bund-sb.de Die Webseiten der Saarbrücker BUND-Ortsgruppe

30. Januar 2013

Vertrauen ist gut ….

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 13:29

Unsere Umwelt nimmt in der deutschen öffentlichen Meinung wieder einen sehr hohen Stellenwert ein und steht auf Rang 2 der Wunschliste an die Politik, im Rang nur nach der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise (Umfrage des Umweltbundesamts, Süddeutsche Zeitung vom 19./20.01.2013). Auch von daher ist es verständlich, wenn unsere Parteien gerne Umweltthemen ins Programm nehmen, um „Punkte“=Wählerstimmen zu ernten. Auf unserer örtlichen Ebene gibt es dazu aber nicht gerade immer gute Erfahrungen. Das Gebiet „Franzenbrunnen“ in Alt-Saarbrücken wurde lange Jahre von Schwarz bis Grün als von Bebauung frei zu haltende Tabuzone beworben. Dieses große Areal mit Wiesen, Gärten, Bäumen und Hecken, mit 42 Vogelarten, Fledermäusen  und nicht zuletzt den streng geschützten Zauneidechsen sollte als naturhafte Freifläche nicht überbaut werden. Aber jetzt: Die Parteien sind gegenüber der Stadtplanung eingeknickt. Auch Schwarz und Grün stimmen mit den Roten für das Projekt, dort jetzt weit über 250 Baueinheiten unterzubringen. Der grüne Stadtrat Brück bewirbt es nach den Kommunalwahlen 2009, sogar als „Leuchtturmprojekt“. Ist ihm da irgendeine Erleuchtung gekommen? Vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl! Und dann noch das Beispiel „Stadtmitte am Fluß“ mit Tunnel A620:  Dieses ökologisch und finanziell verheerende Projekt, „SaarGERMANIA“ möchte man es nennen, wollten die Linken nach ihrem Programm im Kommunalwahlkampf 2009 verhindern. Und dann? Wohl von Vater „Oskar“ auf Koalitionskurs mit Rot und Grün gebracht, erheben sie schön brav die (linke) Hand, alle kostenträchtigen Begleitentscheidungen für Aufträge an Planer und Gutachter eingeschlossen. Und diese ihre Zustimmung gaben sie auch für das Projekt der Ausbaggerung im Osthafen, unmittelbar neben dem Naturschutzgebiet der St. Arnualer Wiesen, allein eine Folgemaßnahme für den beabsichtigten Tunnel, durch den gegenüber dem Ist-Zustand Retentionsraum bei Hochwasser der Saar verloren gehen würde. Was lernen wir daraus, Freunde der Erde? Kein blindes Vertrauen walten lassen, sondern halten wir es besser mit der Erkenntnis eines der grossen deutschen Nachkriegspublizisten der jungen Bundesrepublik, der nach einer Wahl seinen Kommentar einleitete: „Es wird nie soviel die Unwahrheit gesagt, wie vor einer Wahl und nach einer Jagd.“ Also weiter „Waidmannsheil“ allen männlichen wie weiblichen Jägern und Wahlbewerbern!

Godehard Grünewald

25. Juli 2012

Baustellen in Saarbrücken – zu oft Leidensgeschichten

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 14:59

Es gibt Baustellen, die besser nie begonnen worden wären, jedenfalls nicht in der Art und Weise wie von der Stadt geplant. Gilt zum Beispiel für die „Berliner Promenade“. Leider stimmten die Stadtratsparteien dieser Planung zu, die Grünen eingeschlossen, obwohl neben dem Verlust an (echtem) Grün auch kein barrierefreier Zugang für Fahrräder gegeben ist. Wir vom BUND protestierten bereits 2008 im Planaufstellungsverfahren gegen die Pläne, weil erkennbar war, dass ökologisch wichtiger Grünbestand ohne akzeptabelen Ausgleich dezimiert, kahl-kalte Mauern gebaut und die Saar auch noch ihres Restes an natürlicher Böschung beraubt werden würde. Hier auf unserer Internetseite www.bund-sb.de wiesen wir oft auf diese Mängel hin, nachzulesen im Archiv vom 14.02., 15.05. und 14.11.2009 sowie vom 02.06.2010 und 16.05.2011. Die kalte Scheußlichkeit der „Promenade“ und die verpasste Gelegenheit für eine städtebaulich-ökologisch wertvolle Neugestaltung ist jetzt in natura zu sehen. Das provoziert zu Recht geharnischte Proteste der Bürgerschaft. Gesamtergebnis: Viel verschleudertes Steuergeld für schlechte Leistung! – Resignation herrscht im übrigen bei den Betroffenen auch hinsichtlich anderer, schier endlos dauernder Straßenbaustellen. An den“Römerkreisel“ oder den „Ludwigskreisel“ sei erinnert, jüngst aber auch an die monatelange Sperrung des recht kurzen Abschnitts „Am Kieselhumes“ zwischen Mainzer Str. und Halbergstr. Die damit verbundenen Verkehrsstaus führen zu weiterer Abgas- und Lärmbelastung, schädlich für Menschen und Ökologie. Leider sind aber auch die kraftfahrenden Zeitgenossen oft mitschuldig, weil sie vor roten Ampeln und im Stau die Motoren gedankenlos weiter laufen lassen.- Dennoch zum Schluss eine relativ kleine, aber umso positiver wirkende Maßnahme, nämlich die Befestigung des Weges „Im Bruchhübel“ für Fußgänger und Radfahrer längs der Bahnstrecke zwischen Scheidterstr. bis etwa Senator-Richard-Becker-Str. Eine Fortsetzung bis zum Ostbahnhof wäre eine sinnvolle Investition, auch für eine sichere, umweltfreundliche Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr.

Godehard Grünewald

14. Februar 2012

Die große Kopulation

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 16:48

Sie wurde auf der Landesebene zwischen CDU und SPD schon vor der Wahl am 25.03.2012 beschlossen. Es bedarf danach auch keiner pränatalen Diagnostik, um die Frage zu beantworten: Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Da es sich um eine zweieiige Zwillingsgeburt handeln wird, stellt sich nur noch die Frage, ob zuerst das Mädchen oder zuerst der Junge durchs Ziel geht. Die Antwort darauf hat jetzt keine besondere Bedeutung mehr. Beide Kinder sind bereits getauft, liegen in trockenen Windeln und ihre Zukunftspläne wurden schon abgekartet. Aber die vorzeitige Niederkunft, nämlich lange vor Ablauf der laufenden Legislaturperiode hat mit einer Million € ihren Preis. Damit könnte zum Beispiel gerade in Saarbrücken einiges zugunsten des Umweltschutzes getan werden, zum Beispiel für die Anlage von Baumgrün. Aber Grünflächen werden hier dezimiert, statt zu pflegen und zu erweitern. Das schreckliche Beispiel des kalten Kahlschlags an der Berliner Promenade (Devise der Stadtplanung: Beton statt grün) ist erschreckend. Eine Rückwärtswende im Natur- und Umweltschutz an vielen Stellen: Der Flächenfraß wird trotz erheblich zurückgehender Bevölkerungszahl immer weiter betrieben. Das ist am Franzenbrunnen so, wo ökologisch wertvolle Grünbestände verplant, zubetoniert und zerstört werden sollen. Das Saarland hätte die dringende Aufgabe, das Landesentwicklungsprogramm Siedlung an die demografische Entwicklung umgehend anzupassen und drastisch nach unten zu korrigieren, um solchen kommunalpolitischen Abenteuern den Boden zu entziehen. Aber an Neubebauung verdient die interessierte Klientel von Grundstücksspekulanten, bestimmten Planern und Baulöwen eben mehr als an Sanierung. Dabei übersieht die politisch eingebundene Klientel geflissentlich, dass nachhaltige Investitionen in die Sanierung von Baubeständen und in eine ökologische Aktivierung und Renaturierung von versiegelten Flächen die eigentliche Aufgabe und Verantwortung der Verantwortlichen in Stadt und Land ist. Der von Kreisen in den Parteien und den ihnen ergebenen Dienern und Dienerinnen in den Verwaltungen gepflegte Unverstand muss aufgebrochen werden. Die mit großer Schau und Selbstbeweihräucherung der Akteure einhergehende Schau des „immer weiter und immer größer“ muss endlich enden. Was soll ein neues Wohngebiet jetzt auch noch in Saarbrücken-Bübingen, kilometerweit weg vom Stadtkern? So will es aber Saarbrückens Stadtplanung. Dabei liegt ganz nahe der Innenstadt  die große Freifläche der früheren Ulanenkaserne weitgehend brach und harrt der Entwicklung. Die Stadt kümmert sich nicht darum. Von einer ernsthaften Stadtplanung also auch hier keine Spur!

26. Januar 2012

Ernas Abschied

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 20:37

Mitglieder sind uns wichtig, besonders natürlich dann, wenn sie sich mutig für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzen. So freuen wir uns, dass gerade im letzten Jahr etliche neue Mitglieder zu uns fanden. In Saarbrücken und überall besteht nämlich dringender Bedarf, unsere Ziele zu verfolgen und den politischen und administrativen Akteuren immer dann Druck und Widerstand entgegen zu setzen, wenn deren Planungen und Handlungen unserem Verständnis von einer zukunftsorientierten Umweltpolitik widersprechen. Also ist es unsere Pflicht, umweltschädliche Planungen zu bekämpfen. Das gilt auch zum Gebiet ‚“Franzenbrunnen“, für das die Stadt Saarbrücken eine nicht nur klimaschädliche, sondern auch eine solche Bebauung betreiben will, die dort viele zu schützende Tiere töten würde. Einem einzelnen unserer Fördermitglieder, nennen wir es „Erna“, passte aber nicht, dass wir uns gegen diese Fehlplanung zur Wehr setzen und damit solidarisch mit vielen im weiten Umkreis lebenden Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern handeln. „Erna“ trat aus. Lediglich dann wäre gegenüber diesem Austritt Wut angesagt, sollte dieser Abschied einem Druck der Stadt Saarbrücken als Ernas Arbeitgeber geschuldet sein. Dann hätte ihr nämlich der von jedem Menschen in einer demokratischen Gesellschaft zu fordernde „Mut vor Fürstinnenthronen“ gefehlt, die Sache des Umweltschutzes tapfer zu vertreten. – Problembewusstsein, gepaart mit Mut, sind allgemein unverzichtbare Bedingungen für erfolgreiche Arbeit. Aber leider müssen wir uns über manche Rückwärtswende im Umweltschutz wundern: Da fallen Frau/Mann wieder öfter im Straßenbild mit Pelzkleidung auf, während sich in den 80er und 90er Jahren fast niemand mit Persianer, Biber, Breitschwanz usw. in die Öffentlichkeit gewagt hätte. Oder, um nur noch ein einziges Beispiel zu nennen, ist es die anscheinend zunehmende Silvesterböllerei, die Menschen und Tiere mit Lärm erschreckt und zudem oft sogar für mehrere Tage -je nach Wetterlage- den Feinstaubgehalt der Luft über alle Grenzwerte erhöht. Doch wenigstens hinsichtlich der gefährlichen Nutzung der Atomkraft scheint wirklich einmal eine nachhaltige Vorwärtswende gelungen. Diese Wende „verdanken“ wir letztlich der Katastrophe von Fukushima. Braucht der Mensch also erst immer die ganz große Katastrophe, um Vernunft anzunehmen und Mut zur Änderung zu fassen?

4. November 2011

Franzenbrunnen – alternativlos?

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 23:52

Muss dort wirklich gebaut werden? Dieser Meinung frönt eine große Koalition im Saarbrücker Stadtrat. Wir sind aus ökologischen Gründen ganz anderer Ansicht, denn ein dort seit Jahrzehnten in mühevoller Arbeit mit Hilfe von behinderten Menschen in ökologischem Landbau aufgebauter Gartenbetrieb sowie eine stadtnahe Grünzone mit dem Vorkommen besonders geschützter Arten, wie der Zauneidechse mit nachgewiesenen Gelegen, verdienen es, erhalten zu werden. Wenn sich daher eine große Zahl Saarbrücker Bürger gegen den Raubbau an Grund und Boden und Naturzerstörung wehrt, ist das ein hoffnungsvolles Zeichen. Es werden nämlich in Deutschland weiterhin täglich neu 87 ha=870000 m²=124 Fußballfelder Boden versiegelt, d.h. bebaut. Dabei verlangt das Gesetz, dass mit Grund und Boden sparsam und schonend umgegangen werden muss. So gibt es für die Stadt am Franzenbrunnen auch keinen Bauzwang, der vor allem auch nicht aus dem bestehenden Flächennutzungsplan hergeleitet werden kann. Man darf es getrost als Vernebelungsstrategie bezeichnen, wenn die städtische Planungsreferentin, Frau Wandel-Höfer, wie übrigens auch Frau Britz, eine Bebauung quasi im Sinne eines Obligo einfordern und kühn auch noch als alternativlos bezeichnen. Ist es eigentlich verwunderlich, wenn sich immer mehr Bürger angesichts solcher Polittaktik verweigern, an Wahlen teilzunehmen, wie bei der OB-Wahl am 23.10.? Nach jeder Wahl mit geringer Wahlbeteiligung pflegen die gewählten oder nicht gewählten Kandidaten dasselbe Ritual: Sie geben die gewohnten Worthülsen von sich wie etwa, man müsse die Bürger mehr „mitnehmen“ oder „Wir müssen mehr zu den Menschen hingehen“, so Originalton Frau Britz am Abend des 23.10. Die Worthülsen, mit denen auch wir Umweltwschützer bedient werden, ärgern uns schon lange. Zum Beispiel kennen wir doch die von Parteien und Kandidaten verkündeten Programme, wonach sie Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften, Abfallvermeidung, Recycling usw. angeblich ganz wichtig nehmen. Was sah man aber im OB-Wahlkampf? Jede Menge hochglanzbeschichtete Zeitungsbeilagen, Handzettel, Werbekarten usw. Die Spitze dieses Mißbrauchs lieferte Hochglanz-Strobel, der mit Glanz und wenig Gloria gescheiterte OB-Kandidat der CDU. Aber auch die grüne Kandidatin war nicht frei von Hochglanzpropaganda. An einem grünen Infostand, vom Autor dieser Zeilen darauf angesprochen, antwortete eine grüne Helferin, dass solche Werbung doch besser sei als Vollplastik zu verwenden!! Da bleibt als Resümee: Wir Bürger wollen nicht „mitgenommen“, sondern endlich ernst genommen werden und zwar alternativlos! Godehard Grünewald

16. Mai 2011

Saarbrücken: Trinkwasser, unsere Saar und die „Stadtmitte“

Filed under: Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 21:59

Zuerst die gute Meldung: Unser Trinkwasser wird in erfreulicher Qualität geliefert. Es ist chemisch und bakteriologisch untadelig und hat einen natürlich-frischen Geschmack. Man kann es aus der Leitung entnehmen und bedenkenlos verwenden, ohne es abkochen zu müssen. Unverständlich also, warum so viele Menschen dennoch Wasser in Flaschen kaufen, vielfach verpackt in gesundheitlich bedenklichem Kunststoff. Die leeren Flaschen landen dann zu allem Überfluss im Abfall. Wasser ist ein empfindliches Gut, will aus Brunnen gefördert und mittels Schutzzonen behütet und in einem ständig unterhaltenen Leitungssystem verteilt und fortlaufend auf seine Qualität überwacht werden. Das alles erfordert viel Umsicht, zumal unser Trinkwasser aus örtlich verschiedenen Brunnen gewonnen wird. Den Mitarbeitern der Stadtwerke gilt unser Dank für ihren Einsatz.
Leider nun aber die schlechten Meldungen zur Saar: Diese ist mit giftigem PCB und Dioxin belastet. Seit weit über einem Jahr gelingt es dem Umweltministerium und dem Landesamt nicht, die Ursachen dieser gefährlichen Verschmutzungen aufzuklären, viel weniger diese abzustellen. Man vernimmt vielmehr nur unverändert die dringende Warnung des Ministeriums, Fische aus der Saar zu verzehren. – In umgekehrtem Verhältnis zu dieser Erfolglosigkeit steht die Hartnäckigkeit, mit der das millionenschwere Bauprojekt „Stadtmitte am Fluss“ beworben und gefördert wird. Man kann auf der Seite der Berliner Promenade schon sehr gut das Ergebnis sehen: Die Saar, unser Fluss, ist seiner bis dato wenigstens noch teilweise begrünten Böschung beraubt worden, viele Bäume wurden gefällt und das Flussbett verschmälert und eingemauert: kalt, kahl und kantig, wie es nur PlanerInnen tun können, die wenig auf lebendigem Grün, dafür umso mehr auf der Verwendung von Baustoffen und Beton stehen. Die große Koalition von CDU, SPD, Grünen und Linkspartei befürwortet das alles, weil sie in Saarbrücken ein Prestigeobjekt durchziehen will, koste es, was es wolle. Die grüne Umweltministerin versteigt sich sogar zu der Behauptung, der geplante Autobahntunnel diene dem Hochwasserschutz. Dabei ist das genaue Gegenteil gutachterlich festgestellt. Nur durch aufwändige Abgrabungen bei den Daarler Wiesen soll Retentionsraum für Hochwasser gewonnen werden. Indessen würde dadurch nur ein knapper Ausgleich für den durch Eintunnelung der Autobahn verloren gehenden Stauraum erreicht. Eine wahre Verbesserung des Hochwasserschutzes wäre deshalb nur dann gegeben, wenn diese Abgrabungen zum Istzustand, also ohne Tunnel, den wünschenswerten  *zusätzlichen* Stauraum schaffen. Statt der Propaganda, den die große Koalition der Jasager in Stadtrat und Landtag für das Projekt betreibt, sollten die Bürger befragt werden, ob sie so etwas überhaupt wollen. Warum bekennen sich die Jasager nicht endlich zur Durchführung eines Bürgerentscheids? Direkte Demokratie, ja bitte!!

StadtmitteMai1

StadtmitteMai2

17. März 2011

Sind Erdbeben unabhängig vom Menschen?

Filed under: Allgemein,Naturschutz — Dietrich Strohmaier @ 01:32

Der Tsunami, der jetzt Japan getroffen hat, wurde durch ein Erdbeben ausgelöst. Die Umweltzerstörer wiegeln natürlich wieder ab: Die Geologie der Erde werde nicht vom Menschen beeinflusst (wie angeblich ja auch der Klimawandel usw.). Also bestehe kein Zusammenhang zwischen unserer Lebensweise und solchen Ereignissen. Es ist klar: Diese Menschen wollen ihr Verhalten nicht ändern.
Ich weiß natürlich auch nicht wie alles zusammenhängt. Aber als Ingenieur rechne ich wie folgt:
Der Ausdehnungskoeffizient von Gestein liegt etwa zwischen 0,005 und 0,025 mm/m,grd. Nehmen wir an, dass die Erdkruste sich in etwa so verhält, dann dehnt sich die Erde an ihrem 40000 km langen Erdumfang bei 1 Grad Erwärmung um 2 bis 10 m aus.
Ich habe gehört, dass sich die asiatische und die pazifische Scholle vor Japan um etwa 12 cm/Jahr annähern. Das ergibt in 100 Jahren 12 m, also auch in etwa diese Größenordnung. (Dies führt nach Ansicht von Geologen zu Brüchen an den Schollengrenzen, welche sich dann in Beben bemerkbar machen).
Es ist mittlerweile allgemein anerkannt, dass die Erde sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch schnell erwärmt. Man strebt ja an, diese auf 2 Grad zu begrenzen. Das würden sogar Ausdehnungen von 4 bis 20 m bedeuten.
Diese Zahlen zeigen, dass Erderwärmung und Erdbeben durchaus miteinander zu tun haben können.
Selbstverständlich werden die bereits oben erwähnten Umweltzerstörer die Erderwärmung immer noch nicht als menschengemacht anerkennen. Es könnte daher zur Schicksalsfrage für die Menschheit werden ob sie die Zusammenhänge erkennt und ihr Verhalten umweltgerecht gestalten wird.

16. März 2011

Lehren aus Fukushima?

Filed under: Energie,Naturschutz,Politik — Dietrich Strohmaier @ 07:44

Die Reaktorkatastrophe in Japan legt folgende Schlüsse nahe:

o Die diesbezüglichen Warnungen der Umweltbewegungen haben sich bestätigt.

o Es ist zu befürchten, dass sich auch die anderen Befürchtungen – etwa hinsichtlich des Klimawandels – bewahrheiten.

o Die beschwichtigenden Argumente der entsprechenden Industrievertreter und die der betreffenden Verbraucher sind letztlich unzuverlässig.

o Das Hauptargument der Atomlobby, der angeblich unschlagbar niedrige Preis, sollte angesichts der immensen und kaum bezifferbaren Schäden eigentlich komplett hinfällig geworden sein.

o Wie gehe ich damit um, dass die derzeitige Mehrheit auch meine Lebensgrundlagen zumindest gefährdet, wahrscheinlich aber schließlich zerstört?

o Unser Grundgesetz garantiert die körperliche Unversehrtheit. Die derzeitige Mehrheit sorgt aber dafür, dass diese Garantie praktisch wertlos ist. AKWs mit einem Jahrtausende lang strahlenden, lebensgefährdendem Müll dürften keine Betriebserlaubnis bekommen (haben).

o Diejenigen, die umweltgerecht leben (z.B. weniger als 2 t CO2 pro Jahr benötigen) befinden sich in einer Notwehrsituation.

o Diese Lage gebietet zumindest stärkere Worte. Also etwa: Du Atomstrom-Käufer  … usw. gefährdest mich und verletzt mein Menschenrecht.
Und nicht wie bisher üblich: Wir Umweltschützer können den anderen doch keine Vorschriften machen. Wir müssen ihnen die umweltgerechte Lebensweise so positiv darstellen, dass sie diese freiwillig übernehmen.
Wenn wir denen mit dem „erhobenen Finger“ kommen wenden die sich ab usw.

o Muss ich denjenigen, die durch den Atomunfall leiden, ihn aber durch ihre Akzeptanz dieser Energie mitverursacht haben, auch noch helfen? Mitleid gewiss. Es wäre noch stärker wenn ich wüsste, dass die Betroffenen den Zusammenhang erkennen. Sonst machen sie ja so weiter.

o Die Befürworter der Atomenergie wollen natürlich keine Diskussion hierüber. Deshalb verschanzen sie sich hinter der Schein-Moral mit dem Argument „im Angesicht der Schäden dies jetzt nicht parteipolitisch auszuschlachten“.
Erstaunlich jetzt die schnelle Einsicht von Schwarz-Gelb, dass die AKWs vielleicht doch nicht so sicher sind.

10. Januar 2011

Neujahrssmog

Filed under: Allgemein,Naturschutz — Godehard Gr @ 19:37

Alle Jahre wieder kommt der Neujahrssmog. Das Jahr 2011 wurde wiederum mit Raketen und Böllern eingeschossen. Immer noch viel zu viele Mitbürgerinnen und Mitbürger haben schlichtweg ignoriert, was sie damit gegenüber der Umwelt anrichten. So liegt ab der Neujahrsnacht tagelang eine Feinstaub-/Smogglocke über Stadt und Land, werden also hohe Luftschadstoffwerte und natürlich auch Lärm verursacht. Das könnte jedermannfrau wissen, dem nicht gerade pyromane Freude an Krach und buntem Licht den Verstand genommen hat. Das Umweltbundesamt unterstrich nochmals im Dezember die gewaltige, gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung, die die Sylvesterknallerei hervorruft und die den Deutschen alljährlich 100 bis 200 Millionen € wert zu sein scheint. Die Folge: Ein explosionsartiger Schadstoffanstieg, vor allem in den Ballungsräumen und Städten und damit auch in Saarbrücken. Das Umweltbundesamt stellt fest, dass bereits am 1. Tag eines neuen Jahres der Tagesgrenzwert von 50µg/m³ überschritten wird. Es rät dazu, am besten auf diese schädliche Freude zu verzichten, letztlich auch zur Vermeidung von Abfall und Verschmutzung durch die am Boden bleibenden Rückstände von Raketen und Knallern. Alles ist nachzulesen unter: http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/downloads/silvester_pm10.pdf  Um so schlimmer, wenn Menschen, die es nun wirklich besser wissen müssten, den Verzicht auf Böller auch noch als eine gehörige Portion an Lustfeindlichkeit diskriminieren. Dieses Meisterstück an Ignoranz gelang ausgerechnet dem Vorstandsmitglied Wolf von der Aktion 3. Welt Saar, wie in der Saarbrücker Zeitung vom 27.12.2010 nachzulesen war. Entgegen Herrn Wolf hat der Appell „Brot statt Böller“ im übrigen auch sehr wohl mit der „dritten“ Welt zu tun; denn nicht nur wirkt sich jeder irgendwo auf der Welt erzeugte Smog auf das gesamte Klima aus, sondern kommen 2/3 der bei uns verschossenen Böller und Raketen aus China, Indien, Mittel- und Südamerika unter einem hohen Anteil von Kinderarbeit. Information ist auch hier problemlos möglich, man klicke an: www.dioezese-linz.at unter Aktuelles, 29.12.2010 „Schick ein Lächeln in den Himmel, keine Raketen.“ Schade, dass im Namen eines Vereins, der die -häufig immer noch so genannte- „dritte“ Welt unterstützen möchte und sich auch zum Beispiel mit uns gegen die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke einsetzt, eine derartige Entgleisung geschehen konnte.

28. August 2010

Forstschäden im Stadtwald

Filed under: Naturschutz — Andrea Wurm @ 07:43

Hinter dem Leichtathletik-Stadion der Hermann-Neuberger-Sportschule wurden seit dem Frühjahr
auf einer Fläche von etwa der Stadiongröße alle Bäume gefällt, die Wurzelstöcke entfernt und der
Boden planiert. Offenbar wurde dabei mit schwerem Gerät gearbeitet, wie es heutzutage in der
Forstwirtschaft üblich ist und auch von den entsprechenden Berufsgenossenschaften empfohlen
wird. Die Sicherheit der Waldarbeiter ist wichtig, und sie sollte auch soweit irgend möglich
gewährleistet sein. Die schweren Maschinen verdichten nun aber nicht nur den Waldboden,
sondern hinterlassen auch an den nicht gefällten Bäumen Spuren. Die Rinde anderer Bäume ist
an einigen Stellen abgeschabt und es tritt das beschädigte Holz zutage, vor allem dort, wo die
Stämme gelagert und von wo sie dann abtransportiert wurden. Auf dem Fuß- und Radweg entlang
der Straße zwischen den Bushaltestellen Wildpark und Landessportschule kann man diese Spuren
gut erkennen. Es sollte eigentlich für eine nachhaltige Waldwirtschaft selbstverständlich sein, nur
die ausgewählten Bäume zu schlagen und abzufahren, ohne die anderen Gewächse zu schädigen.
Saarbrücken hat einen schönen und ausgedehnten Stadtwald, in dem man das Gefühl hat, ganz
weit weg von allen großen Städten zu sein. Dieser Wald bietet allen Saarbrückern eine wunderbare
Möglichkeit, im Alltag eine Natur zu erleben, in der nicht nur der Mensch im Mittelpunkt steht –
und er wäre es wert, pfleglich behandelt zu werden.

Wunde am Baum

© Foto: Andrea Wurm

Older Posts »

Powered by WordPress