bund-sb.de Die Webseiten der Saarbrücker BUND-Ortsgruppe

30. Januar 2013

Vertrauen ist gut ….

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 13:29

Unsere Umwelt nimmt in der deutschen öffentlichen Meinung wieder einen sehr hohen Stellenwert ein und steht auf Rang 2 der Wunschliste an die Politik, im Rang nur nach der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise (Umfrage des Umweltbundesamts, Süddeutsche Zeitung vom 19./20.01.2013). Auch von daher ist es verständlich, wenn unsere Parteien gerne Umweltthemen ins Programm nehmen, um „Punkte“=Wählerstimmen zu ernten. Auf unserer örtlichen Ebene gibt es dazu aber nicht gerade immer gute Erfahrungen. Das Gebiet „Franzenbrunnen“ in Alt-Saarbrücken wurde lange Jahre von Schwarz bis Grün als von Bebauung frei zu haltende Tabuzone beworben. Dieses große Areal mit Wiesen, Gärten, Bäumen und Hecken, mit 42 Vogelarten, Fledermäusen  und nicht zuletzt den streng geschützten Zauneidechsen sollte als naturhafte Freifläche nicht überbaut werden. Aber jetzt: Die Parteien sind gegenüber der Stadtplanung eingeknickt. Auch Schwarz und Grün stimmen mit den Roten für das Projekt, dort jetzt weit über 250 Baueinheiten unterzubringen. Der grüne Stadtrat Brück bewirbt es nach den Kommunalwahlen 2009, sogar als „Leuchtturmprojekt“. Ist ihm da irgendeine Erleuchtung gekommen? Vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl! Und dann noch das Beispiel „Stadtmitte am Fluß“ mit Tunnel A620:  Dieses ökologisch und finanziell verheerende Projekt, „SaarGERMANIA“ möchte man es nennen, wollten die Linken nach ihrem Programm im Kommunalwahlkampf 2009 verhindern. Und dann? Wohl von Vater „Oskar“ auf Koalitionskurs mit Rot und Grün gebracht, erheben sie schön brav die (linke) Hand, alle kostenträchtigen Begleitentscheidungen für Aufträge an Planer und Gutachter eingeschlossen. Und diese ihre Zustimmung gaben sie auch für das Projekt der Ausbaggerung im Osthafen, unmittelbar neben dem Naturschutzgebiet der St. Arnualer Wiesen, allein eine Folgemaßnahme für den beabsichtigten Tunnel, durch den gegenüber dem Ist-Zustand Retentionsraum bei Hochwasser der Saar verloren gehen würde. Was lernen wir daraus, Freunde der Erde? Kein blindes Vertrauen walten lassen, sondern halten wir es besser mit der Erkenntnis eines der grossen deutschen Nachkriegspublizisten der jungen Bundesrepublik, der nach einer Wahl seinen Kommentar einleitete: „Es wird nie soviel die Unwahrheit gesagt, wie vor einer Wahl und nach einer Jagd.“ Also weiter „Waidmannsheil“ allen männlichen wie weiblichen Jägern und Wahlbewerbern!

Godehard Grünewald

25. Juli 2012

Baustellen in Saarbrücken – zu oft Leidensgeschichten

Filed under: Allgemein,Naturschutz,Politik,Verkehr — Godehard Gr @ 14:59

Es gibt Baustellen, die besser nie begonnen worden wären, jedenfalls nicht in der Art und Weise wie von der Stadt geplant. Gilt zum Beispiel für die „Berliner Promenade“. Leider stimmten die Stadtratsparteien dieser Planung zu, die Grünen eingeschlossen, obwohl neben dem Verlust an (echtem) Grün auch kein barrierefreier Zugang für Fahrräder gegeben ist. Wir vom BUND protestierten bereits 2008 im Planaufstellungsverfahren gegen die Pläne, weil erkennbar war, dass ökologisch wichtiger Grünbestand ohne akzeptabelen Ausgleich dezimiert, kahl-kalte Mauern gebaut und die Saar auch noch ihres Restes an natürlicher Böschung beraubt werden würde. Hier auf unserer Internetseite www.bund-sb.de wiesen wir oft auf diese Mängel hin, nachzulesen im Archiv vom 14.02., 15.05. und 14.11.2009 sowie vom 02.06.2010 und 16.05.2011. Die kalte Scheußlichkeit der „Promenade“ und die verpasste Gelegenheit für eine städtebaulich-ökologisch wertvolle Neugestaltung ist jetzt in natura zu sehen. Das provoziert zu Recht geharnischte Proteste der Bürgerschaft. Gesamtergebnis: Viel verschleudertes Steuergeld für schlechte Leistung! – Resignation herrscht im übrigen bei den Betroffenen auch hinsichtlich anderer, schier endlos dauernder Straßenbaustellen. An den“Römerkreisel“ oder den „Ludwigskreisel“ sei erinnert, jüngst aber auch an die monatelange Sperrung des recht kurzen Abschnitts „Am Kieselhumes“ zwischen Mainzer Str. und Halbergstr. Die damit verbundenen Verkehrsstaus führen zu weiterer Abgas- und Lärmbelastung, schädlich für Menschen und Ökologie. Leider sind aber auch die kraftfahrenden Zeitgenossen oft mitschuldig, weil sie vor roten Ampeln und im Stau die Motoren gedankenlos weiter laufen lassen.- Dennoch zum Schluss eine relativ kleine, aber umso positiver wirkende Maßnahme, nämlich die Befestigung des Weges „Im Bruchhübel“ für Fußgänger und Radfahrer längs der Bahnstrecke zwischen Scheidterstr. bis etwa Senator-Richard-Becker-Str. Eine Fortsetzung bis zum Ostbahnhof wäre eine sinnvolle Investition, auch für eine sichere, umweltfreundliche Anbindung im öffentlichen Personennahverkehr.

Godehard Grünewald

14. Februar 2012

Autofahrer „entkriminalisieren“?

Filed under: Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 11:51

Ungestraft Fußgänger und Radfahrer umfahren dürfen? Das Auto – unser Gott?

Der Verkehrsgerichtstag debattierte kürzlich darüber, ob Verkehrsdelikte entkriminalisiert werden sollten (laut Saarbrücker Zeitung vom 27.1.2012). Die Deutsche Akademie für Verkehrswissenschaft stellt zur Debatte, Verkehrsdelikte nicht als Strafsache sondern nur als Ordnungswidrigkeit zu behandeln. Die Verursacher müssten ja zivilrechtlich Schadenersatz leisten. Da will ich meinen Augen nicht trauen: Welche Sonderrechte und Sonderrolle wollen die Autofahrer denn noch? Sie dürfen ungestraft wesentlich zur Zerstörung des Klimas und damit unserer Lebensbedingungen beitragen, durch Lärm und Abgase Menschenleben verkürzen und ungenügend geahndet durch Unfälle Tote und Verletzte sorgen. Sie nehmen sich über die von ihnen gewählten Regierungen Unsummen aus der Gemeinschaftskasse für Straßen, Parkplätze und die gesamte Infrastruktur, siehe z.B. die Abwrackprämie. Und jetzt wollen sie auch noch ungestraft Fußgänger und Radfahrer umfahren dürfen? Dass sie bei Verkehrsunfällen auch ihresgleichen verletzen und töten sei hier einmal ausgeblendet; Das Risiko gehen sie ja freiwillig ein. Die Verblendung unserer Gesellschaften in ihrer Anbetung des Autos wird hier ganz deutlich. Jetzt sollen sogar noch freiwillig Menschenopfer dargebracht werden, um den Spaß und das Geschäft zu fördern. Die meisten wissen mittlerweile, dass wir ganz klar unseren CO2-Ausstoß reduzieren müssten. Stattdessen kaufen viele immer größere und schnellere Autos und fahren damit nicht nur zuviel sondern oft auch zu schnell und leichtfertig. „Entkriminalisierte“ Autofahrer könnten dann ja noch unbeschwerter ihren Spaß suchen. Wenn es dann halt mal vorkommen sollte, dass man einen schwächeren Verkehrsteilnehmer „erledigt“ kann man das dann nicht auch noch bestrafen – meint offensichtlich die Autolobby . Anstatt Stärkung der umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmer durch geringere Geschwindigkeit für Autos wie etwa 30 km/h in bewohnten Gebieten jetzt noch mehr Mord und Selbstmord auf unseren Straßen. Ich bin fassungslos!

Dietrich Strohmaier

17. Mai 2011

Radfahren in Saarbrücken

Filed under: Allgemein,Politik,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 21:41

Wer sich in Saarbrücken auskennt und seine Möglichkeiten nutzt kommt mit dem Fahrrad gut voran. Radfahren ist umweltfreundlich und sollte deshalb eigentlich besonders geschätzt werden; Besonders von den Autofahrern, die ja durch die Radfahrer mehr Platz auf den Straßen haben. Leider ist das bei einigen, von denen man dies am ersten erwarten sollte, noch nicht so der Fall. Etwa bei den Grünen. Die hatten vor über einem Jahr bei den Koalitionsverhandlungen einen Fahrradbeauftragten heraus geschlagen. Bisher ist dieser aber noch nicht bestallt und von Verbesserungen für den Radverkehr nichts zu sehen. Dass die Grünen die notorische Autolobby bei der Opposition nicht überzeugen konnte, ist nicht wirklich überraschend. Dass aber die Unterstützung bei den Koalitionären nicht hoch ist, spricht nicht für ihre Überzeugungskraft. Warum nicht mal die Verwaltung direkt angehen? Etwa mit einer Veranstaltung?

Mit der Unterstützung der „Radlerlobby“ ist es leider auch nicht weit her. Der ADFC hat sich kürzlich in einem von der Saarbrücker Zeitung gerne abgedruckten Brief mit Leisetreterei bemerkbar gemacht. Die bedauernswerten Autofahrer könnten oft die Situation der Radfahrer nicht richtig einschätzen. Die Wirklichkeit sieht leider so aus, dass Autofahrer Radfahrer töten und verletzen und nicht umgekehrt. Es wäre richtiger gewesen, diesen Sachverhalt zu betonen, um den Autofahrern die Gefahr von Unaufmerksamkeit oder Rücksichtslosigkeit zu verdeutlichen.

Leider geht auch unser Bundes-Verkehrsminister Ramsauer hier mit schlechtem Beispiel voran. Er nahm sich die sogenannten „Rüpel-Radfahrer“ vor. Derlei Zeitgenossen sind zwar nicht angenehm; Sie verursachen aber bei weitem nicht so viel Schäden wie die Rüpel-Autofahrer. Letztere dürfen mit Unterstützung von höchsten Stellen mit ihren Renn-Limousinen und Renn-Motorrädern auf unseren von
uns allen bezahlten Straßen rasen und immense Schäden verursachen.

9. März 2011

Streik der GDL

Filed under: Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 11:47

Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) ist eine Sondergewerkschaft mit ca. 20 000 von insgesamt 26000 Lokführern. Mit den augenblicklichen Warnstreiks will sie ihre Stellung gegenüber der anderen großen Gewerkschaft bei den Bahnen ausbauen und sich so besondere wirtschaftliche und soziale Vorteile erstreiten. Sie nimmt dazu in Kauf, dass Menschen nicht rechtzeitig oder gar nicht zu ihrer Arbeit kommen, stundenlang bei Kälte warten müssen oder letztlich doch auf das Auto umsteigen. Diese Geiselnahme von Fahrgästen ist ethisch nicht zu rechtfertigen und schadet letztlich der Umwelt und damit uns allen.
Die Bahn ist ein von der Gemeinschaft getragenes Unternehmen im Sinne des Gemeinwohls. Die Bahnen sind keine Firma, die Produkte herstellt, deren Fehlen nur einigen Konsumenten auffallen würde.
Deshalb halte ich diesen Streik der GDL für einen Missbrauch des Streikrechts. Eine Güterabwägung zeigt mir, dass der mögliche wirtschaftliche Nutzen für diese Arbeitnehmer in keinem Verhältnis zum Schaden für alle steht. Das Risiko für die Streikenden selbst ist außer einem gewissen Verdienstausfall gering. Das Risiko für die Bahnmanager ist ebenfalls gering. Schlimmstenfalls steigen die Kosten was deren Einkommen nicht schmälert aber die Menschen ins Auto treibt. Den Schaden haben allein die Fahrgäste und die Allgemeinheit.
Die Umweltverbände sollten versuchen, dies der GDL zu verdeutlichen. Denn würde das Streikrecht dazu führen, dass ein guter öffentlicher Verkehr nicht mehr möglich sein sollte, müsste es überdacht werden

3. März 2011

Autofahrerperspektive in der Saarbrücker Zeitung

Filed under: Allgemein,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 18:10

Die Saarbrücker Zeitung schrieb am 22.02.2011 folgenden Artikel:

Busse gegen Autos an der Ampel?Stadt testet grüne Welle für den Bus – Das führt zu Staus
Führt eine gezielte Förderung des Busverkehrs durch eine Vorrangschaltung der Ampeln zu unzumutbaren Nachteilen für den Autoverkehr? Diese Frage will die Stadt zurzeit durch einen Test beantworten.
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen
Saarbrücken.
Eine Viertelstunde für 200 Meter im Auto. „Direkt Weltstadtformat“ habe das, zürnt Wolfgang Kosiolek. Aber das habe auch einen Vorteil: Wer im Auto sitzt und nicht fährt, kommt zum Nachdenken. Und zum Rechnen. Weil Busse an der Landesversicherungsanstalt (LVA) zwischen Egon-Reinert- und Richard-Wagner-Straße zurzeit durch eine besondere Ampelschaltung Vorrang haben und es dadurch zu Staus für Autofahrer kommt, habe sich seine Fahrzeit von der Arbeit nach Hause „glatt verdoppelt“, sagt Kosiolek.In einem Modellversuch wird zurzeit getestet, ob es sinnvoll ist, Bussen auf bestimmten Strecken in der Stadt Vorfahrt einzuräumen. Dazu werden Ampeln für Busse auf grün geschaltet – automatisch, wie die Sprecherin von Saarbahn&Bus, Sarah Schmitt sagt, nicht dadurch, dass ein Busfahrer auf eine Fernbedienung drückt.
Betroffen ist die Strecke, auf der Busse vom Ilseplatz auf dem Rotenbühl durch die Scheidter Straße und die Richard-Wagner-Straße zur Wilhelm-Heinrich-Brücke unterwegs sind, erklärt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Noch etwa drei Wochen werde diese Testphase dauern, sagt er. Ziel sei „ganz klar die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs“. Wobei die Stadt dieses Ziel nicht um jeden Preis verfolge. Genau deswegen werde das Ampelsteuerungssystem ja nun getestet.Das bedeutet für ein paar Wochen: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Staus kommt“, sagt Blug.
„Vielen Dank dafür, denn so konnte ich mir so meine Gedanken machen“, hat Autofahrer Wolfgang Kosiolek in diesen Tagen an die Stadtverwaltung geschrieben.
Zufrieden sei er mit dem Ergebnis dieses Nachdenkens allerdings nicht. Er habe sich zum Beispiel die Zeit genommen, sich das Ganze vom Bürgersteig aus anzusehen und die Länge der Grünphasen zu messen.
„Fazit: Meines Erachtens ist die Grünphase der Martin-Luther-Straße Richtung stadteinwärts immer unnötig zu lang (manchmal passieren sekundenlang gar keine Autos diese Ampel)“, schreibt er. Wenn nun auch noch ein Bus mit Vorrangschaltung komme, sei diese Grünphase noch länger.
„So hatte der auslösende Bus die Haltestelle vor dem Lokal Römerbrünnchen gegenüber der LVA schon wieder verlassen, als die Ampel an der Tankstelle immer noch grün für seine Fahrtrichtung zeigte“, hat Kosiolek beobachtet. Seine Erkenntnis: „Dann verwundert es nicht, dass sich der Querverkehr zurückstaut.“
Er rede hier nicht von kleineren Staus, wie sie immer mal vorkommen, betont Kosiolek. Als er mit seinem Auto vor dem Parkhaus der LVA im Stau stand, habe er „im Rückspiegel das Ende der Schlange schon gar nicht mehr genau orten können“, sagt er. Mindestens bis zum Sachsenweg habe sich der Verkehr gestaut. Kosiolek spricht aus, was andere SZ-Leser, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, auch befürchten: „Die Stadt wird durch diese neue Ampelschaltung noch unattraktiver für Autofahrer.“
Der Sprecher verspricht: Das wolle die Stadt nicht. Man werde bei der Auswertung des Tests auch die Interessen der Autofahrer berücksichtigen.

Unser Kommentar:

Was ist denn das für eine Berichterstattung? Hier kommt lang und breit ein Autofahrer zu Wort, der natürlich keine Einschränkung hinnehmen will. Wo ist ein Busbenutzer? Immerhin kommen 40% der Menschen nicht mit dem Auto in die Stadt. Endlich hat die Stadt sich nach jahrelangem Zögern und Mahnungen von Umweltverbänden sich zu diesem Schritt entschlossen und schon schießt die Sbr. Ztg. dagegen. In Anbetracht des im Gange befindlichen Klimawandels und der Abhängigkeit vom Öl (s. Libyen) sowie der Belastungen in der Stadt durch den übertriebenen Autoverkehr ist dieser Versuch der Stadt zu begrüßen. Ich kann nur hoffen, dass dort langsam eine umweltfreundlichere Einstellung Platz greift.

25. Februar 2011

Leerlauf von Motoren

Filed under: Energie,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 11:37

Die Spritpreise sind zu hoch, die Konzerne und der Staat zocken ab tönt es mal landauf landab. Wie oft sehe ich aber Autos, deren Motoren nutzlos im Stand laufen? Auf meine Frage nach dem Warum bekomme ich keine vernünftige Antwort. Eher werden die Menschen ungehalten oder drohen mir gar Schläge an. Als ob diese ein Recht oder gar eine Pflicht zur Schädigung ihres Mitmenschen oder unserer Umwelt hätten. Durch das Abschalten im Leerlauf ließe sich zwar nur eine kleine Menge CO2 vermeiden. Aber es würde signalisieren, dass solchen Fahrern ihr Mitmensch und unsere Umwelt etwas wert ist.

18. Februar 2011

Netzwerk Mobilität

Filed under: Allgemein,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 16:35

Vor fast zwei Jahren hat die Bundesregierung mit 25 Mio Euro die Aktion Klimaprojekt initiiert. Mehrere Verbände, jedoch nicht der BUND, wurden damit betraut. Federführend ist im Saarland die Verbraucherzentrale. Diese hat das „Netzwerk Mobilität Saar“ ins Leben gerufen, an dem sich verschiedene Institutionen, darunter auch der BUND Saar, beteiligen. Das Netzwerk möchte vornehmlich Unternehmen und Organisationen darin beraten, wie sie ihre Mobilität möglichst umweltfreundlich gestalten. So versucht etwa die Stadtverwaltung, ihre Mitarbeiter zum Umstieg auf alternative Mobilität wie Bahn, Bus, Carsharing, Fahrgemeinschaften und Fahrrad zu motivieren. Dies täte der Umwelt und der Gesundheit gut und schont vielfach den Geldbeutel. Für die Firmen läge ein weiterer Vorteil darin, dass sie dann etwa weniger Parkplätze für ihre Mitarbeiter vorhalten müssten.

6. Juli 2010

BUND zu Parken in Saarbrücken

Filed under: Politik,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 16:40

Es ist bekannt, dass die Stadt Saarbrücken über ihre Verhältnisse gelebt und einen Schuldenberg aufgehäuft hat. Wenn sie ihre Einnahmen durch den Betrieb von Parkhäusern aufbessern könnte, wäre das sicher interessant. Tatsächlich hat sie aber vor Jahren ihre Parkhäuser in einem politischen Deal an die private Q-Park verpachtet. Q-Park macht Gewinn, den die Autofahrer aufbringen, was im Sinne des Verursacher-Prinzips grundsätzlich richtig ist. Ob die Stadt dies auch schaffen würde, sei dahingestellt. Sie macht also zumindest keine Verluste damit.
Dem Umweltschutz würde man schaden, wenn man Bahn- und Bus-Nutzer sowie Radfahrer und Fußgänger an den Parkkosten der Autofahrer beteiligen würde. Leider entnimmt der BUND Saarbrücken den aktuellen Stellungnahmen der Parteien, dass der Umweltschutz bei ihnen keinen hohen Stellenwert hat. Lediglich die Grünen halten es für sinnvoll, dass die Autofahrer ihre Kosten selbst tragen sollten, und empfehlen die Nutzung der alternativen Mobilitätsformen. Was etwa 40% der Menschen auch tun – und sie sind genauso Kunden wie die „Autofreunde“!
Am radikalsten fordert die FDP „preiswerten Parkraum“. Sie unterstellt vor allem den Grünen ideologische Verblendung. Dieses Argument könnte jedoch genauso gegen die FDP gerichtet werden. Sie argumentiert zudem unredlich, wenn sie behauptet, ihre Gegner würden „Autos raus und Fahrräder rein“ fordern. Das tut niemand.
CDU und FW fordern ebenfalls „kostengünstige“ Parkplätze. Praktischerweise können diese beiden Franktionen aber derzeit keine Steuergelder dafür ausgeben.Es bleibt aber nicht bei diesen autofreundlichen Forderungen: Offenbar haben die Stadtverordneten auch keine Lösung für die Schäden durch den Autoverkehr, sondern nehmen Lärm, Feinstaub und CO2 billigend in Kauf. Die FDP hat jedenfalls auf unsere entsprechende Anfrage bisher nicht geantwortet.
Der Hinweis – etwa der FW – auf „umliegende parkfreundliche“ Städte erscheint uns ebenfalls nicht stichhaltig. In den großen Städten um Saarbrücken kostet das Parken auch Geld. Die näher liegenden wie Neunkirchen kann man nicht vergleichen. Saarbrücken ist ungleich attraktiver. Mit einer Steigerung der Lebensqualität durch mehr Umweltfreundlichkeit könnte es noch viel attraktiver werden.

Parkplatz

© Foto von Robin Lattwein/BUND

Benzin kostenlos für alle?

Filed under: Energie,Politik,Verkehr — Dietrich Strohmaier @ 16:09

Populisten wie der Chef einer saarländischen Volkspartei fordern eine staatliche Deckelung der Spritpreise. Aber er sagt nichts dazu, wie der CO2-Ausstoß weiter abgesenkt werden soll. Denn wenn der Sprit billiger würde, stiege der Verbrauch doch an. Wegen des Klimawandels sollte er aber sinken. Als Populist müsste er fordern, dass der Sprit aus sozialen Gründen abgegeben würde, – das könnte ihm noch mehr Stimmen einbringen. Er bewegt sich auf der Linie des Ex-Autokanzlers, der zu Beginn der rot-grünen Koalition mit einem „Basta“ die Ökosteuer auf 6 Pfg./Liter eingefroren hat. In der gegenwärtigen Krise der Staatsfinanzen würde doch nichts näher liegen, als die Ökosteuer zu erhöhen. Das würde den CO2-Ausstoß senken und zudem positive Signale etwa für sparsamere Autos, Wärmedämmung usw. aussenden. Unser ehemaliger Bundespräsident Köhler hatte zu Recht eine andere Einstellung zu höheren Benzinpreisen gefordert. Die wütenden Reaktionen in Leserbriefen in der Saarbrücker Zeitung hierzu zeigen leider, dass die Verbraucher noch lange nicht dazu willens sind. Sie werten leider den kurzfristigen finanziellen Vorteil offenbar höher als die langfristigen Schäden.

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© Andreas Morlok / PIXELIO

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