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16. Mai 2015

Baumspaziergänge

Filed under: Allgemein — Andrea Wurm @ 09:22

Bäume in Saarbrücken

Aktive des BUND e.V. Saarbrücken werden in diesem Jahr den Bäumen unserer Stadt auf die Spur kommen.

Zwei „Baumspaziergänge“ sind geplant. Der erste befaßt sich mit den Bäumen der Innenstadt. Wo stehen solche, die mangelhaft oder gar nicht gepflegt werden, wo fehlen Bäume, würden aber sehr gut an diesen Standort passen, oder, wo stehen Bäume, die mustergültig umsorgt werden?

Wir bitten Bürger und Bürgerinnen um Informationen und Hinweise, wo Bäume in Saarbrücken wachsen, die besonders beispielhaft für unser erstes Thema sind. Schicken Sie bitte eine Email an Frau Liane Schuler-Lauer (Schuler-Lauer_bund@gmx.de) bis zum 20.5.15.

Der zweite Baumspaziergang wird zu Bäumen der Stadt führen, die sich aufgrund ihrer Art, ihres Alters oder Wuchses besonders hervorheben. Welche Mythen verbinden sich seit altersher mit ihnen, haben sie geheimnisvolle Kräfte, welche Rolle spielen sie in Bräuchen? Diese zweite Begehung ist für Juni oder Juli geplant. Konkrete Details zu beiden Aktionen werden bekannt gegeben.

15. Februar 2013

Lieblingstier-Schutz

Filed under: Allgemein — Dietrich Strohmaier @ 12:07

Die vom Saarland initiierte und finanzierte Tierschutzstiftung sollte sich – wie ihr Name sagt – eigentlich dem Tierschutz verschrieben haben. Als Vertreter des BUND dort merkte ich, dass die sogenannten Nutztiere, die in der Massentierhaltung bekanntlich elend leiden müssen und erbarmungslos abgeschlachtet werden, überhaupt nicht beachtet werden. Es geht dort vor allem um Wild- und Haustiere. Da die Nutztierhaltung zudem eine gewaltige Belastung unserer Umwelt weltweit mit sich bringt wollte der BUND die Tierschutzstiftung bewegen, sich stärker diesem Thema zuzuwenden. Aber die Mehrheit des Stiftungsrats war noch nicht einmal bereit, die sehr zahme „Förderung des Verzichts von Tierprodukte wie Fleisch, Milch und Eier“ zu unterstützen. Man wolle sich doch den Fleischverzehr – etwa den Weihnachtsbraten – nicht verbieten lassen. Selbst der Vorsitzende sah noch nicht einmal einen Zusammenhang zwischen Tierschutz und Vegetarismus. Dabei wäre doch eine vegetarische Ernährung am ehesten geeignet, den Tieren Leid zu ersparen. Also sind diese Menschen nur Lieblingstier-Schützer, die aber die Massentiere in ihrem Elend allein lassen. Ich sehe hier gespaltene Persönlichkeiten wie ich sie als Umweltschützer in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft mit entsprechenden Nachteilen für alle beobachte. Es wäre schön wenn auch Umweltschützer immer das leben würden was sie predigen. Leider sehen auch die Parteien, die die Tierschutzstiftung letztlich tragen,  keinen Anlass, daran etwas zu ändern. Deshalb sollten die Menschen, die etwas für die Tiere und den Umweltschutz tun wollen, möglichst wenig tierische Produkte kaufen. Sie tun zudem etwas für ihre Gesundheit.

Dietrich Strohmaier

 

 

 

30. Januar 2013

Vertrauen ist gut ….

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 13:29

Unsere Umwelt nimmt in der deutschen öffentlichen Meinung wieder einen sehr hohen Stellenwert ein und steht auf Rang 2 der Wunschliste an die Politik, im Rang nur nach der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise (Umfrage des Umweltbundesamts, Süddeutsche Zeitung vom 19./20.01.2013). Auch von daher ist es verständlich, wenn unsere Parteien gerne Umweltthemen ins Programm nehmen, um „Punkte“=Wählerstimmen zu ernten. Auf unserer örtlichen Ebene gibt es dazu aber nicht gerade immer gute Erfahrungen. Das Gebiet „Franzenbrunnen“ in Alt-Saarbrücken wurde lange Jahre von Schwarz bis Grün als von Bebauung frei zu haltende Tabuzone beworben. Dieses große Areal mit Wiesen, Gärten, Bäumen und Hecken, mit 42 Vogelarten, Fledermäusen  und nicht zuletzt den streng geschützten Zauneidechsen sollte als naturhafte Freifläche nicht überbaut werden. Aber jetzt: Die Parteien sind gegenüber der Stadtplanung eingeknickt. Auch Schwarz und Grün stimmen mit den Roten für das Projekt, dort jetzt weit über 250 Baueinheiten unterzubringen. Der grüne Stadtrat Brück bewirbt es nach den Kommunalwahlen 2009, sogar als „Leuchtturmprojekt“. Ist ihm da irgendeine Erleuchtung gekommen? Vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl! Und dann noch das Beispiel „Stadtmitte am Fluß“ mit Tunnel A620:  Dieses ökologisch und finanziell verheerende Projekt, „SaarGERMANIA“ möchte man es nennen, wollten die Linken nach ihrem Programm im Kommunalwahlkampf 2009 verhindern. Und dann? Wohl von Vater „Oskar“ auf Koalitionskurs mit Rot und Grün gebracht, erheben sie schön brav die (linke) Hand, alle kostenträchtigen Begleitentscheidungen für Aufträge an Planer und Gutachter eingeschlossen. Und diese ihre Zustimmung gaben sie auch für das Projekt der Ausbaggerung im Osthafen, unmittelbar neben dem Naturschutzgebiet der St. Arnualer Wiesen, allein eine Folgemaßnahme für den beabsichtigten Tunnel, durch den gegenüber dem Ist-Zustand Retentionsraum bei Hochwasser der Saar verloren gehen würde. Was lernen wir daraus, Freunde der Erde? Kein blindes Vertrauen walten lassen, sondern halten wir es besser mit der Erkenntnis eines der grossen deutschen Nachkriegspublizisten der jungen Bundesrepublik, der nach einer Wahl seinen Kommentar einleitete: „Es wird nie soviel die Unwahrheit gesagt, wie vor einer Wahl und nach einer Jagd.“ Also weiter „Waidmannsheil“ allen männlichen wie weiblichen Jägern und Wahlbewerbern!

Godehard Grünewald

28. Dezember 2012

Fleischverzehr schadet uns allen

Filed under: Allgemein,Leserbrief — Dietrich Strohmaier @ 21:06

Mein Leserbrief zu dem Artikel „Rotes Fleisch …“ von Ulrike Gonder in der Saarbrücer Zeitung vom 28.12.2012:

Frau Gonder verkürzt das Problem auf den Unterschied zwischen rotem und weißem Fleisch. Dabei weiß inzwischen doch jeder, dass Hormone, Antibiotika usw. in jedem Fleisch schädlich sind. Sie behauptet des weiteren, dass es keinerlei Beweise für die Schädlichkeit des Verzehrs von (rotem) Fleisch gäbe. Das Gegenteil ist der Fall. Alle anderen Probleme wie weltweite Schäden an Klima, Menschen und Böden erwähnt sie mit keinem Wort. Selbst Ihre Zeitung hat etwa am 14.11.2012 darüber berichtet. Die Kaltschnäuzigkeit, mit der etwa das unsägliche Leid unserer „Nutztiere“ übersehen wird, erschreckt mich. Der seelische Verdrängungsprozess führt offensichtlich zum Ausblenden der Wirklichkeit. Dies muss auch so beim Vorsitzenden der Fleischerinnung, Alfons Kratz, der Fall sein; Dieser wollte zur Tierquälerei in dem Interview ebenfalls am 14.11.2012 nichts sagen. Leider liegt er damit auf der Linie vieler angeblicher Tier-Liebhaber und Lieblingstier-Schützer, die nicht nur ihr Tier sondern auch sich selbst mit Fleischprodukten von gequälten Tieren „verwöhnen“.
Was mich desweiteren verwundert ist die Häme, mit der Frau Gonder über Vegetarier und Veganer herfällt. Fehlt ihr auch für diese Menschen jegliches Mitgefühl? Schließlich ist deren Verhalten von einer starken Verantwortung besonders für ihre Mitmenschen getragen. Leider scheint sich die Warnung von Immanuel Kant, dass der Fleischverzehr die Menschen verrohen lasse, zu bewahrheiten.

Dietrich Strohmaier

17. November 2012

„Stadtluft macht frei“, auch in Saarbrücken?

Filed under: Allgemein — Godehard Gr @ 14:21

Ja, warum auch nicht? Wäre nur die Luft reiner und nicht in weiten Teilen so lärmbelastet! Hauptursache: der motorisierte Verkehr. Amtlich eingeräumt ist allein, dass der Schadstoff Stickstoffdioxid(NO2) in der Mainzer Str. mit jedenfalls 43µg/m³ zu hoch liegt und daher Handlungsbedarf gegenüber Brüssel besteht. Denn der Höchstwert, den die Richtlinie 2008/50EG bestimmt, wird überschritten. Gemessen wurde diese Überschreitung ausgerechnet dort in der Mainzer Str., wo diese nur als Einbahnstrasse befahren werden darf und also ein erheblich niedrigeres Verkehrsaufkommen besteht. Allerdings sollen mobil durchgeführte Messungen auch an anderer Stelle in SB Überschreitungen mit NO2 ergeben haben. Aber wie ist es mit Feinstaub, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid usw.? Alles im „grünen Bereich“ der Toleranzgrenzen, so wird berichtet. Die von den Meßstellen ermittelten Werte können unter www.lua.saarlandzur Luftgüteüberwachung abgefragt werden. Übrigens wird in 3m Höhe über dem Boden gemessen, also über den Köpfen der Straßenbenutzer, statt in Kinderwagenhöhe. „Dank“ der Überschreitung des NO2-Wertes in 3m Höhe sieht man sich immerhin verpflichtet, einen Luftreinhalteplan aufzustellen, um kein Vertragsverletzungs-verfahren mit Strafzahlung zu riskieren. Dieser, nur gegen NO2 konzipierte Plan kommt zu einer wahrlich überraschenden Lösung: Da auf der Achse Viktoriastr./Brücke/Eisenbahnstr. in dichter Folge sehr viele Busse des Nah-und Regionalverkehrs fahren, sollen diese für den Dreck in der Luft verantwortlich sein (auch in Burbach, auch in der MainzerStr.?). Das müsse sich ändern, indem solche Busse umgerüstet oder durch Fahrzeuge mit moderner Filtertechnik ersetzt werden sollen. Im übrigen würden bis zum Jahr 2015 ohnehin zunehmend mehr Motorfahrzeuge verkehren, die den Abgasnormen E5 oder E6 entsprechen. Ein wirklich enttäuschendes Ergebnis für eine Arbeit, die das Landesamt seit 2010 beschäftigt und ausgerechnet den öffentlichen Personenverkehr in ein schlechtes Licht stellt, obwohl gerade er die für Luft und Klima grundsätzlich besseren Perspektiven bietet als der motorisierte Individualverkehr. Und eine Chance wurde nicht genutzt, einmal eine grundlegende Analyse mit einem konkreten Handlungsprogramm zu entwickeln ,

< das eine sicherere , beruhigte Benutzung der öffentlichen Straßen und Wege für Fußgänger und Radfahrer erlaubt;

< das den lärmgeplagten Menschen an den besonders verkehrsbelasteten Straßen Entlastung durch (überwachte!)Verkehrsbeschränkungen verschafft, insbesondere während der Nachtzeit;

< das (kostenfreie) Parkplätze am Stadtrand bietet und überhaupt Anreize schafft, nicht mit dem Auto bis in die Stadt zu fahren;

< das eine viel bessere Orientierung der Menschen über die Möglichkeiten eröffnet, den ÖPVN zu benutzen (selbst am Hauptbahnhof, dem sogenannten Eurobahnhof, gibt es keine Zentralinformation, die es erlaubt, Ziele, Strecken und Abfahrzeiten abzufragen!);

< das die motorisierten Krachschläger mit ihren oft auf „sound“ frisierten Fahrzeugen in die Schranken weist und Wege zeigt, wonach der §1 der Straßenverkehrsordnung in Saarbrücken nicht mehr länger eine Lachnummer für diese outlaws darstellt.

< Usw., usw.

Godehard Grünewald 

10. November 2012

Mangelnder Umweltschutz ist unethisch

Filed under: Allgemein — Dietrich Strohmaier @ 11:47

Unsere Rechtsordnung will grundsätzlich dafür sorgen, dass niemand fahrlässig oder gar vorsätzlich geschädigt wird. Bei Körperverletzung oder Raub schreitet die Polizei ein und der Täter wird vom Richter verurteilt. Was aber ist mit denen, die unsere Umwelt schädigen? Auto- und Flugverkehr, Konsum, Fleischverzehr usw. sind allgegenwärtig obwohl sie schwere langfristige Schäden verursachen. Etwa durch das dabei entstehende CO2, das für die Klimaerwärmung verantwortlich ist. Oder durch direkte Auto-Unfälle mit Toten und Verletzten. Der Verursacher wird zwar in diesen Fällen möglicherweise verurteilt. Aber die Ursachen – zu schnelle Autos, Vorbild Autorennen, fehlende Geschwindigkeitsbegrenzung und mehr – werden eher gefördert. Dies führt dazu, dass die
von der demokratisch abstimmenden Mehrheit gebilligte allgemeine Körperverletzung immer weiter geht. Angeblich sollen damit Arbeitsplätze gesichert werden. Sind aber die in Krankenhäusern oder Bestattungsunternehmen wirklich anzustreben? Die Mehrheit -hier die der Autofahrer – richtet insgesamt vermeidbare Schäden an ohne dafür belangt zu werden selbst wenn später sogar unsere Lebensbedingungen zerstört sind. Das ist doch wirklich schädlich und damit unethisch – also unanständig. Davon sind auch die Saarbrücker betroffen und deshalb äußert sich der BUND Saarbrücken dazu.
Wer Umweltschutz wirklich lebt tut dies nicht und handelt deshalb anständig. Das ist auch in vielen anderen Gebieten festzustellen. Etwa bei demjenigen, der nachhaltig wirtschaftet – also zum Beispiel nicht mehr Holz einschlägt als nachwächst. Das Gegenteil beobachten wir jedoch sogar weltweit: Schulden werden nicht zurück gezahlt, Pflanzen werden zu Sprit verarbeitet anstatt zu Nahrung für Menschen, Böden, Wasser und Luft werden vergiftet und mehr. Und daran beteiligt und damit verantwortlich sind alle, die sich am umweltschädlichen Konsum beteiligen; und das sind nicht nur die Produzenten – etwa die Autofirmen, die angeblich keine umweltfreundlichen Autos anbieten würden – sondern auch die Konsumenten, die viel lieber die Dreckschleudern und Krachmacher kaufen und fahren.
Für mich heißt dies: Mangelnder Umweltschutz – also Umweltverschmutzung – schädigt letztlich alle und ist somit unanständig auch wenn das die herrschende Rechtsordnung nicht sanktioniert. Umweltschutz ist ethisch richtig und sollte damit von allen eingefordert werden. Dass dies leider bei den meisten Menschen nicht der Fall ist, führt zu den bekannten Problemen, die wir weltweit beobachten können: Hunger, Krieg, Flüchtlinge usw. Das ist doch wirklich nicht was wir alle wollen, oder doch?

Dietrich Strohmaier

25. Juli 2012

Baustellen in Saarbrücken – zu oft Leidensgeschichten

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 14:59

Es gibt Baustellen, die besser nie begonnen worden wären, jedenfalls nicht in der Art und Weise wie von der Stadt geplant. Gilt zum Beispiel für die „Berliner Promenade“. Leider stimmten die Stadtratsparteien dieser Planung zu, die Grünen eingeschlossen, obwohl neben dem Verlust an (echtem) Grün auch kein barrierefreier Zugang für Fahrräder gegeben ist. Wir vom BUND protestierten bereits 2008 im Planaufstellungsverfahren gegen die Pläne, weil erkennbar war, dass ökologisch wichtiger Grünbestand ohne akzeptabelen Ausgleich dezimiert, kahl-kalte Mauern gebaut und die Saar auch noch ihres Restes an natürlicher Böschung beraubt werden würde. Hier auf unserer Internetseite www.bund-sb.de wiesen wir oft auf diese Mängel hin, nachzulesen im Archiv vom 14.02., 15.05. und 14.11.2009 sowie vom 02.06.2010 und 16.05.2011. Die kalte Scheußlichkeit der „Promenade“ und die verpasste Gelegenheit für eine städtebaulich-ökologisch wertvolle Neugestaltung ist jetzt in natura zu sehen. Das provoziert zu Recht geharnischte Proteste der Bürgerschaft. Gesamtergebnis: Viel verschleudertes Steuergeld für schlechte Leistung! – Resignation herrscht im übrigen bei den Betroffenen auch hinsichtlich anderer, schier endlos dauernder Straßenbaustellen. An den“Römerkreisel“ oder den „Ludwigskreisel“ sei erinnert, jüngst aber auch an die monatelange Sperrung des recht kurzen Abschnitts „Am Kieselhumes“ zwischen Mainzer Str. und Halbergstr. Die damit verbundenen Verkehrsstaus führen zu weiterer Abgas- und Lärmbelastung, schädlich für Menschen und Ökologie. Leider sind aber auch die kraftfahrenden Zeitgenossen oft mitschuldig, weil sie vor roten Ampeln und im Stau die Motoren gedankenlos weiter laufen lassen.- Dennoch zum Schluss eine relativ kleine, aber umso positiver wirkende Maßnahme, nämlich die Befestigung des Weges „Im Bruchhübel“ für Fußgänger und Radfahrer längs der Bahnstrecke zwischen Scheidterstr. bis etwa Senator-Richard-Becker-Str. Eine Fortsetzung bis zum Ostbahnhof wäre eine sinnvolle Investition, auch für eine sichere, umweltfreundliche Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr.

Godehard Grünewald

18. Mai 2012

Papierflut

Filed under: Allgemein — Andrea Wurm @ 09:56

Jeden Mittwoch liegt wieder ein Stapel Altpapier im Hauseingang. Den jemand hergestellt hat, mit Farbe bedruckt, gefaltet, verteilt. Und den jemand entsorgen muss. Damit er wenigstens im zweiten Anlauf einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann. Zweimal schon habe ich angerufen, um „Die Woch“ und den „Wochenspiegel“ abzubestellen. Das Schild „Bitte keine Reklame“ schützt mich mittlerweile vor „Die Woch“. Aber den Wochenspiegel legen die Verteiler als Stapel vor die Haustür.

Ähnlich ist es mit „Das Blaue“. Wozu es neben dem Verzeichnis der Telekom noch ein weiteres Telefonbuch geben muss, war mir immer schon ein Rätsel. Warum dieses dann aber auch noch in zwei bis drei Büchern, verpackt in Plastikfolie, stapelweise in den Hauseingängen abgelegt werden muss, werde ich nie begreifen. Ich brauche diese Telefonbücher nicht, mir reicht alle zwei oder drei Jahre eins von der Telekom. Wenn ich nicht sowieso im Internet nach der gesuchten Nummer recherchiere. Ich möchte auch nicht wöchentlich acht Werbeprospekte erhalten, die ich dann zum Papiercontainer tragen muss, ohne einen einzigen Blick hineingeworfen zu haben.

Doch ungefragt werde ich wie alle Bewohner meines Hauses, meiner Straße, meiner Stadt, meines Landes mit hochwertigem Müll zugeschmissen, der Unmengen von Ressourcen verbraucht und zum großen Teil nur auf Straßen und in Treppenhäusern herumliegt. Es gibt deutlich effizientere Methoden (vor allem weniger energieintensive), Informationen zu demjenigen zu bringen, der sie braucht. Gerade die Entwicklung von Internet, E-Mail und Handy haben dazu beigetragen, dass zwar immer noch Energie, aber insgesamt deutlich weniger Ressourcen verbraucht werden müssen (jedenfalls wenn man nicht jedes Jahr ein neues Handy kauft) – und trotzdem können sich die meisten Menschen über alles informieren, was sie zu wissen wünschen. Jemand ohne Internetzugangsmöglichkeit wird sicher dankbar sein für Telefonbücher, Wochenspiegel und Werbeprospekte. Also gebt denjenigen, die es brauchen und wollen, die Möglichkeit, Informationen auf Papier zu bekommen. Aber verschont alle anderen und vor allem unsere begrenzten Ressourcen damit, unnötige Verschwendung, Belästigung und Vermüllung zu betreiben!

26. April 2012

Tag gegen Lärm 2012

Filed under: Allgemein — Andrea Wurm @ 08:06

Am 25. April war der Tag gegen Lärm. Der BUND Saarbrücken spricht sich zu diesem Anlass entschieden dafür aus, die Lärmbelästigung weitmöglichst zu reduzieren. „Gerade jetzt im Frühling höre ich wieder die Motorradfahrer auf der mindestens einen Kilometer entfernten Straße. Sie lassen absichtlich ihre Motoren aufheulen!“ sagt Dietrich Strohmaier, der Sprecher des BUND Saarbrücken. „Es reicht ihnen meist auch nicht, die normalen Motorgeräusche zu produzieren, sondern die Maschinen werden getunt, damit sie besonders laut sind.“ Es gebe mittlerweile sogar Sounddesigner, die neuen Vehikeln einen satten Klang verliehen, fügt Andreas Heine hinzu. Die Auswirkungen auf die Anwohner der Straßen spielten dabei offensichtlich keine Rolle. Doch nicht nur auf der Straße werde Lärm erzeugt: „Anstatt Herbstlaub vom Gehweg zu kehren oder auf dem Rasen zusammenzurechen, werden motorbetriebene Gebläse eingesetzt, die nicht nur Krach machen, sondern auch die Luft verpesten und fossile Brennstoffe verbrauchen.“ beklagt sich Andrea Wurm.

Der BUND sehe sich als Anwalt der Menschen in der Landeshauptstadt, die jeden Tag notgedrungen die verschiedensten Geräusche wahrnehmen müssten, ohne ihnen ausweichen zu können. Dietrich Strohmaier fordert daher: „Gerade weil so viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, ist es notwendig, Lärm auf das absolute Minimum zu reduzieren, da er nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigt, sondern sogar gesundheitsschädlich ist. Der Tag gegen den Lärm bietet die notwendige Stille, um mit einer Mahnung gegen Lärm Gehör zu finden!“ 

14. Februar 2012

Die große Kopulation

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 16:48

Sie wurde auf der Landesebene zwischen CDU und SPD schon vor der Wahl am 25.03.2012 beschlossen. Es bedarf danach auch keiner pränatalen Diagnostik, um die Frage zu beantworten: Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Da es sich um eine zweieiige Zwillingsgeburt handeln wird, stellt sich nur noch die Frage, ob zuerst das Mädchen oder zuerst der Junge durchs Ziel geht. Die Antwort darauf hat jetzt keine besondere Bedeutung mehr. Beide Kinder sind bereits getauft, liegen in trockenen Windeln und ihre Zukunftspläne wurden schon abgekartet. Aber die vorzeitige Niederkunft, nämlich lange vor Ablauf der laufenden Legislaturperiode hat mit einer Million € ihren Preis. Damit könnte zum Beispiel gerade in Saarbrücken einiges zugunsten des Umweltschutzes getan werden, zum Beispiel für die Anlage von Baumgrün. Aber Grünflächen werden hier dezimiert, statt zu pflegen und zu erweitern. Das schreckliche Beispiel des kalten Kahlschlags an der Berliner Promenade (Devise der Stadtplanung: Beton statt grün) ist erschreckend. Eine Rückwärtswende im Natur- und Umweltschutz an vielen Stellen: Der Flächenfraß wird trotz erheblich zurückgehender Bevölkerungszahl immer weiter betrieben. Das ist am Franzenbrunnen so, wo ökologisch wertvolle Grünbestände verplant, zubetoniert und zerstört werden sollen. Das Saarland hätte die dringende Aufgabe, das Landesentwicklungsprogramm Siedlung an die demografische Entwicklung umgehend anzupassen und drastisch nach unten zu korrigieren, um solchen kommunalpolitischen Abenteuern den Boden zu entziehen. Aber an Neubebauung verdient die interessierte Klientel von Grundstücksspekulanten, bestimmten Planern und Baulöwen eben mehr als an Sanierung. Dabei übersieht die politisch eingebundene Klientel geflissentlich, dass nachhaltige Investitionen in die Sanierung von Baubeständen und in eine ökologische Aktivierung und Renaturierung von versiegelten Flächen die eigentliche Aufgabe und Verantwortung der Verantwortlichen in Stadt und Land ist. Der von Kreisen in den Parteien und den ihnen ergebenen Dienern und Dienerinnen in den Verwaltungen gepflegte Unverstand muss aufgebrochen werden. Die mit großer Schau und Selbstbeweihräucherung der Akteure einhergehende Schau des „immer weiter und immer größer“ muss endlich enden. Was soll ein neues Wohngebiet jetzt auch noch in Saarbrücken-Bübingen, kilometerweit weg vom Stadtkern? So will es aber Saarbrückens Stadtplanung. Dabei liegt ganz nahe der Innenstadt  die große Freifläche der früheren Ulanenkaserne weitgehend brach und harrt der Entwicklung. Die Stadt kümmert sich nicht darum. Von einer ernsthaften Stadtplanung also auch hier keine Spur!

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