bund-sb.de Die Webseiten der Saarbrücker BUND-Ortsgruppe

30. Januar 2013

Vertrauen ist gut ….

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 13:29

Unsere Umwelt nimmt in der deutschen öffentlichen Meinung wieder einen sehr hohen Stellenwert ein und steht auf Rang 2 der Wunschliste an die Politik, im Rang nur nach der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise (Umfrage des Umweltbundesamts, Süddeutsche Zeitung vom 19./20.01.2013). Auch von daher ist es verständlich, wenn unsere Parteien gerne Umweltthemen ins Programm nehmen, um „Punkte“=Wählerstimmen zu ernten. Auf unserer örtlichen Ebene gibt es dazu aber nicht gerade immer gute Erfahrungen. Das Gebiet „Franzenbrunnen“ in Alt-Saarbrücken wurde lange Jahre von Schwarz bis Grün als von Bebauung frei zu haltende Tabuzone beworben. Dieses große Areal mit Wiesen, Gärten, Bäumen und Hecken, mit 42 Vogelarten, Fledermäusen  und nicht zuletzt den streng geschützten Zauneidechsen sollte als naturhafte Freifläche nicht überbaut werden. Aber jetzt: Die Parteien sind gegenüber der Stadtplanung eingeknickt. Auch Schwarz und Grün stimmen mit den Roten für das Projekt, dort jetzt weit über 250 Baueinheiten unterzubringen. Der grüne Stadtrat Brück bewirbt es nach den Kommunalwahlen 2009, sogar als „Leuchtturmprojekt“. Ist ihm da irgendeine Erleuchtung gekommen? Vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl! Und dann noch das Beispiel „Stadtmitte am Fluß“ mit Tunnel A620:  Dieses ökologisch und finanziell verheerende Projekt, „SaarGERMANIA“ möchte man es nennen, wollten die Linken nach ihrem Programm im Kommunalwahlkampf 2009 verhindern. Und dann? Wohl von Vater „Oskar“ auf Koalitionskurs mit Rot und Grün gebracht, erheben sie schön brav die (linke) Hand, alle kostenträchtigen Begleitentscheidungen für Aufträge an Planer und Gutachter eingeschlossen. Und diese ihre Zustimmung gaben sie auch für das Projekt der Ausbaggerung im Osthafen, unmittelbar neben dem Naturschutzgebiet der St. Arnualer Wiesen, allein eine Folgemaßnahme für den beabsichtigten Tunnel, durch den gegenüber dem Ist-Zustand Retentionsraum bei Hochwasser der Saar verloren gehen würde. Was lernen wir daraus, Freunde der Erde? Kein blindes Vertrauen walten lassen, sondern halten wir es besser mit der Erkenntnis eines der grossen deutschen Nachkriegspublizisten der jungen Bundesrepublik, der nach einer Wahl seinen Kommentar einleitete: „Es wird nie soviel die Unwahrheit gesagt, wie vor einer Wahl und nach einer Jagd.“ Also weiter „Waidmannsheil“ allen männlichen wie weiblichen Jägern und Wahlbewerbern!

Godehard Grünewald

31. Juli 2012

Schlechte Zeiten für die Umwelt

Filed under: Politik — Dietrich Strohmaier @ 20:51

Mit dem Ende der Jamaika-Koalition im Saarland sind die Aussichten für unsere Umwelt schlechter geworden. Die eigentliche Umweltpartei sind die Grünen, die jetzt nicht mehr an der Regierung beteiligt sind und zudem nur noch mit zwei anstatt vorher vier Abgeordneten im Landtag vertreten sind. Immerhin hatte die grüne Umweltministerin in der kurzen Zeit gute Arbeit unter anderem mit dem „Masterplan Energie“ geleistet. Durch undurchsichtiges Taktieren und verschleierte Geldzuwendung eines FDP-Mannes hat der langjährige „Führer“ der Grünen, Hubert Ulrich, die grüne Pflanze fast ganz ausgetreten.
Anstatt, dass diese wie in anderen Ländern immer stärker werden, nimmt ihr Einfluss ständig ab. Dies wirkt sich auch bis nach Saarbrücken aus wo die dortigen Grünen längst von den Ulrich-Leuten beherrscht werden. Dies wäre für die Umwelt nicht so schlimm wenn diese Leute sich wirklich etwas für mehr Umweltschutz erreichen würden. Ihr Hauptanliegen scheint offensichtlich nur der Machterhalt in der Partei zu sein. Mit unethischen Mitteln sichern sie sich ihren Stimmenvorteil in der Partei. Es wurden Mitglieder als solche ausgewiesen, die keine mehr waren. Parteiinterne Untersuchungen verliefen im Sande. Bei Abstimmungen wurden die genehmen Leute, die sonst durch Abwesenheit geglänzt haben, mit Bussen angekarrt. Ferner drängen sie unliebsame Mitglieder aus der Partei, die damit immer mehr geistig verarmt. Umweltschutz ist in erster Linie eine psychische Angelegenheit. Der Antrieb dazu ist ethischer Natur. Wer dazu nicht in der Lage ist kann langfristig nichts erreichen.
Mit den Grünen im Stadrat Saarbrücken hat es schon lange kein Gespräch mehr gegeben. Sie wissen anscheinend schon alles. Das Ergebnis dieses Tuns ist leider, dass zu wenig für die Umwelt geschieht. Trotz eines Radbeauftragten wird etwa die neue Berliner Promenade nicht durchgängig mit dem Rad befahrbar sein obwohl dies bei den Planungen immer vorgesehen war.
Die Piratenpartei hatte in ihrem Wahlkampf mit Umweltschutz geworben und ist auf Anhieb mit vier Mandaten in den Landtag eingezogen. Wir hoffen, dass deren Abgeordnete sich rasch in die schwierigen Sachverhalte einarbeiten werden. Wir haben einen Informationsaustausch angeboten.
Die jetzige schwarz-rote Koalition legt ihr Schwergewicht jedenfalls nicht auf den Umweltschutz sondern eher auf Ankurbelung der Wirtschaft mit nicht nachhaltigen Methoden. Und selbst das dauert Monate bis die Regierung wieder normal arbeitet. Ist das wirklich im Sinne des Gemeinwesens?
Am gravierendsten ist jedoch, dass nach wie vor sich zu wenig mit dem Umweltgedanken befreunden können. Wir sehen das geringe Interesse etwa an unseren Ständen am St.Johanner Markt. Und so fahren die meisten Menschen wie gewohnt mit ihrem umweltschädigenden Verhalten fort: Unnötige Autofahrten und Flugreisen, unnötiger Konsum, Unterstützung der Tierquälerei und der Erderwärmung durch Konsum von Fleisch aus Massentierhaltung usw. Es sieht leider so aus als wollte die Mehrheit es wirklich auf eine Erderwärmung um mindestens 4 Grad drauf ankommen lassen. Wir fürchten, dass die Ergebnisse schlimmer als die eines Krieges sein werden.

Dietrich Strohmaier

25. Juli 2012

Baustellen in Saarbrücken – zu oft Leidensgeschichten

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 14:59

Es gibt Baustellen, die besser nie begonnen worden wären, jedenfalls nicht in der Art und Weise wie von der Stadt geplant. Gilt zum Beispiel für die „Berliner Promenade“. Leider stimmten die Stadtratsparteien dieser Planung zu, die Grünen eingeschlossen, obwohl neben dem Verlust an (echtem) Grün auch kein barrierefreier Zugang für Fahrräder gegeben ist. Wir vom BUND protestierten bereits 2008 im Planaufstellungsverfahren gegen die Pläne, weil erkennbar war, dass ökologisch wichtiger Grünbestand ohne akzeptabelen Ausgleich dezimiert, kahl-kalte Mauern gebaut und die Saar auch noch ihres Restes an natürlicher Böschung beraubt werden würde. Hier auf unserer Internetseite www.bund-sb.de wiesen wir oft auf diese Mängel hin, nachzulesen im Archiv vom 14.02., 15.05. und 14.11.2009 sowie vom 02.06.2010 und 16.05.2011. Die kalte Scheußlichkeit der „Promenade“ und die verpasste Gelegenheit für eine städtebaulich-ökologisch wertvolle Neugestaltung ist jetzt in natura zu sehen. Das provoziert zu Recht geharnischte Proteste der Bürgerschaft. Gesamtergebnis: Viel verschleudertes Steuergeld für schlechte Leistung! – Resignation herrscht im übrigen bei den Betroffenen auch hinsichtlich anderer, schier endlos dauernder Straßenbaustellen. An den“Römerkreisel“ oder den „Ludwigskreisel“ sei erinnert, jüngst aber auch an die monatelange Sperrung des recht kurzen Abschnitts „Am Kieselhumes“ zwischen Mainzer Str. und Halbergstr. Die damit verbundenen Verkehrsstaus führen zu weiterer Abgas- und Lärmbelastung, schädlich für Menschen und Ökologie. Leider sind aber auch die kraftfahrenden Zeitgenossen oft mitschuldig, weil sie vor roten Ampeln und im Stau die Motoren gedankenlos weiter laufen lassen.- Dennoch zum Schluss eine relativ kleine, aber umso positiver wirkende Maßnahme, nämlich die Befestigung des Weges „Im Bruchhübel“ für Fußgänger und Radfahrer längs der Bahnstrecke zwischen Scheidterstr. bis etwa Senator-Richard-Becker-Str. Eine Fortsetzung bis zum Ostbahnhof wäre eine sinnvolle Investition, auch für eine sichere, umweltfreundliche Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr.

Godehard Grünewald

14. Februar 2012

Die große Kopulation

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 16:48

Sie wurde auf der Landesebene zwischen CDU und SPD schon vor der Wahl am 25.03.2012 beschlossen. Es bedarf danach auch keiner pränatalen Diagnostik, um die Frage zu beantworten: Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Da es sich um eine zweieiige Zwillingsgeburt handeln wird, stellt sich nur noch die Frage, ob zuerst das Mädchen oder zuerst der Junge durchs Ziel geht. Die Antwort darauf hat jetzt keine besondere Bedeutung mehr. Beide Kinder sind bereits getauft, liegen in trockenen Windeln und ihre Zukunftspläne wurden schon abgekartet. Aber die vorzeitige Niederkunft, nämlich lange vor Ablauf der laufenden Legislaturperiode hat mit einer Million € ihren Preis. Damit könnte zum Beispiel gerade in Saarbrücken einiges zugunsten des Umweltschutzes getan werden, zum Beispiel für die Anlage von Baumgrün. Aber Grünflächen werden hier dezimiert, statt zu pflegen und zu erweitern. Das schreckliche Beispiel des kalten Kahlschlags an der Berliner Promenade (Devise der Stadtplanung: Beton statt grün) ist erschreckend. Eine Rückwärtswende im Natur- und Umweltschutz an vielen Stellen: Der Flächenfraß wird trotz erheblich zurückgehender Bevölkerungszahl immer weiter betrieben. Das ist am Franzenbrunnen so, wo ökologisch wertvolle Grünbestände verplant, zubetoniert und zerstört werden sollen. Das Saarland hätte die dringende Aufgabe, das Landesentwicklungsprogramm Siedlung an die demografische Entwicklung umgehend anzupassen und drastisch nach unten zu korrigieren, um solchen kommunalpolitischen Abenteuern den Boden zu entziehen. Aber an Neubebauung verdient die interessierte Klientel von Grundstücksspekulanten, bestimmten Planern und Baulöwen eben mehr als an Sanierung. Dabei übersieht die politisch eingebundene Klientel geflissentlich, dass nachhaltige Investitionen in die Sanierung von Baubeständen und in eine ökologische Aktivierung und Renaturierung von versiegelten Flächen die eigentliche Aufgabe und Verantwortung der Verantwortlichen in Stadt und Land ist. Der von Kreisen in den Parteien und den ihnen ergebenen Dienern und Dienerinnen in den Verwaltungen gepflegte Unverstand muss aufgebrochen werden. Die mit großer Schau und Selbstbeweihräucherung der Akteure einhergehende Schau des „immer weiter und immer größer“ muss endlich enden. Was soll ein neues Wohngebiet jetzt auch noch in Saarbrücken-Bübingen, kilometerweit weg vom Stadtkern? So will es aber Saarbrückens Stadtplanung. Dabei liegt ganz nahe der Innenstadt  die große Freifläche der früheren Ulanenkaserne weitgehend brach und harrt der Entwicklung. Die Stadt kümmert sich nicht darum. Von einer ernsthaften Stadtplanung also auch hier keine Spur!

10. Februar 2012

Ein Prof zu Klima etc.

Filed under: Allgemein,Politik — Dietrich Strohmaier @ 16:17

Am 9.2.2012 hielt Prof. Gerd Ganteför von der Uni Konstanz einen Vortrag zum Thema Klima, Energie, Bevölkerung in der Villa Lessing in Saarbrücken, die von der FDP-nahen Naumann-Stiftung betrieben wird. In der Anmoderation von Herrn Rehberger, dem früheren Wirtschaftsminister im Saarland, wurde auch klar wohin die politische Stoßrichtung zielte: Gegen die Energiewende der Bundesregierung. Das ist durchaus legitim und gerade auch wir Umweltschützer halten deren Umsetzung für schlecht. Aber die Ideen von Prof. Ganteför. dazu sind leider auch nicht erfreulich. Seine Ausgangslage ist zusammengefasst wie folgt:
a) Der CO2-Ausstoß der großen Länder wie China, USA usw. sei viel größer als unserer; Es bringe also nichts selbst wenn wir den auf Null reduzierten.
b) Die eigentliche Bedrohung liege nicht im CO2-Gehalt der Erdatmosphäre sondern im Anstieg der Weltbevölkerung.
c) Da die Geburtenrate mit dem Einkommen falle müsse letzteres gesteigert werden auch wenn dazu für einige Jahrzehnte ein CO2-Anstieg in kauf genommen werden müsse.
d) Den Energiebedarf könne man nicht mit Biomasse decken, da dazu auf der Erde zu wenig Fläche vorhanden wäre.
e) Ohne fossile Energien würden wir wieder in die Armut früherer Zeiten zurückfallen.
f) Als Klimaschaden komme im wesentlichen nur der Anstieg des Meeresspiegels in Betracht und gegen den könne man Deiche bauen.
g) Und wenn es schließlich in einigen Jahrzehnten doch nötig wäre könne man ja etwa Geoengineering zum Kühlen der Erde einsetzen.
Sein Fazit also: Weiter so – die Schlimmsten seien sowieso die Grünen. Da frage ich mich doch: Wie muss es um jemanden bestellt sein, der sich so seinen Blick verstellt? Der Professor (am Fachbereich für Physik, befasst sich hauptamtlich mit Nanotechnik) übersieht einfach die anderen Folgen der Erderwärmung wie Unwetter, Wüstenbldung, Hunger sowie mögliche soziale und wirtschaftliche Katastrophen. Andere Möglichkeiten von Gegenmaßnahmen wie Geburtenkontrolle, Energieeinsparung, Lebensweise usw. erwähnt er gar nicht. Und das Geoengineering ist doch ein faule Hoffnung wie das mit der Lagerung des Atommülls. Die Befürchtungen der Anderen schiebt er einfach zur Seite. So scheint er leider einfach dem Mainstream der Mehrheit und der großen Parteien zu folgen, die nicht an ein Umsteuern denken wollen und somit leichtfertig große Risiken in Kauf nehmen. Es ist zwar richtig, dass niemand die Entwicklung mit Sicherheit vorher sagen kann. Aber die Lebensklugheit sollte eigentlich jedem sagen, dass die riesigen Mengen von fossilen Brennstoffen und anderen Schadstoffen), die wir dauernd in unsere Umwelt entlassen, dieser schaden könnten und das auch tun wie jeder anhand der Gletscherschmelze sehen kann. Im eigenen Interesse würden wir z.B. besser unseren Lebensstil ändern. Solches hat der Herr Professor jedoch leider ausgeblendet.

Dietrich Strohmaier

26. Januar 2012

Ernas Abschied

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 20:37

Mitglieder sind uns wichtig, besonders natürlich dann, wenn sie sich mutig für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzen. So freuen wir uns, dass gerade im letzten Jahr etliche neue Mitglieder zu uns fanden. In Saarbrücken und überall besteht nämlich dringender Bedarf, unsere Ziele zu verfolgen und den politischen und administrativen Akteuren immer dann Druck und Widerstand entgegen zu setzen, wenn deren Planungen und Handlungen unserem Verständnis von einer zukunftsorientierten Umweltpolitik widersprechen. Also ist es unsere Pflicht, umweltschädliche Planungen zu bekämpfen. Das gilt auch zum Gebiet ‚“Franzenbrunnen“, für das die Stadt Saarbrücken eine nicht nur klimaschädliche, sondern auch eine solche Bebauung betreiben will, die dort viele zu schützende Tiere töten würde. Einem einzelnen unserer Fördermitglieder, nennen wir es „Erna“, passte aber nicht, dass wir uns gegen diese Fehlplanung zur Wehr setzen und damit solidarisch mit vielen im weiten Umkreis lebenden Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern handeln. „Erna“ trat aus. Lediglich dann wäre gegenüber diesem Austritt Wut angesagt, sollte dieser Abschied einem Druck der Stadt Saarbrücken als Ernas Arbeitgeber geschuldet sein. Dann hätte ihr nämlich der von jedem Menschen in einer demokratischen Gesellschaft zu fordernde „Mut vor Fürstinnenthronen“ gefehlt, die Sache des Umweltschutzes tapfer zu vertreten. – Problembewusstsein, gepaart mit Mut, sind allgemein unverzichtbare Bedingungen für erfolgreiche Arbeit. Aber leider müssen wir uns über manche Rückwärtswende im Umweltschutz wundern: Da fallen Frau/Mann wieder öfter im Straßenbild mit Pelzkleidung auf, während sich in den 80er und 90er Jahren fast niemand mit Persianer, Biber, Breitschwanz usw. in die Öffentlichkeit gewagt hätte. Oder, um nur noch ein einziges Beispiel zu nennen, ist es die anscheinend zunehmende Silvesterböllerei, die Menschen und Tiere mit Lärm erschreckt und zudem oft sogar für mehrere Tage -je nach Wetterlage- den Feinstaubgehalt der Luft über alle Grenzwerte erhöht. Doch wenigstens hinsichtlich der gefährlichen Nutzung der Atomkraft scheint wirklich einmal eine nachhaltige Vorwärtswende gelungen. Diese Wende „verdanken“ wir letztlich der Katastrophe von Fukushima. Braucht der Mensch also erst immer die ganz große Katastrophe, um Vernunft anzunehmen und Mut zur Änderung zu fassen?

4. November 2011

Franzenbrunnen – alternativlos?

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik — Godehard Gr @ 23:52

Muss dort wirklich gebaut werden? Dieser Meinung frönt eine große Koalition im Saarbrücker Stadtrat. Wir sind aus ökologischen Gründen ganz anderer Ansicht, denn ein dort seit Jahrzehnten in mühevoller Arbeit mit Hilfe von behinderten Menschen in ökologischem Landbau aufgebauter Gartenbetrieb sowie eine stadtnahe Grünzone mit dem Vorkommen besonders geschützter Arten, wie der Zauneidechse mit nachgewiesenen Gelegen, verdienen es, erhalten zu werden. Wenn sich daher eine große Zahl Saarbrücker Bürger gegen den Raubbau an Grund und Boden und Naturzerstörung wehrt, ist das ein hoffnungsvolles Zeichen. Es werden nämlich in Deutschland weiterhin täglich neu 87 ha=870000 m²=124 Fußballfelder Boden versiegelt, d.h. bebaut. Dabei verlangt das Gesetz, dass mit Grund und Boden sparsam und schonend umgegangen werden muss. So gibt es für die Stadt am Franzenbrunnen auch keinen Bauzwang, der vor allem auch nicht aus dem bestehenden Flächennutzungsplan hergeleitet werden kann. Man darf es getrost als Vernebelungsstrategie bezeichnen, wenn die städtische Planungsreferentin, Frau Wandel-Höfer, wie übrigens auch Frau Britz, eine Bebauung quasi im Sinne eines Obligo einfordern und kühn auch noch als alternativlos bezeichnen. Ist es eigentlich verwunderlich, wenn sich immer mehr Bürger angesichts solcher Polittaktik verweigern, an Wahlen teilzunehmen, wie bei der OB-Wahl am 23.10.? Nach jeder Wahl mit geringer Wahlbeteiligung pflegen die gewählten oder nicht gewählten Kandidaten dasselbe Ritual: Sie geben die gewohnten Worthülsen von sich wie etwa, man müsse die Bürger mehr „mitnehmen“ oder „Wir müssen mehr zu den Menschen hingehen“, so Originalton Frau Britz am Abend des 23.10. Die Worthülsen, mit denen auch wir Umweltwschützer bedient werden, ärgern uns schon lange. Zum Beispiel kennen wir doch die von Parteien und Kandidaten verkündeten Programme, wonach sie Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften, Abfallvermeidung, Recycling usw. angeblich ganz wichtig nehmen. Was sah man aber im OB-Wahlkampf? Jede Menge hochglanzbeschichtete Zeitungsbeilagen, Handzettel, Werbekarten usw. Die Spitze dieses Mißbrauchs lieferte Hochglanz-Strobel, der mit Glanz und wenig Gloria gescheiterte OB-Kandidat der CDU. Aber auch die grüne Kandidatin war nicht frei von Hochglanzpropaganda. An einem grünen Infostand, vom Autor dieser Zeilen darauf angesprochen, antwortete eine grüne Helferin, dass solche Werbung doch besser sei als Vollplastik zu verwenden!! Da bleibt als Resümee: Wir Bürger wollen nicht „mitgenommen“, sondern endlich ernst genommen werden und zwar alternativlos! Godehard Grünewald

27. September 2011

Presseerklärung Franzenbrunnen

Filed under: Allgemein,Politik,Presse-Mitteilung — Dietrich Strohmaier @ 20:53

Saarbrücken, 24.09.2011
Presseerklärung
der Ortsgruppe Saarbrücken des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), Landesverband Saar e.V.

 

Die von der Stadt Saarbrücken geplante Bebauung des Gebiets Franzenbrunnen in Alt-Saarbrücken veranlasst energischen Protest. Die Stadt will hier das bisher im wesentlichen nbebaute, natur- und stadtnahe Erholungsgebiet für zahlreiche Ein- und Zweifamilienhäuser sowie eine Kindertagesstätte erschließen und verkaufen. Weder aber besteht dafür eine erkennbare, noch erst recht eine nachgewiesene Wohnungsnot, die für eine weitere Bodenversiegelung vielleicht früher als Rechtfertigung hätte angeführt werden können:
Der bauliche Entwicklungswahn führt dazu, dass in Deutschland jeden Tag etwa 100 ha Grund und Boden neu verbetoniert oder asphaltiert werden. Wir sehen darin kein verantwortbares Verhalten der Planer in Stadt und Land. Gerade auch Saarbrücken weist nämlich eine stark rückläufige Bevölkerungsentwicklung auf. So wird die Stadt nach den Prognosen in absehbarer Zeit noch für vielleicht 160.000 Einwohner
Wohnsiedlungsfläche zur Verfügung stellen müssen gegenüber 190.000 Einwohnern, die noch vor rd. 20 Jahren gezählt wurden.

„Wir Menschen, in Saarbrücken und überall in Deutschland, müssen endlich auch im Bodenverbrauch eine Wende zurück zu Realität und Sparsamkeit finden,“ so Godehard Grünewald vom BUND Saarbrücken, denn den natürlichen Boden der Mutter Erde zu versiegeln bewirkt,
… dass der Austausch zwischen der Atmosphäre und dem Boden verhindert wird;
… dass sich unser Klima weiter erwärmt;
… dass die Versickerung des Niederschlagswassers zum Grundwasser gehemmt und
das Regenwasser auf der versiegelten Oberfläche viel zu schnell abläuft und
Hochwassergefahren nur noch erhöht werden;
… dass die gewachsene Fauna und Flora kaputt gemacht wird.
Am Franzenbrunnen soll ein seit über 20 Jahren ökologisch entwickelter Land- und Gartenbaubetrieb ebenfalls der Bebauung geopfert werden, der zudem Arbeitsplätze für schwer vermittelbare, auch behinderte Mitbürger bietet. Die erheblichen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen dieser Einrichtung würden vernichtet.
Eine verantwortbare Planung? Ökologisch? Sozial? „Nein“, sagt Frau Dr. Andrea Wurm vom BUND Saarbrücken. „Hier müssen sich wieder einmal andere, fiskalische Interessen gegenüber den Forderungen von Natur und Umwelt durchgesetzt haben.“ Richtig ist nämlich, dass die Stadt diese überwiegend ihr gehörenden Grundstücke nach der Erschließung teuer vermarkten will. Also verschließen die dafür verantwortlichen Akteure bewusst ihre Augen gegenüber Fauna und Flora des Gebiets Franzenbrunnen, wo auf Initiative von engagierten Bürgern nicht nur mindestens eine stark gefährdete Echsenart festgestellt wurde, sondern auch 42 verschiedenen Vogelarten, darunter 36 Brutvogelarten. Noch nicht festgestellt wurde am Franzenbrunnen bisher der bekannte federlose Geier. Dieser sich überall stark vermehrende Vogel kann dafür aber ständig über dem Saarbrücker Rathaus kreisend gesichtet werden.

ViSP Dietrich Strohmaier, BUND Saarbrücken

22. August 2011

Halberg-Guss, es stinkt weiter!

Filed under: Allgemein,Politik — Godehard Gr @ 18:46

Halberg-Guss, langjährig in Saarbrücken-Brebach ansässig, ist ein bedeutender Zulieferer der Automobilindustrie. Diese Industrie befindet sich wieder in einem außerordentlichen Aufschwung, die Absatzzahlen steigen, auch und gerade bei den großvolumigen Fahrzeugen, an deren Motoren Halberg-Guss besonders gut verdient. Die Fa. ist aus einer Insolvenz wieder heraus. Die Produktion läuft auf vollen Touren, nur leider verbunden mit den immerwährenden Gestanksbelästigungen, die sich je nach Wetterlage über weite Teile der Stadt ausdehnen. Die Immissionsschutzbehörden (Landesamt, Ministerium) scheinen untätig oder ohnmächtig. Bürgerbeschwerden blieben unter diesen Umständen schon in der Vergangenheit sinn- und nutzlos. Ohne Investitionen der Fa. kann aber wohl keine Verbesserung eintreten. Gegen solche Forderungen wird aber leider einmal mehr das Totschlagargument eingesetzt, keine Arbeitsplätze gefährden zu wollen, immer schön zu Lasten gesunder Umwelt- und Lebensbedingungen!

Godehard Grünewald

18. Mai 2011

Fukushima

Filed under: Allgemein,Energie,Politik — Dietrich Strohmaier @ 09:52

Nach Tschernobyl hat nun der GAU im hochindustrialisierten Japan gezeigt, dass die
Kernkraft letztlich nicht beherrscbar und zu teuer ist. Die Vertreter dieser Energieform
nehmen die Gefahren offenbar billigend in Kauf. Nach Fukushima ist es auf jeden
Fall unmoralisch, noch Atomstrom zu kaufen und so die AKWs zu unterstützen. Die
erneuerbaren Energien sind ungefährlich und nachhaltig. Die herrschende Mehrheit
hat es leider viele Jahre lang geschafft, deren Entwicklung mit Nachdruck zu fördern.
Zum Glück scheint sich wenigstens die öffentliche Meinung langsam zugunsten der
erneuerbaren zu drehen.

atomkraftneindanke

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