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28. Dezember 2012

Fleischverzehr schadet uns allen

Filed under: Allgemein,Leserbrief — Dietrich Strohmaier @ 21:06

Mein Leserbrief zu dem Artikel „Rotes Fleisch …“ von Ulrike Gonder in der Saarbrücer Zeitung vom 28.12.2012:

Frau Gonder verkürzt das Problem auf den Unterschied zwischen rotem und weißem Fleisch. Dabei weiß inzwischen doch jeder, dass Hormone, Antibiotika usw. in jedem Fleisch schädlich sind. Sie behauptet des weiteren, dass es keinerlei Beweise für die Schädlichkeit des Verzehrs von (rotem) Fleisch gäbe. Das Gegenteil ist der Fall. Alle anderen Probleme wie weltweite Schäden an Klima, Menschen und Böden erwähnt sie mit keinem Wort. Selbst Ihre Zeitung hat etwa am 14.11.2012 darüber berichtet. Die Kaltschnäuzigkeit, mit der etwa das unsägliche Leid unserer „Nutztiere“ übersehen wird, erschreckt mich. Der seelische Verdrängungsprozess führt offensichtlich zum Ausblenden der Wirklichkeit. Dies muss auch so beim Vorsitzenden der Fleischerinnung, Alfons Kratz, der Fall sein; Dieser wollte zur Tierquälerei in dem Interview ebenfalls am 14.11.2012 nichts sagen. Leider liegt er damit auf der Linie vieler angeblicher Tier-Liebhaber und Lieblingstier-Schützer, die nicht nur ihr Tier sondern auch sich selbst mit Fleischprodukten von gequälten Tieren „verwöhnen“.
Was mich desweiteren verwundert ist die Häme, mit der Frau Gonder über Vegetarier und Veganer herfällt. Fehlt ihr auch für diese Menschen jegliches Mitgefühl? Schließlich ist deren Verhalten von einer starken Verantwortung besonders für ihre Mitmenschen getragen. Leider scheint sich die Warnung von Immanuel Kant, dass der Fleischverzehr die Menschen verrohen lasse, zu bewahrheiten.

Dietrich Strohmaier

15. April 2010

Antwort der Grünen auf unsere Wünsche

Filed under: Allgemein,Leserbrief,Politik — Sabrina @ 10:58

Dies ist die Antwort der Grünen auf unsere Wünsche an die Parteien im Saarbrücker Stadtrat:

Saarbrücken, 12.03.10

Wünsche an die Parteien im Saarbrücker Stadtrat

Lieber Dietrich Strohmaier,
vielen Dank für deine Mail vom 5.3., in der du uns die Wünsche des BUND Saarbrücken an den Saarbrücker Stadtrat auflistest.

Rot-rot-grün will und wird auch mehr für die Umwelt und die Verbesserung der Lebensqualität in Saarbrücken tun als man das von der bisherigen schwarz-gelben Koalition gewohnt war.

Nicht zuletzt der Öffentlichkeitsarbeit der grünen Stadtratsfraktion ist es zu verdanken, dass die Funktion des Verantwortlichen für Energie und Klimaschutz seit Mai 2009 wieder besetzt ist, nachdem CDU und FDP diese Stelle bereits gestrichen hatten. Energiemanagement und Klimaschutz sind jetzt wieder im Amt für Klima- und Umweltschutz integriert und bilden mit den Themenbereichen Luftreinhaltung und Lärmschutz eine Abteilung, die aufgrund des rot-rot-grünen Koalitionsvertrages jetzt noch durch das Thema Mobilität ergänzt wird.
Somit werden die Umweltbelange deutlich gestärkt.

Weiterhin setzen wir auf eine engere Verzahnung von Bau- und Umweltdezernat, damit ökologische Kriterien zukünftig im Bau- und Verkehrsbereich einen größeren Stellenwert bekommen. So wird zukünftig bei Bauvorhaben das Umweltamt frühzeitig in die Planungen mit eingebunden, um mögliche Fehlentwicklungen in Bezug auf Natur- Umwelt- und Klimaschutz bereits im Planungsansatz zu vermeiden.

Im Koalitionsvertrag sind konkrete Ziele für eine CO2-Reduktion (Reduzierung von 40% in der gesamten Landeshauptstadt) definiert, die durch Energieeinsparung und den Ausbau erneuerbarer Energien erreicht werden sollen. Die Stadt Saarbrücken hat das Konjunkturprogramm des Bundes genutzt und führt derzeit bei vielen Schulen energetische Sanierungen der Gebäude durch, die den Energieverbrauch mehr als halbieren. Häufig kommen dabei auch erneuerbare Energien zum Einsatz, z.B. erhält die Wiedheckschule in Brebach nicht nur einen Vollwärmeschutz sondern auch eine große Photovoltaikanlage. Dort, wo die Stadt Saarbrücken selbst keine Photovoltaikanlagen baut, stellt sie die Dachflächen für Investoren oder Bürgersolarkraftwerke zur Verfügung.

Es ist aber auch beabsichtigt, in der Bauleitplanung schärfere Energieeffizienzkriterien durchzusetzen, so könnten zukünftig Neubaugebiete im Passivhausstandard realisiert werden.

Derzeit arbeitet das Umweltamt an einem Klimaschutzkonzept zur Senkung der Kohlendioxidemissionen. Die ersten Teile des Konzeptes werden sich mit den öffentlichen Schulgebäuden und Kindertagesstätten beschäftigen, dazu kommt ein Modellprojekt „Klimaneutraler Zoo“. Danach werden sukzessive alle wichtige Bereiche abgearbeitet, damit wir unseren lokalen Beitrag zum maximale 2°C Ziel beitragen (in Angleichung an das Ziel, den maximalen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 2°C zu begrenzen).

Zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels, insbesondere der Belastung durch Hitzeperioden ist eine stärkere Durchgrünung der Stadt und das Freihalten bzw. Neuschaffen von Ventilationsbahnen unausweichlich.
Gleiche Aufmerksamkeit erhalten der Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung sowie die Ausweitung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt.

Deshalb unterstützen wir die Strategie der Stadtwerke zum Bau kleinerer Stromerzeugungsanlagen in Kraftwärmekopplung, da dadurch die Energieeffizienz gegenüber Großkraftwerken noch einmal gesteigert wird. Beim Fuhrpark werden bereits heute enge Energieeffizienzkriterien gesetzt, wir sehen hier ein großes Potenzial für die Nutzung von Elektrofahrzeugen.
Eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) gehört als Forderung zu uns Grünen, wie „Topf und Deckel“ zusammengehören. Die Erreichung des Ziels der ökologischen Verkehrswende erfordert ein abgestimmtes und vernetztes Vorgehen mit einer großen Zahl von Akteuren. Dazu ist geplant, die strategische Verkehrsplanung der LHS neu auszurichten, weiterzuentwickeln und entsprechend zu personalisieren.

Auch und gerade mit dem viel diskutierten Projekt „Stadtmitte am Fluss“ wollen wir

Grünen eine grundsätzliche Verkehrswende einleiten sowie eine konsequente Ausrichtung des Projektes an dem Stadtentwicklungskonzept der Stadt.

Wichtig ist, dass das, was im Stadtentwicklungskonzept an Nachhaltigkeitsprinzipien richtig dargestellt ist, beim Projekt „Stadtmitte am Fluss“ noch konsequenter realisiert wird. Wenn von Seiten der EU-Beamten auf das Emissionsproblem an den Tunnelmündern hingewiesen wurde, stellt sich für uns zwingend die Frage, wie dies zu beseitigen bzw. zu vermindern ist. Hier gibt es nur eine Möglichkeit: Der Individualverkehr muss reduziert bzw. vermieden werden.

Wir Grünen regen damit erneut an, mehr Verkehr auf Saarbahn, Bus sowie Rad zu verlagern. Auch sind viele Ziele in der Stadt gut zu Fuß zu erreichen.

Die Ziele und Vorgaben der EU zu Stadtmitte am Fluss sind am ehesten mit der Strategie einer nachhaltigen Verkehrsplanung zu erreichen.

Wir halten es allerdings nicht für sinnvoll, die Ausgaben für dieses Projekt gegen andere ebenfalls wichtige und notwendige Maßnahmen auszuspielen. Stadtmitte am Fluss zusammen mit einer echten Verkehrswende hin zu weniger Autos in der Stadt und mehr ÖPNV und Fahrradverkehr sind für uns das Ziel.
Deshalb ist in der Vereinbarung der rot-rot-grünen Bündnisparteien auch das Bekenntnis zur einer fahrradgerechten Stadt enthalten. Bis 2015 wollen wir den Anteil des Radverkehrs von 3 auf 10 Prozent steigern. Die im Veloroutenkonzept der LHS beschriebenen Maßnahmen werden zügig umgesetzt. Zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur ist im Investitionshaushalt ein Etat in der Höhe von 10% des Straßenbauetats eingesetzt. Eine entsprechende Personalisierung in Form einer Vollzeitstelle für den Fahrradbeauftragten zeigt, dass der Radverkehr im rot-rot-grünen Bündnis wesentlich aufgewertet wird.

Ebenso den Ausbau der Saarbahn wird das rot-rot-grüne Bündnis voranbringen. Dies kann aber nur gelingen, wenn sich das Land bereit erklärt, die innerstädtischen Saarbahnverkehre finanziell zu unterstützen.

Deine Frage am Schluss der „Wunschliste“, warum der Beethovenplatz nicht wieder ein Park werden kann, können wir nur so beantworten: Mehr Grün in der Stadt ist durchaus wünschenswert und notwendig, aber für eine erneute Diskussion um die zukünftige Nutzung des Beethovenplatzes sehen wir im Augenblick keinen günstigen Zeitpunkt.
Allerdings- und das sollte an dieser Stelle nicht verschwiegen werden – ist die Sanierung des Saarbrücker Haushaltes die entscheidende Voraussetzung dafür, dass Saarbrücken handlungsfähig ist und bleibt. Alle Entscheidungen und Initiativen des Saarbrücker Bündnisses stehen daher unter dem Vorbehalt der finanziellen Umsetzbarkeit.

Wir hoffen, mit diesen Ausführungen gezeigt zu haben, dass wir schon viele der vom BUND Saarbrücken aufgeführten Maßnahmen gegen den Klimawandel und für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Saarbrücken umgesetzt bzw. in die Wege geleitet haben.
Falls du weitere Fragen und Anmerkungen hast, freut sich unser bau- und verkehrspolitische Sprecher der Fraktion Guido Vogel-Latz als auch der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Jürgen Meyer auf ein persönliches Gespräch mit dir.
Wir würden uns freuen, wenn unsere Antwort ähnliche öffentliche Aufmerksamkeit erfahren würde wie die Wünsche des BUND Saarbrücken an die Parteien im Saarbrücker Stadtrat.
Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Wacht, Fraktionsgeschäftsführerin

21. November 2009

BUND – mehr Mut!

Filed under: Leserbrief — Dietrich Strohmaier @ 10:23

Dies ist eine Replik auf den Kommentar von Prof. Dr. Weiger im BUNDmagazin 4-09.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Weiger,

mit Ihrem Kommentar liegen Sie auf der bisherigen Linie des BUND sowie vieler anderer Umweltverbände. Sie appellieren vornehmlich an die gewählten Institutionen wie Parteien und Regierungen. Diese können und sollen aber das umsetzen wofür die Wähler sie gewählt haben. Und das war jetzt schwarz-gelb und nicht etwa grün. Wenn Sie wirklich Änderungen wollten müssten Sie die Wähler ansprechen und möglichst überzeugen. Aber das gilt auch für die Verbraucher. Und da ist der BUND doch sehr vorsichtig und restriktiv. Es müsste endlich klar gesagt werden, dass es  zumindest unanständig ist, die Lebensgrundlagen des Mitmenschen zu zerstören. Es ist zwar gesellschaftlicher Konsens, dass man niemand verletzen darf. Aber gemeinschaftlich – durch die Mehrheit – sieht man das nicht so eng. (Ähnlich wie der gemeinsame Überfall auf die Sowjetunion 1940 mit 20 Mio. toten Russen nie geahndet wurde).
Derartiges Verhalten ist natürlich auch selbstmörderisch – aber das ist jedermanns eigenes Ding. Mit dem Motto „Das ist aber schädlich wenn Du ….“ ist es jedenfalls für mich nicht getan. Ich befasse mich jetzt schon 10 Jahre mit dem Thema und bekomme als Sprecher des BUND Saarbrücken vor Ort mit wie schwach der BUND eigentlich ist. Den „Roll-Back“ – wie Sie schreiben – zu verhindern wird so nicht möglich sein.

14. Juli 2009

Energiesparen

Filed under: Allgemein,Energie,Leserbrief — Dietrich Strohmaier @ 14:30

Leserbrief an Saarbrücker Zeitung

Hallo Redaktion „Beilage Energiesparen“,

Zu Ihrem Artikel „Wissen zahlt sich aus“ in der Beilage „Energie sparen“
vom 27./28.6.2009 merkt der BUND Saarbrücken (BUND = Bund für Umwelt-
und Naturschutz in Deutschland) an:

Eine Reihe der Tipps zum Energiesparen sind durchaus in Ordnung:
Solarradio (von Belang?), Wasser für Spül-/Waschmaschine aus der
Warmwasseranlage (ist in USA seit Jahrzehnten üblich), dreifach
verglaste Fenster, Umwälzpumpen bedarfsmäßig zuschalten, korrekte
Heizkurven. Eine gewisse Bedeutung für die CO2-reduktion könnte
allerdings nur der Anschluss der Spül-/Waschmaschinen an den
Warmwasserkreislauf bekommen. Die hohen Mehrkosten schrecken allerdings
ab. Diese sind allerdings nicht gerechtfertigt wie das beispiel USA zeigt.
Die Vorschläge „Heizung nie ganz aus“ und „Nur zweimal täglich
aufheizen“ sind allerdings bedenklich da sie nicht zu
Energieeinsparungen führen werden. Die Wärmeverluste eines Hauses können
nur reduziert werden durch Absenkung der Temperaturen an der Außenwand
entweder durch niedrigere Innentemperaturen oder bessere Isolierung.
Und das wird mit dem vorliegenden Vorschlag nicht erreicht.

Unser Mitglied Dietrich Strohmaier hatte Ihnen einen Vorschlag gemailt,
den Sie unerwähnt ließen, nämlich fast gar nicht zu heizen. Das würde
ganz klar wirklich etwas bringen. Dass sie das unerwähnt ließen spricht
nicht gerade für Ihre Beilage. Wir vermuten, dass das Ihren
Kooperationspartnern (z.B. Energis) möglicherweise nicht recht sein
wird. Denn schließlich leben diese vom Verkauf von Energie.

Insgesamt sehen wir in Ihrer Beilage einen grundsätzlich begrüßenswerten
aber letztlich zu zögerlichen Ansatz, der selbst bei Befolgung
durch alle kaum etwas bringt. Der CO2-Ausstoß muss möglichst schnell von
durchschnittlich 11 t/Kopf, Jahr auf 2,5 t gesenkt werden. Wenn Sie das
nicht einmal thematisieren betreiben Sie nur Augenwischerei.Die
Bedeutung dieses Themas sehen Sie daran, dass sich sogar der G8-Gipfel
mit den maßnahmen gegen den Klimawandel befasst hat.

Einen sehr guten Energiespartipp kennen Sie wie die meisten: Kleinere,
langsamere Autos weniger fahren. Doch wenn wir Ihre Motor-Beilage
betrachten: Nach wie vor Verherrlichung des Autos alter Prägung. Kein
Wort über die Erfordernisse der heutigen Zeit. So entwerten Sie Ihr
Blatt leider selbst.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich A. Strohmaier

23. Januar 2009

Leserbrief zur „Abwrackprämie“

Filed under: Leserbrief,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 00:25

Leserbrief an die Saarbrücker Zeitung:

Mit dem Steuergeld wird über die „Abwrackprämie“ auch noch der schädliche Autoverkehr gefördert. Einige aus der großen Koalition lügen sich das sogar noch als „Umweltprämie“ zurecht. Hieran wird deutlich wie krank unsere herrschende Klasse und deren Unterstützer und Wähler sind. Schamlos bedient sie sich an öffentlichen Geldern hat aber keine Skrupel, etwa den Kindern die Schulspeisung zu verweigern. Solche Menschen sind so krank wie Nikotin-, Alkohol- und Drogensüchtige. Sie erwirken sich und ihren Mitmenschen vor allem Chaos und Leid. Für diese ist es auch selbstverständlich, Schulden zu machen, also sich von den anderen das Geld für ihre Sucht zu besorgen. Die Staatsschulden steigen und steigen. Geld zu bekommen ist leicht, es dann aber wieder zurück zu zahlen ist viel schwerer. Was hätten wir schon alles mit den unnötig ausgegebenen Zinsen finanzieren können!

14. Oktober 2008

Weiterbau der Saarbahn könnte die Umwelt stärker entlasten

Filed under: Leserbrief,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 18:30

Im Lokalteil der Saarbrücker Zeitung am 14.10.08

Zum Artikel „Im Namen des Herrn unterwegs“ (SZ vom 22. September)

Der jetzige Konflikt zwischen der Geschäftsführung von Saarbahn&Bus und den Betriebsräten macht deutlich, dass die ehemaligen „Saartallinien“ in der Saarbrücker Verkehrspolitik keine gute Rolle spielen. Beamtendenken und gewerkschaftlicher Klüngel auf Kosten der Steuerzahler prägen das Bild. Dies ist meine ganz persönliche Erfahrung. Ergebnis zum Beispiel: Trotz hoher Zuschüsse aus anderen als städtischen Steuergeldern hat das Projekt Saarbahn den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) kaum vorangebracht. Die Umwelt in und um Saarbrücken wurde nicht wie geplant von den schädlichen Folgen des Autoverkehrs entlastet. Das Projekt stockt, wie jeder an der brachliegenden neuen Strecke zwischen Riegelsberg und Etzenhofen sieht. Die Stadt hat nicht das Geld hierzu. Der von den beiden großen Parteien im Stadtrat beherrschte Aufsichtsrat des Unternehmens hat die Situation mitverschuldet. Wieso meinen die Saarbrücker, sie könnten den ÖPNV im Saarland organisieren? Es ist schon lange bekannt, dass der ÖPNV wie etwa der Straßenbau Geld kostet. Der saarlandweite Verkehr ist Aufgabe der Landesregierung. Diese ist aber nach wie vor autozentriert und lässt den ÖPNV schleifen. So meistert das Saarland seine Probleme nicht.

20. September 2008

SZ-Leserbrief zu „Vattenfall testet CO2-freies Kraftwerk“

Filed under: Energie,Leserbrief — Dietrich Strohmaier @ 17:53

Originalversion eines am 20.9.2008 in der Saarbrücker Zeitung veröffentlichten Leserbriefes unseres BUND-Aktivisten Dietrich Strohmaier:

Zu Ihrem Artikel „Vattenfall testet CO2-freies Kraftwerk“ vom 9.9.2008 meine Meinung:

Möglicherweise wäre es eines Tages möglich, einen Teil des CO2 so zurückzuhalten wie es die Kraftwerkbetreiber verkünden. Doch wenn ich den technischen Aufwand sehe und den Mehrverbrauch an Energie frage ich mich: Und das soll billiger sein als alternative Energie aus Sonne, Wind und Biomasse?

Zukunftsfähig ist es sowieso nicht, weil die Kohle ausgehen wird. Das Tollhaus Energiesituation wird hier wieder deutlich: Anstatt, dass wir schon vor Jahrzehnten angefangen hätten, die alternativen Energien systematisch zu entwickeln, haben wir aus angeblichen Preisgründen darauf verzichtet und weiter auf fossile Energien gesetzt mit allen negativen Folgen.

Stattdessen steckten wir unser Geld in den Bergbau, in die Landwirtschaft, in den Konsum usw. und geben es zudem lieber den Saudis, Russen und anderen. Die Menschen scheinen jegliches Maß verloren zu haben. Sie träumen vom Biosprit, vom Wasserstoff und von den Erfindungen, die angeblich von den Großen in den Schubladen gehalten werden.

Das erinnert mich doch stark an den letzten Krieg als die Menschen bis zuletzt von den Wunderwaffen träumten, mit denen der Krieg doch noch gewonnen werden könnte. Am Ende steht dann doch irgendwann die Erkenntnis, dass man auch in der Energiefrage falsch taktiert hat.

Da passt es dann, wenn ein Bundeswirtschaftsminister kürzlich kleinlaut verkündete, er könne doch nichts an den Ölpreisen ändern. Eine Bankrotterklärung. Nach dem Krieg haben die Alliierten uns Deutschen die Waffen aus der Hand genommen. Ich sehe niemanden in der näheren Zukunft, der uns Menschen auf der ganzen Welt die Waffen gegen unsere Umwelt wegnehmen könnte.

Anmerkung des Leserbrief-Verfassers: Mir fällt auf, dass die Saarbrücker Zeitung die Hinweise auf Verbindungen zu den Vorgängen während der Nazizeit – in obigem Originaltext per Streichung hervorgehoben – stets aus meinen Briefen streicht. Wieso weiß ich nicht.

Dietrich Strohmaier

31. Oktober 2006

Alternative Treibstoffe für Autos

Filed under: Leserbrief,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 17:26

In dem Artikel „Hohe Benzinpreise umgehen“ hatte Wolfgang Willems am 11.9.06 in der Saarbrücker Zeitung über eine Schau mit Autos für alternative Treibstoffe berichtet. Hierzu habe ich wie folgt Stellung genommen:

Ich vermisse eine Aussage über den „Loremo“, ein Auto, das nur 1,5 l/100 km verbrauchen soll, ebenfalls ausgestellt war und sich guten Zuspruchs erfreute. Es ist leicht, arbeitet mit konventioneller Technik und soll 11 000 Euro kosten. Ein solches Auto würde den Geldbeutel entlasten, dem Klima und unserer politischen Lage jetzt eher helfen als die anderen eher exotischen Antriebe.

Das Hybrid-Auto bringt bei hohem Aufwand kaum Ersparnis. Wasserstoff ist (noch) viel zu teuer. Erdgas ist billiger als Benzin/Diesel und erzeugt immerhin 20% weniger CO2, ist aber ein fossiler Energieträger und deshalb nicht nachhaltig.

Ethanol ist der einzige nachwachsende Kraftstoff und hat deshalb Zukunft. Wenn allerdings später einmal die Besitzenden die Äcker beanspruchen werden, damit der Rohstoff dafür angebaut werden kann, müssen die Armen um ihre Nahrungsgrundlage fürchten.

Dietrich A. Strohmaier

2. Oktober 2006

SZ-Leserbrief bzgl. Autofahren

Filed under: Leserbrief,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 19:04

Zu dem Artikel „Man zweifelt am Herrgott“ von Anja Kernig in der Saarbrücker Zeitung vom 10.8.2006 hier mein Leserbrief, der auch abgedruckt wurde:

Es ist anzuerkennen, dass die Sbr. Ztg. sich dem Thema Autounfälle über das Leid, das Menschen dadurch widerfahren kann, zuwendet. Zwar berichtet sie fast täglich über Tote und Verletzte im Straßenverkehr und in ihrer wöchentlichen Autobeilage feiert sie geradezu die schnellen und schädlichen Autos. Aber das das Leid und den Schaden für alle blendet sie meistens aus.

Ich frage mich darüber hinaus warum die durch Autos verkrüppelten und geschädigten Opfer – soweit sie überhaupt noch leben – nicht stärker zu Wort kommen oder sich zu Wort melden.

Die Menschen, über deren durch das Autofahren erzeugte Leid in Ihrem Artikel berichtet wird, meinen zwar, sie müssten am „Herrgott zweifeln“. Es ist aber nicht der „Herrgott“, der fährt sondern es sind die Menschen. Niemand muss Auto fahren. Es gibt andere Verkehrsmittel oder ich lasse es sein.

Ich selbst habe z.B. kein Auto. So vermindere ich das Risiko, mir oder anderen einen erheblichen Schaden zuzufügen. Außerdem beteilige ich mich so nicht an der Unmweltzerstörung und den weltweiten politischen Verwicklungen durch den Zwang, Öl beschaffen zu müssen.

Und niemand ist gezwungen, zu rasen, Spritfresser zu kaufen oder gar nur zum Vergnügen herum zu gondeln.

Als Ingenieur plädiere ich für umweltfreundlichere Formen des Verkehrs. In anderen Ländern beschäftigt man sich schon mit der „Vision Zero“ – wie erreiche ich Null Verkehrstote.

Dietrich A. Strohmaier

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