behaupten zwar immer wieder sie würden sich für mehr Bürgerbeteiligung einsetzen. Mit der gescheiterten Lokalen Agenda 21 oder den Schein-Beteiligungen an Stadtmitte am Fluss und Franzenbrunnen haben sie gezeigt, dass sie dies nicht wirklich wollen.

Dietrich Strohmaier

Presseerklärung Franzenbrunnen

Saarbrücken, 24.09.2011
Presseerklärung
der Ortsgruppe Saarbrücken des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), Landesverband Saar e.V.

 

Die von der Stadt Saarbrücken geplante Bebauung des Gebiets Franzenbrunnen in Alt-Saarbrücken veranlasst energischen Protest. Die Stadt will hier das bisher im wesentlichen nbebaute, natur- und stadtnahe Erholungsgebiet für zahlreiche Ein- und Zweifamilienhäuser sowie eine Kindertagesstätte erschließen und verkaufen. Weder aber besteht dafür eine erkennbare, noch erst recht eine nachgewiesene Wohnungsnot, die für eine weitere Bodenversiegelung vielleicht früher als Rechtfertigung hätte angeführt werden können:
Der bauliche Entwicklungswahn führt dazu, dass in Deutschland jeden Tag etwa 100 ha Grund und Boden neu verbetoniert oder asphaltiert werden. Wir sehen darin kein verantwortbares Verhalten der Planer in Stadt und Land. Gerade auch Saarbrücken weist nämlich eine stark rückläufige Bevölkerungsentwicklung auf. So wird die Stadt nach den Prognosen in absehbarer Zeit noch für vielleicht 160.000 Einwohner
Wohnsiedlungsfläche zur Verfügung stellen müssen gegenüber 190.000 Einwohnern, die noch vor rd. 20 Jahren gezählt wurden.

“Wir Menschen, in Saarbrücken und überall in Deutschland, müssen endlich auch im Bodenverbrauch eine Wende zurück zu Realität und Sparsamkeit finden,” so Godehard Grünewald vom BUND Saarbrücken, denn den natürlichen Boden der Mutter Erde zu versiegeln bewirkt,
… dass der Austausch zwischen der Atmosphäre und dem Boden verhindert wird;
… dass sich unser Klima weiter erwärmt;
… dass die Versickerung des Niederschlagswassers zum Grundwasser gehemmt und
das Regenwasser auf der versiegelten Oberfläche viel zu schnell abläuft und
Hochwassergefahren nur noch erhöht werden;
… dass die gewachsene Fauna und Flora kaputt gemacht wird.
Am Franzenbrunnen soll ein seit über 20 Jahren ökologisch entwickelter Land- und Gartenbaubetrieb ebenfalls der Bebauung geopfert werden, der zudem Arbeitsplätze für schwer vermittelbare, auch behinderte Mitbürger bietet. Die erheblichen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen dieser Einrichtung würden vernichtet.
Eine verantwortbare Planung? Ökologisch? Sozial? “Nein”, sagt Frau Dr. Andrea Wurm vom BUND Saarbrücken. “Hier müssen sich wieder einmal andere, fiskalische Interessen gegenüber den Forderungen von Natur und Umwelt durchgesetzt haben.” Richtig ist nämlich, dass die Stadt diese überwiegend ihr gehörenden Grundstücke nach der Erschließung teuer vermarkten will. Also verschließen die dafür verantwortlichen Akteure bewusst ihre Augen gegenüber Fauna und Flora des Gebiets Franzenbrunnen, wo auf Initiative von engagierten Bürgern nicht nur mindestens eine stark gefährdete Echsenart festgestellt wurde, sondern auch 42 verschiedenen Vogelarten, darunter 36 Brutvogelarten. Noch nicht festgestellt wurde am Franzenbrunnen bisher der bekannte federlose Geier. Dieser sich überall stark vermehrende Vogel kann dafür aber ständig über dem Saarbrücker Rathaus kreisend gesichtet werden.

ViSP Dietrich Strohmaier, BUND Saarbrücken

Lebensstil und Ethik

Im Umweltmagazin 2/2011 des BUND Saar hat Caroline Jung auf den Seiten 32 und 33 sehr deutlich beschrieben, wie übertrieben unser Lebensstil ist. Er gefährde unsere Lebensgrundlagen wir würden davon noch nicht einmal glücklicher. Der ökologische Rucksack oder der ökologische Fußabdruck zeigen ganz deutlich, dass wir unserer Erde zu viel aufbürden. Ihrem Rat, unseren Lebensstil umweltfreundlicher zu machen, kann ich nur beipflichten. Aber es reicht nicht, nur mit gutem Beispiel voran zu gehen. Dazu ist unser gesellschaftliches Umfeld zu sehr von Wachstum und Konsum geprägt. Zudem fehlt den meisten Menschen der Wille und die Kraft, sich zu widersetzen. Die langfristigen schlimmen Folgen werden verdrängt wie jeder das täglich an seinen übergewichtigen, rauchenden und bewegungsarmen Mitmenschen beobachten kann. Sie hoffen, dass es schon nicht so schlimm kommen wird. Doch durch die Naturgesetze werden die schlimmen Folgen – Hunger, Unwetter, Migration usw. - zwangsläufig eintreten. Müssen jetzt diejenigen, die bei dieser Zerstörungsorgie nicht mitmachen, diese einfach erdulden? Das Grundgesetz garantiert allen ihr Lebensrecht. Diese Garantie steht jedoch nur auf dem Papier wie etwa die täglichen Unfallzahlen im Straßenverkehr verdeutlichen. Also ist Widerstand gegen diese Entwicklung geboten. Aber wie könnte dieser aussehen? Als erstes kann ich als Umweltfreund meinen Mitmenschen direkt sagen was Ihr Verhalten mit mir macht. Die Umweltverbände könnten in ihren Aussagen deutlicher werden. Caroline Jungs Appell ist viel zu allgemein und wird kaum jemanden beeindrucken. Die Umweltfreunde könnten zudem sich mehr in den Umweltverbänden und in den Parteien für ein Umschwenken engagieren. Wer sich dazu nicht in der Lage fühlt sollte sich fragen ob sein Leben wirklich in die richtige Richtung geht.

 

Dietrich Strohmaier

Fukushima

Nach Tschernobyl hat nun der GAU im hochindustrialisierten Japan gezeigt, dass die
Kernkraft letztlich nicht beherrscbar und zu teuer ist. Die Vertreter dieser Energieform
nehmen die Gefahren offenbar billigend in Kauf. Nach Fukushima ist es auf jeden
Fall unmoralisch, noch Atomstrom zu kaufen und so die AKWs zu unterstützen. Die
erneuerbaren Energien sind ungefährlich und nachhaltig. Die herrschende Mehrheit
hat es leider viele Jahre lang geschafft, deren Entwicklung mit Nachdruck zu fördern.
Zum Glück scheint sich wenigstens die öffentliche Meinung langsam zugunsten der
erneuerbaren zu drehen.

atomkraftneindanke

Radfahren in Saarbrücken

Wer sich in Saarbrücken auskennt und seine Möglichkeiten nutzt kommt mit dem Fahrrad gut voran. Radfahren ist umweltfreundlich und sollte deshalb eigentlich besonders geschätzt werden; Besonders von den Autofahrern, die ja durch die Radfahrer mehr Platz auf den Straßen haben. Leider ist das bei einigen, von denen man dies am ersten erwarten sollte, noch nicht so der Fall. Etwa bei den Grünen. Die hatten vor über einem Jahr bei den Koalitionsverhandlungen einen Fahrradbeauftragten heraus geschlagen. Bisher ist dieser aber noch nicht bestallt und von Verbesserungen für den Radverkehr nichts zu sehen. Dass die Grünen die notorische Autolobby bei der Opposition nicht überzeugen konnte, ist nicht wirklich überraschend. Dass aber die Unterstützung bei den Koalitionären nicht hoch ist, spricht nicht für ihre Überzeugungskraft. Warum nicht mal die Verwaltung direkt angehen? Etwa mit einer Veranstaltung?

Mit der Unterstützung der „Radlerlobby“ ist es leider auch nicht weit her. Der ADFC hat sich kürzlich in einem von der Saarbrücker Zeitung gerne abgedruckten Brief mit Leisetreterei bemerkbar gemacht. Die bedauernswerten Autofahrer könnten oft die Situation der Radfahrer nicht richtig einschätzen. Die Wirklichkeit sieht leider so aus, dass Autofahrer Radfahrer töten und verletzen und nicht umgekehrt. Es wäre richtiger gewesen, diesen Sachverhalt zu betonen, um den Autofahrern die Gefahr von Unaufmerksamkeit oder Rücksichtslosigkeit zu verdeutlichen.

Leider geht auch unser Bundes-Verkehrsminister Ramsauer hier mit schlechtem Beispiel voran. Er nahm sich die sogenannten „Rüpel-Radfahrer“ vor. Derlei Zeitgenossen sind zwar nicht angenehm; Sie verursachen aber bei weitem nicht so viel Schäden wie die Rüpel-Autofahrer. Letztere dürfen mit Unterstützung von höchsten Stellen mit ihren Renn-Limousinen und Renn-Motorrädern auf unseren von
uns allen bezahlten Straßen rasen und immense Schäden verursachen.