Verfasser-Archiv

Dringend Unterstützung gesucht!

Wir suchen für den Anti-Atom-Montagsspaziergang am kommenden Montag, den 28.3. (und folgende Montage) BUNDler oder andere engagierte Bürger, die das BUND-Banner oder eine Abpfifffahne tragen, den Wagen mit dem Atomfass ziehen, die Beschallungsanlage ziehen, Flugblätter verteilen. Natürlich auch Menschen, die “nur” mitgehen.
Treffpunkt ist ab 17.30 Uhr unterhalb der Schlossmauer Saarbrücken. Ende der Veranstaltung ca. 19.15 Uhr (vor der Europagalerie)
Wer helfen möchte wendet sich bitte umgehend an Petra Petry von der Landesgeschäftsstelle des BUND Saar 0681 813700, petra.petry[AT]bund-saar.de.

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Veganer Brunch, Massentierhaltung und Klimaschutz

Am Sonntag, 20.03. laden die Tierversuchsgegner Saar zu einem veganen Brunch. Anlässlich dazu ein kleiner Bericht zu einem länger zurückliegenden Vortrag über die Umweltfolgen von Massentierhaltung:

Am 21.10.2010 organisierte das Umweltministerium einen Vortrag im Haus der Umwelt zum Thema Massentierhaltung und Klimaschutz. Caroline Jung, Studentin der Nachhaltigkeitswissenschaften an der Universität des Saarlandes, führte aus, dass der Fleischkonsum Schadgase (CO2, Methan, Lachgas) verursache, die weltweit unser Klima stärker als der Verkehr schädigten. Hinzu kämen direkte gesundheitliche Schäden beim Menschen selbst. Der ganze Schrecken, der durch die Massentierhaltung verursacht werde, wurde in berührenden Bildern von gequälten und verendeten Tieren nahe gebracht. Tier- und Umweltschützer waren sich hier einig: Ohne eine Umstellung auf vegetarische oder gar vegane Ernährung ist der Mensch auf dieser Erde gefährdet. Nur der Vertreter des Bauernverbands kritisierte den Vortrag als zu einseitig.

Sind Erdbeben unabhängig vom Menschen?

Der Tsunami, der jetzt Japan getroffen hat, wurde durch ein Erdbeben ausgelöst. Die Umweltzerstörer wiegeln natürlich wieder ab: Die Geologie der Erde werde nicht vom Menschen beeinflusst (wie angeblich ja auch der Klimawandel usw.). Also bestehe kein Zusammenhang zwischen unserer Lebensweise und solchen Ereignissen. Es ist klar: Diese Menschen wollen ihr Verhalten nicht ändern.
Ich weiß natürlich auch nicht wie alles zusammenhängt. Aber als Ingenieur rechne ich wie folgt:
Der Ausdehnungskoeffizient von Gestein liegt etwa zwischen 0,005 und 0,025 mm/m,grd. Nehmen wir an, dass die Erdkruste sich in etwa so verhält, dann dehnt sich die Erde an ihrem 40000 km langen Erdumfang bei 1 Grad Erwärmung um 2 bis 10 m aus.
Ich habe gehört, dass sich die asiatische und die pazifische Scholle vor Japan um etwa 12 cm/Jahr annähern. Das ergibt in 100 Jahren 12 m, also auch in etwa diese Größenordnung. (Dies führt nach Ansicht von Geologen zu Brüchen an den Schollengrenzen, welche sich dann in Beben bemerkbar machen).
Es ist mittlerweile allgemein anerkannt, dass die Erde sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch schnell erwärmt. Man strebt ja an, diese auf 2 Grad zu begrenzen. Das würden sogar Ausdehnungen von 4 bis 20 m bedeuten.
Diese Zahlen zeigen, dass Erderwärmung und Erdbeben durchaus miteinander zu tun haben können.
Selbstverständlich werden die bereits oben erwähnten Umweltzerstörer die Erderwärmung immer noch nicht als menschengemacht anerkennen. Es könnte daher zur Schicksalsfrage für die Menschheit werden ob sie die Zusammenhänge erkennt und ihr Verhalten umweltgerecht gestalten wird.

Lehren aus Fukushima?

Die Reaktorkatastrophe in Japan legt folgende Schlüsse nahe:

o Die diesbezüglichen Warnungen der Umweltbewegungen haben sich bestätigt.

o Es ist zu befürchten, dass sich auch die anderen Befürchtungen - etwa hinsichtlich des Klimawandels - bewahrheiten.

o Die beschwichtigenden Argumente der entsprechenden Industrievertreter und die der betreffenden Verbraucher sind letztlich unzuverlässig.

o Das Hauptargument der Atomlobby, der angeblich unschlagbar niedrige Preis, sollte angesichts der immensen und kaum bezifferbaren Schäden eigentlich komplett hinfällig geworden sein.

o Wie gehe ich damit um, dass die derzeitige Mehrheit auch meine Lebensgrundlagen zumindest gefährdet, wahrscheinlich aber schließlich zerstört?

o Unser Grundgesetz garantiert die körperliche Unversehrtheit. Die derzeitige Mehrheit sorgt aber dafür, dass diese Garantie praktisch wertlos ist. AKWs mit einem Jahrtausende lang strahlenden, lebensgefährdendem Müll dürften keine Betriebserlaubnis bekommen (haben).

o Diejenigen, die umweltgerecht leben (z.B. weniger als 2 t CO2 pro Jahr benötigen) befinden sich in einer Notwehrsituation.

o Diese Lage gebietet zumindest stärkere Worte. Also etwa: Du Atomstrom-Käufer  … usw. gefährdest mich und verletzt mein Menschenrecht.
Und nicht wie bisher üblich: Wir Umweltschützer können den anderen doch keine Vorschriften machen. Wir müssen ihnen die umweltgerechte Lebensweise so positiv darstellen, dass sie diese freiwillig übernehmen.
Wenn wir denen mit dem “erhobenen Finger” kommen wenden die sich ab usw.

o Muss ich denjenigen, die durch den Atomunfall leiden, ihn aber durch ihre Akzeptanz dieser Energie mitverursacht haben, auch noch helfen? Mitleid gewiss. Es wäre noch stärker wenn ich wüsste, dass die Betroffenen den Zusammenhang erkennen. Sonst machen sie ja so weiter.

o Die Befürworter der Atomenergie wollen natürlich keine Diskussion hierüber. Deshalb verschanzen sie sich hinter der Schein-Moral mit dem Argument “im Angesicht der Schäden dies jetzt nicht parteipolitisch auszuschlachten”.
Erstaunlich jetzt die schnelle Einsicht von Schwarz-Gelb, dass die AKWs vielleicht doch nicht so sicher sind.

Streik der GDL

Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) ist eine Sondergewerkschaft mit ca. 20 000 von insgesamt 26000 Lokführern. Mit den augenblicklichen Warnstreiks will sie ihre Stellung gegenüber der anderen großen Gewerkschaft bei den Bahnen ausbauen und sich so besondere wirtschaftliche und soziale Vorteile erstreiten. Sie nimmt dazu in Kauf, dass Menschen nicht rechtzeitig oder gar nicht zu ihrer Arbeit kommen, stundenlang bei Kälte warten müssen oder letztlich doch auf das Auto umsteigen. Diese Geiselnahme von Fahrgästen ist ethisch nicht zu rechtfertigen und schadet letztlich der Umwelt und damit uns allen.
Die Bahn ist ein von der Gemeinschaft getragenes Unternehmen im Sinne des Gemeinwohls. Die Bahnen sind keine Firma, die Produkte herstellt, deren Fehlen nur einigen Konsumenten auffallen würde.
Deshalb halte ich diesen Streik der GDL für einen Missbrauch des Streikrechts. Eine Güterabwägung zeigt mir, dass der mögliche wirtschaftliche Nutzen für diese Arbeitnehmer in keinem Verhältnis zum Schaden für alle steht. Das Risiko für die Streikenden selbst ist außer einem gewissen Verdienstausfall gering. Das Risiko für die Bahnmanager ist ebenfalls gering. Schlimmstenfalls steigen die Kosten was deren Einkommen nicht schmälert aber die Menschen ins Auto treibt. Den Schaden haben allein die Fahrgäste und die Allgemeinheit.
Die Umweltverbände sollten versuchen, dies der GDL zu verdeutlichen. Denn würde das Streikrecht dazu führen, dass ein guter öffentlicher Verkehr nicht mehr möglich sein sollte, müsste es überdacht werden

Autofahrerperspektive in der Saarbrücker Zeitung

Die Saarbrücker Zeitung schrieb am 22.02.2011 folgenden Artikel:

Busse gegen Autos an der Ampel?Stadt testet grüne Welle für den Bus - Das führt zu Staus
Führt eine gezielte Förderung des Busverkehrs durch eine Vorrangschaltung der Ampeln zu unzumutbaren Nachteilen für den Autoverkehr? Diese Frage will die Stadt zurzeit durch einen Test beantworten.
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen
Saarbrücken.
Eine Viertelstunde für 200 Meter im Auto. “Direkt Weltstadtformat” habe das, zürnt Wolfgang Kosiolek. Aber das habe auch einen Vorteil: Wer im Auto sitzt und nicht fährt, kommt zum Nachdenken. Und zum Rechnen. Weil Busse an der Landesversicherungsanstalt (LVA) zwischen Egon-Reinert- und Richard-Wagner-Straße zurzeit durch eine besondere Ampelschaltung Vorrang haben und es dadurch zu Staus für Autofahrer kommt, habe sich seine Fahrzeit von der Arbeit nach Hause “glatt verdoppelt”, sagt Kosiolek.In einem Modellversuch wird zurzeit getestet, ob es sinnvoll ist, Bussen auf bestimmten Strecken in der Stadt Vorfahrt einzuräumen. Dazu werden Ampeln für Busse auf grün geschaltet - automatisch, wie die Sprecherin von Saarbahn&Bus, Sarah Schmitt sagt, nicht dadurch, dass ein Busfahrer auf eine Fernbedienung drückt.
Betroffen ist die Strecke, auf der Busse vom Ilseplatz auf dem Rotenbühl durch die Scheidter Straße und die Richard-Wagner-Straße zur Wilhelm-Heinrich-Brücke unterwegs sind, erklärt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Noch etwa drei Wochen werde diese Testphase dauern, sagt er. Ziel sei “ganz klar die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs”. Wobei die Stadt dieses Ziel nicht um jeden Preis verfolge. Genau deswegen werde das Ampelsteuerungssystem ja nun getestet.Das bedeutet für ein paar Wochen: “Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Staus kommt”, sagt Blug.
“Vielen Dank dafür, denn so konnte ich mir so meine Gedanken machen”, hat Autofahrer Wolfgang Kosiolek in diesen Tagen an die Stadtverwaltung geschrieben.
Zufrieden sei er mit dem Ergebnis dieses Nachdenkens allerdings nicht. Er habe sich zum Beispiel die Zeit genommen, sich das Ganze vom Bürgersteig aus anzusehen und die Länge der Grünphasen zu messen.
“Fazit: Meines Erachtens ist die Grünphase der Martin-Luther-Straße Richtung stadteinwärts immer unnötig zu lang (manchmal passieren sekundenlang gar keine Autos diese Ampel)”, schreibt er. Wenn nun auch noch ein Bus mit Vorrangschaltung komme, sei diese Grünphase noch länger.
“So hatte der auslösende Bus die Haltestelle vor dem Lokal Römerbrünnchen gegenüber der LVA schon wieder verlassen, als die Ampel an der Tankstelle immer noch grün für seine Fahrtrichtung zeigte”, hat Kosiolek beobachtet. Seine Erkenntnis: “Dann verwundert es nicht, dass sich der Querverkehr zurückstaut.”
Er rede hier nicht von kleineren Staus, wie sie immer mal vorkommen, betont Kosiolek. Als er mit seinem Auto vor dem Parkhaus der LVA im Stau stand, habe er “im Rückspiegel das Ende der Schlange schon gar nicht mehr genau orten können”, sagt er. Mindestens bis zum Sachsenweg habe sich der Verkehr gestaut. Kosiolek spricht aus, was andere SZ-Leser, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, auch befürchten: “Die Stadt wird durch diese neue Ampelschaltung noch unattraktiver für Autofahrer.”
Der Sprecher verspricht: Das wolle die Stadt nicht. Man werde bei der Auswertung des Tests auch die Interessen der Autofahrer berücksichtigen.

Unser Kommentar:

Was ist denn das für eine Berichterstattung? Hier kommt lang und breit ein Autofahrer zu Wort, der natürlich keine Einschränkung hinnehmen will. Wo ist ein Busbenutzer? Immerhin kommen 40% der Menschen nicht mit dem Auto in die Stadt. Endlich hat die Stadt sich nach jahrelangem Zögern und Mahnungen von Umweltverbänden sich zu diesem Schritt entschlossen und schon schießt die Sbr. Ztg. dagegen. In Anbetracht des im Gange befindlichen Klimawandels und der Abhängigkeit vom Öl (s. Libyen) sowie der Belastungen in der Stadt durch den übertriebenen Autoverkehr ist dieser Versuch der Stadt zu begrüßen. Ich kann nur hoffen, dass dort langsam eine umweltfreundlichere Einstellung Platz greift.

Dioxin-Skandal

Die Industrie-Lobby ist mal wieder aufgefallen. Um ihren Gewinn zu erhöhen haben sie dem Tierfutter Dioxin-belastetes Abfallfett beigemischt. Es ist ja bekannt, dass die wenigsten Verbraucher, vor allem die Fleischesser, wenig Mitgefühl mit den Tieren haben. Aber dass sie das vergiftete Fleisch dann auch noch selbst essen nur um ein paar Euros zu sparen, ist doch bedrückend. Und dann wählen sie auch noch solche Parteien und Regierungen, die die Lebensmittelkontrollen so ausdünnen, dass praktisch nichts entdeckt wird. Gut waren mal wieder die Bio-Verbraucher dran!

Leerlauf von Motoren

Die Spritpreise sind zu hoch, die Konzerne und der Staat zocken ab tönt es mal landauf landab. Wie oft sehe ich aber Autos, deren Motoren nutzlos im Stand laufen? Auf meine Frage nach dem Warum bekomme ich keine vernünftige Antwort. Eher werden die Menschen ungehalten oder drohen mir gar Schläge an. Als ob diese ein Recht oder gar eine Pflicht zur Schädigung ihres Mitmenschen oder unserer Umwelt hätten. Durch das Abschalten im Leerlauf ließe sich zwar nur eine kleine Menge CO2 vermeiden. Aber es würde signalisieren, dass solchen Fahrern ihr Mitmensch und unsere Umwelt etwas wert ist.

Umweltschutz und Ethik

Am 15. Oktober tagte in Fulda  der Arbeitskreis Ethik. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Prof. Ekhardt, stellte zur Diskussion, ob im BUND eine Kehrtwende erforderlich sei. Die Entwicklung der Umweltschäden - in Deutschland und weltweit – sei alarmierend. Er fragte: „Müssen wir psychologisch und strategisch neue Wege beschreiten, um dem BUND mehr Geltung zu verschaffen?“ Nach anregenden Diskussionen kamen die Teilnehmer, darunter auch der Bundesvorsitzende Hubert Weiger, einmütig zu der Meinung, dass der BUND nicht wie bisher agieren oder argumentieren solle. Wie das weitere Vorgehen aussehen könnte, soll auf weiteren Treffen erarbeitet werden.

Netzwerk Mobilität

Vor fast zwei Jahren hat die Bundesregierung mit 25 Mio Euro die Aktion Klimaprojekt initiiert. Mehrere Verbände, jedoch nicht der BUND, wurden damit betraut. Federführend ist im Saarland die Verbraucherzentrale. Diese hat das „Netzwerk Mobilität Saar“ ins Leben gerufen, an dem sich verschiedene Institutionen, darunter auch der BUND Saar, beteiligen. Das Netzwerk möchte vornehmlich Unternehmen und Organisationen darin beraten, wie sie ihre Mobilität möglichst umweltfreundlich gestalten. So versucht etwa die Stadtverwaltung, ihre Mitarbeiter zum Umstieg auf alternative Mobilität wie Bahn, Bus, Carsharing, Fahrgemeinschaften und Fahrrad zu motivieren. Dies täte der Umwelt und der Gesundheit gut und schont vielfach den Geldbeutel. Für die Firmen läge ein weiterer Vorteil darin, dass sie dann etwa weniger Parkplätze für ihre Mitarbeiter vorhalten müssten.