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Die große Kopulation

Sie wurde auf der Landesebene zwischen CDU und SPD schon vor der Wahl am 25.03.2012 beschlossen. Es bedarf danach auch keiner pränatalen Diagnostik, um die Frage zu beantworten: Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Da es sich um eine zweieiige Zwillingsgeburt handeln wird, stellt sich nur noch die Frage, ob zuerst das Mädchen oder zuerst der Junge durchs Ziel geht. Die Antwort darauf hat jetzt keine besondere Bedeutung mehr. Beide Kinder sind bereits getauft, liegen in trockenen Windeln und ihre Zukunftspläne wurden schon abgekartet. Aber die vorzeitige Niederkunft, nämlich lange vor Ablauf der laufenden Legislaturperiode hat mit einer Million € ihren Preis. Damit könnte zum Beispiel gerade in Saarbrücken einiges zugunsten des Umweltschutzes getan werden, zum Beispiel für die Anlage von Baumgrün. Aber Grünflächen werden hier dezimiert, statt zu pflegen und zu erweitern. Das schreckliche Beispiel des kalten Kahlschlags an der Berliner Promenade (Devise der Stadtplanung: Beton statt grün) ist erschreckend. Eine Rückwärtswende im Natur- und Umweltschutz an vielen Stellen: Der Flächenfraß wird trotz erheblich zurückgehender Bevölkerungszahl immer weiter betrieben. Das ist am Franzenbrunnen so, wo ökologisch wertvolle Grünbestände verplant, zubetoniert und zerstört werden sollen. Das Saarland hätte die dringende Aufgabe, das Landesentwicklungsprogramm Siedlung an die demografische Entwicklung umgehend anzupassen und drastisch nach unten zu korrigieren, um solchen kommunalpolitischen Abenteuern den Boden zu entziehen. Aber an Neubebauung verdient die interessierte Klientel von Grundstücksspekulanten, bestimmten Planern und Baulöwen eben mehr als an Sanierung. Dabei übersieht die politisch eingebundene Klientel geflissentlich, dass nachhaltige Investitionen in die Sanierung von Baubeständen und in eine ökologische Aktivierung und Renaturierung von versiegelten Flächen die eigentliche Aufgabe und Verantwortung der Verantwortlichen in Stadt und Land ist. Der von Kreisen in den Parteien und den ihnen ergebenen Dienern und Dienerinnen in den Verwaltungen gepflegte Unverstand muss aufgebrochen werden. Die mit großer Schau und Selbstbeweihräucherung der Akteure einhergehende Schau des “immer weiter und immer größer” muss endlich enden. Was soll ein neues Wohngebiet jetzt auch noch in Saarbrücken-Bübingen, kilometerweit weg vom Stadtkern? So will es aber Saarbrückens Stadtplanung. Dabei liegt ganz nahe der Innenstadt  die große Freifläche der früheren Ulanenkaserne weitgehend brach und harrt der Entwicklung. Die Stadt kümmert sich nicht darum. Von einer ernsthaften Stadtplanung also auch hier keine Spur!

Ernas Abschied

Mitglieder sind uns wichtig, besonders natürlich dann, wenn sie sich mutig für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzen. So freuen wir uns, dass gerade im letzten Jahr etliche neue Mitglieder zu uns fanden. In Saarbrücken und überall besteht nämlich dringender Bedarf, unsere Ziele zu verfolgen und den politischen und administrativen Akteuren immer dann Druck und Widerstand entgegen zu setzen, wenn deren Planungen und Handlungen unserem Verständnis von einer zukunftsorientierten Umweltpolitik widersprechen. Also ist es unsere Pflicht, umweltschädliche Planungen zu bekämpfen. Das gilt auch zum Gebiet ‘”Franzenbrunnen”, für das die Stadt Saarbrücken eine nicht nur klimaschädliche, sondern auch eine solche Bebauung betreiben will, die dort viele zu schützende Tiere töten würde. Einem einzelnen unserer Fördermitglieder, nennen wir es “Erna”, passte aber nicht, dass wir uns gegen diese Fehlplanung zur Wehr setzen und damit solidarisch mit vielen im weiten Umkreis lebenden Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern handeln. “Erna” trat aus. Lediglich dann wäre gegenüber diesem Austritt Wut angesagt, sollte dieser Abschied einem Druck der Stadt Saarbrücken als Ernas Arbeitgeber geschuldet sein. Dann hätte ihr nämlich der von jedem Menschen in einer demokratischen Gesellschaft zu fordernde “Mut vor Fürstinnenthronen” gefehlt, die Sache des Umweltschutzes tapfer zu vertreten. - Problembewusstsein, gepaart mit Mut, sind allgemein unverzichtbare Bedingungen für erfolgreiche Arbeit. Aber leider müssen wir uns über manche Rückwärtswende im Umweltschutz wundern: Da fallen Frau/Mann wieder öfter im Straßenbild mit Pelzkleidung auf, während sich in den 80er und 90er Jahren fast niemand mit Persianer, Biber, Breitschwanz usw. in die Öffentlichkeit gewagt hätte. Oder, um nur noch ein einziges Beispiel zu nennen, ist es die anscheinend zunehmende Silvesterböllerei, die Menschen und Tiere mit Lärm erschreckt und zudem oft sogar für mehrere Tage -je nach Wetterlage- den Feinstaubgehalt der Luft über alle Grenzwerte erhöht. Doch wenigstens hinsichtlich der gefährlichen Nutzung der Atomkraft scheint wirklich einmal eine nachhaltige Vorwärtswende gelungen. Diese Wende “verdanken” wir letztlich der Katastrophe von Fukushima. Braucht der Mensch also erst immer die ganz große Katastrophe, um Vernunft anzunehmen und Mut zur Änderung zu fassen?

Franzenbrunnen - alternativlos?

Muss dort wirklich gebaut werden? Dieser Meinung frönt eine große Koalition im Saarbrücker Stadtrat. Wir sind aus ökologischen Gründen ganz anderer Ansicht, denn ein dort seit Jahrzehnten in mühevoller Arbeit mit Hilfe von behinderten Menschen in ökologischem Landbau aufgebauter Gartenbetrieb sowie eine stadtnahe Grünzone mit dem Vorkommen besonders geschützter Arten, wie der Zauneidechse mit nachgewiesenen Gelegen, verdienen es, erhalten zu werden. Wenn sich daher eine große Zahl Saarbrücker Bürger gegen den Raubbau an Grund und Boden und Naturzerstörung wehrt, ist das ein hoffnungsvolles Zeichen. Es werden nämlich in Deutschland weiterhin täglich neu 87 ha=870000 m²=124 Fußballfelder Boden versiegelt, d.h. bebaut. Dabei verlangt das Gesetz, dass mit Grund und Boden sparsam und schonend umgegangen werden muss. So gibt es für die Stadt am Franzenbrunnen auch keinen Bauzwang, der vor allem auch nicht aus dem bestehenden Flächennutzungsplan hergeleitet werden kann. Man darf es getrost als Vernebelungsstrategie bezeichnen, wenn die städtische Planungsreferentin, Frau Wandel-Höfer, wie übrigens auch Frau Britz, eine Bebauung quasi im Sinne eines Obligo einfordern und kühn auch noch als alternativlos bezeichnen. Ist es eigentlich verwunderlich, wenn sich immer mehr Bürger angesichts solcher Polittaktik verweigern, an Wahlen teilzunehmen, wie bei der OB-Wahl am 23.10.? Nach jeder Wahl mit geringer Wahlbeteiligung pflegen die gewählten oder nicht gewählten Kandidaten dasselbe Ritual: Sie geben die gewohnten Worthülsen von sich wie etwa, man müsse die Bürger mehr “mitnehmen” oder “Wir müssen mehr zu den Menschen hingehen”, so Originalton Frau Britz am Abend des 23.10. Die Worthülsen, mit denen auch wir Umweltwschützer bedient werden, ärgern uns schon lange. Zum Beispiel kennen wir doch die von Parteien und Kandidaten verkündeten Programme, wonach sie Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften, Abfallvermeidung, Recycling usw. angeblich ganz wichtig nehmen. Was sah man aber im OB-Wahlkampf? Jede Menge hochglanzbeschichtete Zeitungsbeilagen, Handzettel, Werbekarten usw. Die Spitze dieses Mißbrauchs lieferte Hochglanz-Strobel, der mit Glanz und wenig Gloria gescheiterte OB-Kandidat der CDU. Aber auch die grüne Kandidatin war nicht frei von Hochglanzpropaganda. An einem grünen Infostand, vom Autor dieser Zeilen darauf angesprochen, antwortete eine grüne Helferin, dass solche Werbung doch besser sei als Vollplastik zu verwenden!! Da bleibt als Resümee: Wir Bürger wollen nicht “mitgenommen”, sondern endlich ernst genommen werden und zwar alternativlos! Godehard Grünewald

Halberg-Guss, es stinkt weiter!

Halberg-Guss, langjährig in Saarbrücken-Brebach ansässig, ist ein bedeutender Zulieferer der Automobilindustrie. Diese Industrie befindet sich wieder in einem außerordentlichen Aufschwung, die Absatzzahlen steigen, auch und gerade bei den großvolumigen Fahrzeugen, an deren Motoren Halberg-Guss besonders gut verdient. Die Fa. ist aus einer Insolvenz wieder heraus. Die Produktion läuft auf vollen Touren, nur leider verbunden mit den immerwährenden Gestanksbelästigungen, die sich je nach Wetterlage über weite Teile der Stadt ausdehnen. Die Immissionsschutzbehörden (Landesamt, Ministerium) scheinen untätig oder ohnmächtig. Bürgerbeschwerden blieben unter diesen Umständen schon in der Vergangenheit sinn- und nutzlos. Ohne Investitionen der Fa. kann aber wohl keine Verbesserung eintreten. Gegen solche Forderungen wird aber leider einmal mehr das Totschlagargument eingesetzt, keine Arbeitsplätze gefährden zu wollen, immer schön zu Lasten gesunder Umwelt- und Lebensbedingungen!

Godehard Grünewald

Franzenbrunnen, eine peinliche Geschichte

Der Stadtrat hatte in früheren Jahren ein Projekt des Planungsamtes  abgelehnt, am Franzenbrunnen eine grosses Baugebiet zu schaffen, abgelehnt übrigens auch von den GRÜNEN wegen ökologischer Bedenken. Jetzt auf einmal scheint diese Bebauung aber einhellige Unterstützung des Stadtrats zu finden. Dabei argumentiert man, es bestehe dringender Bedarf für neues Wohnbauland in Saarbrücken. Merkwürdig, denn die Bevölkerungszahlen sind im ganzen Saarland inklusive Stadt Saarbrücken stark rückläufig. Wo soll denn jetzt der Bedarf  herkommen? Wir werden dieser Frage mit allem Nachdruck nachgehen, weil jede Überbauung von bisher nicht oder nur unwesentlich genutzten Landschaftsflächen die unselige Versiegelung von Grund und Boden fortsetzt, mit allen negativen Auswirkungen auf die Vegetation, das (Klein-)Klima, Grundwasser, Wasserabfluss usw. Das gilt umso mehr, als das Gebiet Franzenbrunnen von der eilfertigen Stadtspitze hartnäckig als ökologisch völlig unproblematisch bewertet wird. Der Bürgerinitiative sei daher gedankt, gerade in dieser Hinsicht bedeutende Fakten geliefert zu haben, die der Stadtplanung das Gegenteil nachweisen. Das Projekt kann also wahrlich nicht als “Leuchtturmprojekt” gewertet werden, zu dem es der grüne Stadtrat Brück bereits hochstilisiert hat (Wochenspiegel vom 13.07.2011).

Godehard Grünewald

Saarbrücken: Trinkwasser, unsere Saar und die “Stadtmitte”

Zuerst die gute Meldung: Unser Trinkwasser wird in erfreulicher Qualität geliefert. Es ist chemisch und bakteriologisch untadelig und hat einen natürlich-frischen Geschmack. Man kann es aus der Leitung entnehmen und bedenkenlos verwenden, ohne es abkochen zu müssen. Unverständlich also, warum so viele Menschen dennoch Wasser in Flaschen kaufen, vielfach verpackt in gesundheitlich bedenklichem Kunststoff. Die leeren Flaschen landen dann zu allem Überfluss im Abfall. Wasser ist ein empfindliches Gut, will aus Brunnen gefördert und mittels Schutzzonen behütet und in einem ständig unterhaltenen Leitungssystem verteilt und fortlaufend auf seine Qualität überwacht werden. Das alles erfordert viel Umsicht, zumal unser Trinkwasser aus örtlich verschiedenen Brunnen gewonnen wird. Den Mitarbeitern der Stadtwerke gilt unser Dank für ihren Einsatz.
Leider nun aber die schlechten Meldungen zur Saar: Diese ist mit giftigem PCB und Dioxin belastet. Seit weit über einem Jahr gelingt es dem Umweltministerium und dem Landesamt nicht, die Ursachen dieser gefährlichen Verschmutzungen aufzuklären, viel weniger diese abzustellen. Man vernimmt vielmehr nur unverändert die dringende Warnung des Ministeriums, Fische aus der Saar zu verzehren. - In umgekehrtem Verhältnis zu dieser Erfolglosigkeit steht die Hartnäckigkeit, mit der das millionenschwere Bauprojekt “Stadtmitte am Fluss” beworben und gefördert wird. Man kann auf der Seite der Berliner Promenade schon sehr gut das Ergebnis sehen: Die Saar, unser Fluss, ist seiner bis dato wenigstens noch teilweise begrünten Böschung beraubt worden, viele Bäume wurden gefällt und das Flussbett verschmälert und eingemauert: kalt, kahl und kantig, wie es nur PlanerInnen tun können, die wenig auf lebendigem Grün, dafür umso mehr auf der Verwendung von Baustoffen und Beton stehen. Die große Koalition von CDU, SPD, Grünen und Linkspartei befürwortet das alles, weil sie in Saarbrücken ein Prestigeobjekt durchziehen will, koste es, was es wolle. Die grüne Umweltministerin versteigt sich sogar zu der Behauptung, der geplante Autobahntunnel diene dem Hochwasserschutz. Dabei ist das genaue Gegenteil gutachterlich festgestellt. Nur durch aufwändige Abgrabungen bei den Daarler Wiesen soll Retentionsraum für Hochwasser gewonnen werden. Indessen würde dadurch nur ein knapper Ausgleich für den durch Eintunnelung der Autobahn verloren gehenden Stauraum erreicht. Eine wahre Verbesserung des Hochwasserschutzes wäre deshalb nur dann gegeben, wenn diese Abgrabungen zum Istzustand, also ohne Tunnel, den wünschenswerten  *zusätzlichen* Stauraum schaffen. Statt der Propaganda, den die große Koalition der Jasager in Stadtrat und Landtag für das Projekt betreibt, sollten die Bürger befragt werden, ob sie so etwas überhaupt wollen. Warum bekennen sich die Jasager nicht endlich zur Durchführung eines Bürgerentscheids? Direkte Demokratie, ja bitte!!

StadtmitteMai1

StadtmitteMai2

Die Bevölkerungsexplosion, Sarrazin und das Weltklima

Eine einfache Dreisatzaufgabe vorab: Weil heute 6,9 Mrd. Menschen auf der Welt 30,9 Mrd. to/a Kohlendioxid verursachen, wie viele Tonnen werden es dann im Jahr 2050 sein, wenn 9,5 Mrd. Menschen zu erwarten sind? Auch Herr Sarrazin müsste diese Aufgabe sicher lösen können: 42,55 Mrd. to/a. Diese Kohlendioxidfracht wäre dann also noch viel höher als die heutige, die klimaschädlich genug ist. Als umweltverträglich  können nämlich nur etwa 2,5 to/a pro Mensch gelten (vgl. Umweltmagazin Nr. 4/2008, S. 24). Aber Herrn Sarrazin interessiert das alles nicht, jedenfalls dann nicht, wenn die Zahl der Deutschen immer weiter abnimmt . Also gutes Klima nur für Deutsche! Wer bloss ein wenig globale Empathie für die Menschen in unserer einen Welt zu entwickeln vermag, muss vor Sarrazins Zynismus erschrecken. Viele Deutsche sind da viel weiter als Herr S; denn nur ein Rückgang der Geburten bei uns gibt eine Rechtfertigung, die überbordende Fruchtbarkeit in vielen Ländern Afrikas und Asiens als ungesund zu kritisieren und Projekte zu fördern, mit denen in diesen Ländern Aufklärung über Geburtenbeschränkung und Gesundheitsvorsorge betrieben wird. Die deutsche Bevölkerung zählte im Jahr 1852 35,9 Mio. Menschen. Im Jahr 2005 hatten wir dann 82,438 Mio Einwohner. Das entspricht einem Bevölkerungszuwachs von 230% in rund 150 Jahren, also in nur ganzen fünf Generationen. Dieser Trend ist erfreulicherweise seit etwa 1970 gestoppt. Dabei sind wir immer noch ein äußerst dicht besiedeltes Land mit allen Belastungen, die sich daraus für das Klima, die fortschreitende Bodenversiegelung (jeden Tag rd. 80 ha neu!) und überhaupt den Verbrauch der Lebensgrundlagen ergeben. Auch im Saarland sollten sich vielleicht manche “Bevölkerungspolitiker” öfters vor Augen führen, dass sich an der Saar 411 Menschen einen Quadratkilometer Fläche teilen müssen, in Indien aber “nur” 329 .

Menschenmasse

(C) Foto bei  www.mattonimages.de

Neujahrssmog

Alle Jahre wieder kommt der Neujahrssmog. Das Jahr 2011 wurde wiederum mit Raketen und Böllern eingeschossen. Immer noch viel zu viele Mitbürgerinnen und Mitbürger haben schlichtweg ignoriert, was sie damit gegenüber der Umwelt anrichten. So liegt ab der Neujahrsnacht tagelang eine Feinstaub-/Smogglocke über Stadt und Land, werden also hohe Luftschadstoffwerte und natürlich auch Lärm verursacht. Das könnte jedermannfrau wissen, dem nicht gerade pyromane Freude an Krach und buntem Licht den Verstand genommen hat. Das Umweltbundesamt unterstrich nochmals im Dezember die gewaltige, gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung, die die Sylvesterknallerei hervorruft und die den Deutschen alljährlich 100 bis 200 Millionen € wert zu sein scheint. Die Folge: Ein explosionsartiger Schadstoffanstieg, vor allem in den Ballungsräumen und Städten und damit auch in Saarbrücken. Das Umweltbundesamt stellt fest, dass bereits am 1. Tag eines neuen Jahres der Tagesgrenzwert von 50µg/m³ überschritten wird. Es rät dazu, am besten auf diese schädliche Freude zu verzichten, letztlich auch zur Vermeidung von Abfall und Verschmutzung durch die am Boden bleibenden Rückstände von Raketen und Knallern. Alles ist nachzulesen unter: http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/downloads/silvester_pm10.pdf  Um so schlimmer, wenn Menschen, die es nun wirklich besser wissen müssten, den Verzicht auf Böller auch noch als eine gehörige Portion an Lustfeindlichkeit diskriminieren. Dieses Meisterstück an Ignoranz gelang ausgerechnet dem Vorstandsmitglied Wolf von der Aktion 3. Welt Saar, wie in der Saarbrücker Zeitung vom 27.12.2010 nachzulesen war. Entgegen Herrn Wolf hat der Appell “Brot statt Böller” im übrigen auch sehr wohl mit der “dritten” Welt zu tun; denn nicht nur wirkt sich jeder irgendwo auf der Welt erzeugte Smog auf das gesamte Klima aus, sondern kommen 2/3 der bei uns verschossenen Böller und Raketen aus China, Indien, Mittel- und Südamerika unter einem hohen Anteil von Kinderarbeit. Information ist auch hier problemlos möglich, man klicke an: www.dioezese-linz.at unter Aktuelles, 29.12.2010 “Schick ein Lächeln in den Himmel, keine Raketen.” Schade, dass im Namen eines Vereins, der die -häufig immer noch so genannte- “dritte” Welt unterstützen möchte und sich auch zum Beispiel mit uns gegen die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke einsetzt, eine derartige Entgleisung geschehen konnte.

Verkehrsüberwachung, die Stadt Saarbrücken und ihr schwindsüchtiger Haushalt

Normalerweise dürften Maßnahmen der Verkehrsüberwachung und Haushaltssanierung nichts miteinander zu tun haben. Denn die von allen Verkehrsteilnehmern einzuhaltenden Regeln dienen dem Schutz von Menschen, Natur und Umwelt und müssen daher überwacht werden. Deshalb ist es richtig, wenn die Stadt überhöhte Geschwindkeit feststellt und ahndet, weil gerade solche Verstöße eine der Hauptursachen von Verkehrsunfällen darstellen. Dazu sind nun einmal technische Überwachungsgeräte notwendig, die angeschafft und bezahlt werden müssen. Diese Beschaffungen finanzieren sich aber nicht nur selbst, sondern spielen zusätzliche Einnahmen für den maroden Stadthaushalt ein. Soweit so gut. Aber warum erst jetzt? Ging es denn nicht schon in der Vergangenheit darum, unsere Straßen sicherer zu machen? Es kann doch nicht sein, dass erst fiskalische Interessen auslösendes Motiv für die Ahndung von Verstößen sind. Und wie steht es mit der Sanktion von anderen Verkehrsverstößen, die gerade die umweltbewusstesten, aber auch oft die schwächsten Verkehrsteilnehmer treffen, wie Fußgänger, Behinderte, Radfahrer, Eltern mit Kinderwagen? Und das noch durch das wirklich asoziale Verhalten von Fahrzeugführern, die ihr Gefährt ungestraft auf Geh- und Radwegen parken? Hier geschieht in der Innenstadt fast nichts, im übrigen Stadtgebiet überhaupt nichts. Vergleichbares gilt für den immer ärger werdenden Radau, den motorisierte Verkehrsteilnehmer durch aufheulende, hörbar “frisierte” Motoren oder durch aufgedrehte Musikanlagen verursachen und damit viele Mitmenschen schikanieren? Saarbrücken - auch weiterhin rechtsfreier Raum für derart rücksichtslose Zeitgenossen?

Falschparker

© Foto von PIXELIO

Verkehrsüberwachung, die Stadt Saarbrücken und ihr schwindsüchtiger Haushalt.

Normalerweise dürften Maßnahmen der Verkehrsüberwachung und Haushaltssanierung nichts miteinander zu tun haben. Denn die von allen Verkehrsteilnehmern einzuhaltenden Regeln dienen dem Schutz von Menschen, Natur und Umwelt und müssen daher überwacht werden. Deshalb ist es z.B. richtig, wenn die Stadt überhöhte Geschwindkeit feststellt und ahndet, weil gerade solche Verstöße eine der Hauptursachen von Verkehrsunfällen darstellen. Dazu sind nun einmal technische Überwachungsgeräte notwendig, die angeschafft und bezahlt werden müssen. Diese Beschaffungen finanzieren sich aber nicht nur selbst, sondern spielen zusätzliche Einnahmen für den maroden Stadthaushalt ein. Soweit so gut. Aber warum erst jetzt? Ging es denn nicht schon in der Vergangenheit darum, unsere Straßen sicherer zu machen? Es kann doch nicht sein, dass erst fiskalische Interessen auslösendes Motiv für die Ahndung von Verstössen sind. Und wie steht es mit der Sanktion von anderen Verkehrsverstössen, die gerade die umweltbewusstesten, aber auch oft die schwächsten Verkehrsteilnehmer treffen, wie Fußgänger, Behinderte, Radfahrer, Eltern mit Kinderwagen und zwar durch das wirklich asoziale Verhalten von Fahrzeugführern, die ihr Gefährt ungestraft auf Geh- und Radwegen parken? Hier geschieht in der Innenstadt fast nichts, im übrigen Stadtgebiet überhaupt nichts. Vergleichbares gilt für den immer ärger werdenden Radau, den motorisierte Verkehrsteilnehmer durch aufheulende, hörbar “frisierte” Motoren oder durch aufgedrehte Musikanlagen verursachen und damit viele Mitmenschen schikanieren.

Saarbrücken - auch weiterhin rechtsfreier Raum für derart rücksichtslose Zeitgenossen?