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Papierflut

Jeden Mittwoch liegt wieder ein Stapel Altpapier im Hauseingang. Den jemand hergestellt hat, mit Farbe bedruckt, gefaltet, verteilt. Und den jemand entsorgen muss. Damit er wenigstens im zweiten Anlauf einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann. Zweimal schon habe ich angerufen, um „Die Woch“ und den „Wochenspiegel“ abzubestellen. Das Schild „Bitte keine Reklame“ schützt mich mittlerweile vor „Die Woch“. Aber den Wochenspiegel legen die Verteiler als Stapel vor die Haustür.

Ähnlich ist es mit „Das Blaue“. Wozu es neben dem Verzeichnis der Telekom noch ein weiteres Telefonbuch geben muss, war mir immer schon ein Rätsel. Warum dieses dann aber auch noch in zwei bis drei Büchern, verpackt in Plastikfolie, stapelweise in den Hauseingängen abgelegt werden muss, werde ich nie begreifen. Ich brauche diese Telefonbücher nicht, mir reicht alle zwei oder drei Jahre eins von der Telekom. Wenn ich nicht sowieso im Internet nach der gesuchten Nummer recherchiere. Ich möchte auch nicht wöchentlich acht Werbeprospekte erhalten, die ich dann zum Papiercontainer tragen muss, ohne einen einzigen Blick hineingeworfen zu haben.

Doch ungefragt werde ich wie alle Bewohner meines Hauses, meiner Straße, meiner Stadt, meines Landes mit hochwertigem Müll zugeschmissen, der Unmengen von Ressourcen verbraucht und zum großen Teil nur auf Straßen und in Treppenhäusern herumliegt. Es gibt deutlich effizientere Methoden (vor allem weniger energieintensive), Informationen zu demjenigen zu bringen, der sie braucht. Gerade die Entwicklung von Internet, E-Mail und Handy haben dazu beigetragen, dass zwar immer noch Energie, aber insgesamt deutlich weniger Ressourcen verbraucht werden müssen (jedenfalls wenn man nicht jedes Jahr ein neues Handy kauft) – und trotzdem können sich die meisten Menschen über alles informieren, was sie zu wissen wünschen. Jemand ohne Internetzugangsmöglichkeit wird sicher dankbar sein für Telefonbücher, Wochenspiegel und Werbeprospekte. Also gebt denjenigen, die es brauchen und wollen, die Möglichkeit, Informationen auf Papier zu bekommen. Aber verschont alle anderen und vor allem unsere begrenzten Ressourcen damit, unnötige Verschwendung, Belästigung und Vermüllung zu betreiben!

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Tag gegen Lärm 2012

Am 25. April war der Tag gegen Lärm. Der BUND Saarbrücken spricht sich zu diesem Anlass entschieden dafür aus, die Lärmbelästigung weitmöglichst zu reduzieren. „Gerade jetzt im Frühling höre ich wieder die Motorradfahrer auf der mindestens einen Kilometer entfernten Straße. Sie lassen absichtlich ihre Motoren aufheulen!“ sagt Dietrich Strohmaier, der Sprecher des BUND Saarbrücken. „Es reicht ihnen meist auch nicht, die normalen Motorgeräusche zu produzieren, sondern die Maschinen werden getunt, damit sie besonders laut sind.“ Es gebe mittlerweile sogar Sounddesigner, die neuen Vehikeln einen satten Klang verliehen, fügt Andreas Heine hinzu. Die Auswirkungen auf die Anwohner der Straßen spielten dabei offensichtlich keine Rolle. Doch nicht nur auf der Straße werde Lärm erzeugt: „Anstatt Herbstlaub vom Gehweg zu kehren oder auf dem Rasen zusammenzurechen, werden motorbetriebene Gebläse eingesetzt, die nicht nur Krach machen, sondern auch die Luft verpesten und fossile Brennstoffe verbrauchen.“ beklagt sich Andrea Wurm.

Der BUND sehe sich als Anwalt der Menschen in der Landeshauptstadt, die jeden Tag notgedrungen die verschiedensten Geräusche wahrnehmen müssten, ohne ihnen ausweichen zu können. Dietrich Strohmaier fordert daher: „Gerade weil so viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, ist es notwendig, Lärm auf das absolute Minimum zu reduzieren, da er nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigt, sondern sogar gesundheitsschädlich ist. Der Tag gegen den Lärm bietet die notwendige Stille, um mit einer Mahnung gegen Lärm Gehör zu finden!“ 

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Die große Kopulation

Sie wurde auf der Landesebene zwischen CDU und SPD schon vor der Wahl am 25.03.2012 beschlossen. Es bedarf danach auch keiner pränatalen Diagnostik, um die Frage zu beantworten: Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Da es sich um eine zweieiige Zwillingsgeburt handeln wird, stellt sich nur noch die Frage, ob zuerst das Mädchen oder zuerst der Junge durchs Ziel geht. Die Antwort darauf hat jetzt keine besondere Bedeutung mehr. Beide Kinder sind bereits getauft, liegen in trockenen Windeln und ihre Zukunftspläne wurden schon abgekartet. Aber die vorzeitige Niederkunft, nämlich lange vor Ablauf der laufenden Legislaturperiode hat mit einer Million € ihren Preis. Damit könnte zum Beispiel gerade in Saarbrücken einiges zugunsten des Umweltschutzes getan werden, zum Beispiel für die Anlage von Baumgrün. Aber Grünflächen werden hier dezimiert, statt zu pflegen und zu erweitern. Das schreckliche Beispiel des kalten Kahlschlags an der Berliner Promenade (Devise der Stadtplanung: Beton statt grün) ist erschreckend. Eine Rückwärtswende im Natur- und Umweltschutz an vielen Stellen: Der Flächenfraß wird trotz erheblich zurückgehender Bevölkerungszahl immer weiter betrieben. Das ist am Franzenbrunnen so, wo ökologisch wertvolle Grünbestände verplant, zubetoniert und zerstört werden sollen. Das Saarland hätte die dringende Aufgabe, das Landesentwicklungsprogramm Siedlung an die demografische Entwicklung umgehend anzupassen und drastisch nach unten zu korrigieren, um solchen kommunalpolitischen Abenteuern den Boden zu entziehen. Aber an Neubebauung verdient die interessierte Klientel von Grundstücksspekulanten, bestimmten Planern und Baulöwen eben mehr als an Sanierung. Dabei übersieht die politisch eingebundene Klientel geflissentlich, dass nachhaltige Investitionen in die Sanierung von Baubeständen und in eine ökologische Aktivierung und Renaturierung von versiegelten Flächen die eigentliche Aufgabe und Verantwortung der Verantwortlichen in Stadt und Land ist. Der von Kreisen in den Parteien und den ihnen ergebenen Dienern und Dienerinnen in den Verwaltungen gepflegte Unverstand muss aufgebrochen werden. Die mit großer Schau und Selbstbeweihräucherung der Akteure einhergehende Schau des “immer weiter und immer größer” muss endlich enden. Was soll ein neues Wohngebiet jetzt auch noch in Saarbrücken-Bübingen, kilometerweit weg vom Stadtkern? So will es aber Saarbrückens Stadtplanung. Dabei liegt ganz nahe der Innenstadt  die große Freifläche der früheren Ulanenkaserne weitgehend brach und harrt der Entwicklung. Die Stadt kümmert sich nicht darum. Von einer ernsthaften Stadtplanung also auch hier keine Spur!

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Autofahrer “entkriminalisieren”?

Ungestraft Fußgänger und Radfahrer umfahren dürfen? Das Auto – unser Gott?

Der Verkehrsgerichtstag debattierte kürzlich darüber, ob Verkehrsdelikte entkriminalisiert werden sollten (laut Saarbrücker Zeitung vom 27.1.2012). Die Deutsche Akademie für Verkehrswissenschaft stellt zur Debatte, Verkehrsdelikte nicht als Strafsache sondern nur als Ordnungswidrigkeit zu behandeln. Die Verursacher müssten ja zivilrechtlich Schadenersatz leisten. Da will ich meinen Augen nicht trauen: Welche Sonderrechte und Sonderrolle wollen die Autofahrer denn noch? Sie dürfen ungestraft wesentlich zur Zerstörung des Klimas und damit unserer Lebensbedingungen beitragen, durch Lärm und Abgase Menschenleben verkürzen und ungenügend geahndet durch Unfälle Tote und Verletzte sorgen. Sie nehmen sich über die von ihnen gewählten Regierungen Unsummen aus der Gemeinschaftskasse für Straßen, Parkplätze und die gesamte Infrastruktur, siehe z.B. die Abwrackprämie. Und jetzt wollen sie auch noch ungestraft Fußgänger und Radfahrer umfahren dürfen? Dass sie bei Verkehrsunfällen auch ihresgleichen verletzen und töten sei hier einmal ausgeblendet; Das Risiko gehen sie ja freiwillig ein. Die Verblendung unserer Gesellschaften in ihrer Anbetung des Autos wird hier ganz deutlich. Jetzt sollen sogar noch freiwillig Menschenopfer dargebracht werden, um den Spaß und das Geschäft zu fördern. Die meisten wissen mittlerweile, dass wir ganz klar unseren CO2-Ausstoß reduzieren müssten. Stattdessen kaufen viele immer größere und schnellere Autos und fahren damit nicht nur zuviel sondern oft auch zu schnell und leichtfertig. “Entkriminalisierte” Autofahrer könnten dann ja noch unbeschwerter ihren Spaß suchen. Wenn es dann halt mal vorkommen sollte, dass man einen schwächeren Verkehrsteilnehmer “erledigt” kann man das dann nicht auch noch bestrafen – meint offensichtlich die Autolobby . Anstatt Stärkung der umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmer durch geringere Geschwindigkeit für Autos wie etwa 30 km/h in bewohnten Gebieten jetzt noch mehr Mord und Selbstmord auf unseren Straßen. Ich bin fassungslos!

Dietrich Strohmaier

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Ein Prof zu Klima etc.

Am 9.2.2012 hielt Prof. Gerd Ganteför von der Uni Konstanz einen Vortrag zum Thema Klima, Energie, Bevölkerung in der Villa Lessing in Saarbrücken, die von der FDP-nahen Naumann-Stiftung betrieben wird. In der Anmoderation von Herrn Rehberger, dem früheren Wirtschaftsminister im Saarland, wurde auch klar wohin die politische Stoßrichtung zielte: Gegen die Energiewende der Bundesregierung. Das ist durchaus legitim und gerade auch wir Umweltschützer halten deren Umsetzung für schlecht. Aber die Ideen von Prof. Ganteför. dazu sind leider auch nicht erfreulich. Seine Ausgangslage ist zusammengefasst wie folgt:
a) Der CO2-Ausstoß der großen Länder wie China, USA usw. sei viel größer als unserer; Es bringe also nichts selbst wenn wir den auf Null reduzierten.
b) Die eigentliche Bedrohung liege nicht im CO2-Gehalt der Erdatmosphäre sondern im Anstieg der Weltbevölkerung.
c) Da die Geburtenrate mit dem Einkommen falle müsse letzteres gesteigert werden auch wenn dazu für einige Jahrzehnte ein CO2-Anstieg in kauf genommen werden müsse.
d) Den Energiebedarf könne man nicht mit Biomasse decken, da dazu auf der Erde zu wenig Fläche vorhanden wäre.
e) Ohne fossile Energien würden wir wieder in die Armut früherer Zeiten zurückfallen.
f) Als Klimaschaden komme im wesentlichen nur der Anstieg des Meeresspiegels in Betracht und gegen den könne man Deiche bauen.
g) Und wenn es schließlich in einigen Jahrzehnten doch nötig wäre könne man ja etwa Geoengineering zum Kühlen der Erde einsetzen.
Sein Fazit also: Weiter so – die Schlimmsten seien sowieso die Grünen. Da frage ich mich doch: Wie muss es um jemanden bestellt sein, der sich so seinen Blick verstellt? Der Professor (am Fachbereich für Physik, befasst sich hauptamtlich mit Nanotechnik) übersieht einfach die anderen Folgen der Erderwärmung wie Unwetter, Wüstenbldung, Hunger sowie mögliche soziale und wirtschaftliche Katastrophen. Andere Möglichkeiten von Gegenmaßnahmen wie Geburtenkontrolle, Energieeinsparung, Lebensweise usw. erwähnt er gar nicht. Und das Geoengineering ist doch ein faule Hoffnung wie das mit der Lagerung des Atommülls. Die Befürchtungen der Anderen schiebt er einfach zur Seite. So scheint er leider einfach dem Mainstream der Mehrheit und der großen Parteien zu folgen, die nicht an ein Umsteuern denken wollen und somit leichtfertig große Risiken in Kauf nehmen. Es ist zwar richtig, dass niemand die Entwicklung mit Sicherheit vorher sagen kann. Aber die Lebensklugheit sollte eigentlich jedem sagen, dass die riesigen Mengen von fossilen Brennstoffen und anderen Schadstoffen), die wir dauernd in unsere Umwelt entlassen, dieser schaden könnten und das auch tun wie jeder anhand der Gletscherschmelze sehen kann. Im eigenen Interesse würden wir z.B. besser unseren Lebensstil ändern. Solches hat der Herr Professor jedoch leider ausgeblendet.

Dietrich Strohmaier

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Ernas Abschied

Mitglieder sind uns wichtig, besonders natürlich dann, wenn sie sich mutig für den Schutz von Umwelt und Natur einsetzen. So freuen wir uns, dass gerade im letzten Jahr etliche neue Mitglieder zu uns fanden. In Saarbrücken und überall besteht nämlich dringender Bedarf, unsere Ziele zu verfolgen und den politischen und administrativen Akteuren immer dann Druck und Widerstand entgegen zu setzen, wenn deren Planungen und Handlungen unserem Verständnis von einer zukunftsorientierten Umweltpolitik widersprechen. Also ist es unsere Pflicht, umweltschädliche Planungen zu bekämpfen. Das gilt auch zum Gebiet ‘”Franzenbrunnen”, für das die Stadt Saarbrücken eine nicht nur klimaschädliche, sondern auch eine solche Bebauung betreiben will, die dort viele zu schützende Tiere töten würde. Einem einzelnen unserer Fördermitglieder, nennen wir es “Erna”, passte aber nicht, dass wir uns gegen diese Fehlplanung zur Wehr setzen und damit solidarisch mit vielen im weiten Umkreis lebenden Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern handeln. “Erna” trat aus. Lediglich dann wäre gegenüber diesem Austritt Wut angesagt, sollte dieser Abschied einem Druck der Stadt Saarbrücken als Ernas Arbeitgeber geschuldet sein. Dann hätte ihr nämlich der von jedem Menschen in einer demokratischen Gesellschaft zu fordernde “Mut vor Fürstinnenthronen” gefehlt, die Sache des Umweltschutzes tapfer zu vertreten. - Problembewusstsein, gepaart mit Mut, sind allgemein unverzichtbare Bedingungen für erfolgreiche Arbeit. Aber leider müssen wir uns über manche Rückwärtswende im Umweltschutz wundern: Da fallen Frau/Mann wieder öfter im Straßenbild mit Pelzkleidung auf, während sich in den 80er und 90er Jahren fast niemand mit Persianer, Biber, Breitschwanz usw. in die Öffentlichkeit gewagt hätte. Oder, um nur noch ein einziges Beispiel zu nennen, ist es die anscheinend zunehmende Silvesterböllerei, die Menschen und Tiere mit Lärm erschreckt und zudem oft sogar für mehrere Tage -je nach Wetterlage- den Feinstaubgehalt der Luft über alle Grenzwerte erhöht. Doch wenigstens hinsichtlich der gefährlichen Nutzung der Atomkraft scheint wirklich einmal eine nachhaltige Vorwärtswende gelungen. Diese Wende “verdanken” wir letztlich der Katastrophe von Fukushima. Braucht der Mensch also erst immer die ganz große Katastrophe, um Vernunft anzunehmen und Mut zur Änderung zu fassen?

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In Saarbrücken Klimawandel ohne Verursacher?

 

 


Veranstaltung des Stadtteilforums Alt-Saarbrücken


Das Stadtteilforum Alt-Saarbrücken hatte zum 18.1.2012 eingeladen. Dabei informierte die Stadt Saarbrücken über den Klimawandel. Führende Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung berichteten vor zahlreichen Interessierten über die zu erwartenden Starkregen und Hitzeperioden. Die Stadt wolle vor allem mit Frischluftschneisen und Stadtbegrünung dagegen angehen. Für Überschwemmungen des Fischbachs wie etwa im Juli 2009 empfahl sie Rückstauklappen. Ganz kurz tauchte einmal auf, dass die mittlere Temperatur auf der Erde im Jahr 2100 bis zu 4 Grad C höher als 2000 sein könnte. Andere Untersuchungen kommen auf Werte bis 6 Grad C. Die Ursachen und Auswirkungen einer solchen Entwicklung wurden noch nicht einmal angesprochen geschweige denn behandelt Hier hätte man den Anwesenden klar machen können, dass die meisten von ihnen durch ihre umweltschädliche Lebensweise - etwa Lustreisen mit Auto, Flugzeug, Kreuzfahrtschiff, Bus, Fleisch-Völlerei, Konsum und mehr die Probleme, die bekämpft werden sollen, selbst mit verursachten. Es ist doch ganz offensichtlich: Alle, die so leben, sind für die jetzt schon spürbaren und die auf uns zukommenden, nicht mehr vermeidbaren Folgen mit verantwortlich. Und das tun wir alles ohne Notwendigkeit da wir auch bequem auf ökologische Weise leben könnten. Z.B. einfach eine höhere Ökosteuer, Bio-Lebensmittel und dafür weniger Unnötiges. “Geiz ist geil” war in. Daraus könnte “Geiz ist tödlich” werden. Die genannten Folgen werden nämlich weit über Hitze, Starkregen oder Stürme hinausgehen. Die jetzt schon spürbare weltweite Destabilisierung des Klimas wird auch zu entsprechenden Katastrophen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen führen, gegen die ganz andere Schutzmaßnahmen erforderlich wären als die hier von der Stadt ins Auge gefassten. Im letzten Krieg baute man auch eifrig Bunker, die aber letztlich nicht die Menschen vor dem Unglück bewahren konnten. 1999 war man in Saarbrücken schon weiter als die Stadt die Lokale Agenda ins Leben - zurückgehend auf die 1992 in Rio de Janeiro weltweit beschlossene Agenda - gerufen hat und an der zunächst einige Hundert Menschen mitarbeiteten letztlich aber resigniert aufgaben. Damals schon ging man davon aus, dass der Klimawandel sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich und sozial angegangen werden müsse. Die Devise lautete „Global denken – lokal handeln“. Dass die jetzige Einstellung eher „Lokal denken – lokal handeln“ heißt, zeigen die dünnen Rezeptchen der Stadt.

Heftig wurde zudem über das Bauvorhaben am Franzenbrunnen diskutiert. Einerseits bemüht sich die Stadt um Frischluftschneisen und Begrünung andererseits würde sie ohne Skrupel ein wertvolles Biotop und eine vorhandene Grünzone zerstören. Die Einwendung des Umweltamtes, die Frischluft käme nicht der Innenstadt zugute, erscheint ziemlich kurzsichtig oder gar zynisch.
Der Vorschlag eines Bürgers, die Heuduckstraße in eine Allee umzuwandeln stieß dagegen auf Interesse..Der BUND begrüßt diese Idee. Diese Straße ist vierspurig und damit unnötig breit. Dies verführt die Autofahrer zum Rasen. Eine Allee wäre leiser, sauberer und sicherer,
Ein weiterer Bürger bemängelte den Einsatz von Laubgebläsen, die nicht nur zu laut sind, unnötig Staub aufwirbelten sowie für die Bediener eine Zumutung sind. Die Leiterin des Grünamtes rechtfertigte den Einsatz mit wirtschaftlichen Erwägungen. Der BUND bezweifelt diese Aussage. Das Grünamt könnte sich eher biologische Maßnahmen überlegen. Müssen wirklich alle Rasenflächen in den Parks im Winter blitzblank sauber sein? Und es sollte beachtet werden, dass durch die stundenlangen Arbeiten im Park auch die Nutzung stundenlang eingeschränkt ist.

Dietrich Strohmaier, 21.01.12

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Auto und Menschenrechte

Autofahren und Menschenrechte

Wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist gehe oder fahre ich mit dem Fahrrad – wie viele andere Fußgänger - schon mal bei Rot über die Ampel. Eine Ampel ist ja ein Mittel zur Verkehrssteuerung und kein Gessler-Hut (Schiller, Wilhelm Tell). Manchmal gibt es dann Kritik von Anderen – besonders von Autofahrern. Es ist zwar löblich, sich für unsere Rechtsordnung einzusetzen – doch warum nur immer gegen die umweltfreundlichen und schwächeren Verkehrsteilnehmer? Ich sehe keine Kritik an Autofahrern, die Geh- und Radwege zuparken oder gar Radfahrer und Fußgänger töten und zudem noch gewaltige Schäden an unserer Umwelt anrichten. Für Autofahrer ist es auch ganz normal, in Staus oder vor roten Ampeln Radfahrern und Fußgängern ihr Abgas ins Gesicht zu blasen und Lärm zu machen. Was steckt wohl hinter einer derartigen Kritik an der harmlosen Ordnungswidrigkeit und der Duldung der so schädlichen Normalität? Eine alte Weisheit besagt, dass wer mit einem Finger auf Andere zeigt drei davon auf sich selbst richtet. Das ist leider typisch für unsere Selbstgerechtigkeit: Wir fordern zwar lautstark die Einhaltung der Menschenrechte weltweit treten wir diese aber selbst ständig mit Füßen, indem wir etwa durch unsere umweltzerstörerische Lebensweise – Autofahren, Fliegen, Billigfleisch usw. – nicht nur uns selbst sondern alle Anderen auf dieser Erde mit schädigen. Alle. die sich daran beteiligen sollten sich darüber im klaren sein was sie damit langfristig sich und anderen antun und sich nicht über Nichtigkeiten aufregen.

Dietrich Strohmaier

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Weltklimatag 2011

Anlässlich des Weltklimatags sowie der Klimakonferenz in Durban demonstriert der BUND zusammen mit anderen Gruppen am Samstag, dem 3.12.11 von 11 bis 17 Uhr auf dem Gustav-Regler-Platz (am Rathaus St.Johann) in Saarbrücken.
Wir weisen darauf hin, dass wir Menschen in der Gesamtheit für eine gewaltige Erwärmung der Erde sorgen, die die Lebensverhältnisse auf unserer Erde verändern und dadurch unsere Lebensgrundlagen gefährden. Schon in wenigen Jahren könnten uns Ereignisse blühen, die Leben und Wohlstand bedrohen.
Dies Entwicklung ist relativ langsam gemessen an unserer Lebenszeit, aber schnell gemessen an der unserer Population.
Wir können es schon sehen und fühlen, z.B. dieser vergangene, extrem warme und trockene November, die schmelzenden Gletscher und Eisfelder usw.
Offensichtlich sind die Menschen in ihrer Mehrheit nicht klug genug, sich darauf einzustellen.
Ich hoffe, dass die hier Demonstrierenden selbst das Klima wenigstens nicht so stark schädigen wie die Mehrheit. Maßstab ist die persönliche CO2-Bilanz. Im Durchschnitt liegt diese bei 11 t pro Mensch und Jahr. Um einen Anstieg von 1,5 Grd. C nicht zu überschreiten, dürften es aber höchstens 2 t sein. Eine gewaltige Diskrepanz! Schon jetzt ist abzusehen, dass der Temperaturanstieg wesentlich höher ausfallen wird. Im letzten Jahr ist der CO2-Ausstoß sogar um 6% gestiegen.
Wir appellieren üblicherweise an unsere Regierungen, dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet werden. Das ist leider nicht der Fall, noch nicht einmal bei der deutschen. Wir brauchen nur anzusehen wie etwa die Autobranche und der Kohlekraftwerksbau gehätschelt werden.
Stattdessen müsste etwa die Steuer auf Energie weltweit stark erhöht werden. Das ist aber nicht zu erkennen.
Dies ist auch nicht verwunderlich, da bei uns ja die Mehrheit leider eine entsprechende umweltfeindliche Regierung wählt. Ich erinnere daran wie die Grünen vor Jahren für ihren Vorschlag 5 DM pro Liter Benzin abgestraft wurden.
Die Mehrheit wählt nicht nur umweltfeindlich sie verhält sich auch so. Die Verbraucher kaufen und fahren schließlich die Autos und die anderen schädlichen Produkte. Ohne sie würde es dies alles nicht geben.
Wenn die Mehrheit aber sich so umweltschädlich verhält: Wie sollen wir dann mit diesen Mitmenschen umgehen? Wenn wir nicht still vor uns hinleiden wollen müssen wir wenigstens unsere “Schniss” aufmachen und uns äußern. Dies tun wir hiermit sichtbar und vernehmbar. Ich fordere alle auf, sich dem anzuschließen sowie sich mit mit dem auf uns zukommenden Gefahren zu befassen und das Verhalten auf umweltfreundlich umzustellen.
Dies bedeutet zuedem nichts anderes, dass wir Umweltschützer uns seelisch so verändern müssen, dass wir solche Auseinandersetzungen bestehen können.
Aber die Mehrheit muss ebenfalls lernen, sich umzustellen. Sonst werden die Naturgesetze ihnen eine gesalzene Rechnung präsentieren.

Dietrich Strohmaier

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Neue Oberbürgermeisterin in Saarbrücken

Neue Oberbürgermeisterin in Saarbrücken

Die bisherige Oberbürgermeisterin C.Britz ist auch die neue. Bei nur 35% Wahlbeteiligung erhielt sie 57% der Stimmen. Also nur 20% der Stimmberechtigten haben sie bestätigt. Wir vom BUND Saarbrücken sowie die BI Franzenbrunnen haben sie wahrscheinlich nicht gewählt. Wir sind gegen “ihre” Projekte Stadtmitte am Fluss und Franzenbrunnen. Ist die Stadtmitte am Fluss jetzt legitimiert? Immerhin haben 6,3% der Wähler für die FDP gestimmt, die sich eindeutig dagegen ausgesprochen hatte. Wie denken die 65% Nichtwähler darüber? An den neu aufkommenden Gruppierungen wie “Occupy Saarbrücken”, der Piratenpartei jetzt in Berlin oder Stuttgart 21 sehen wir, dass es in der Gesellschaft rumort. Viele sind offenbar nicht mehr damit einverstanden was die Gewählten tun. Leider scheinen die Vertreter dieser Bewegungen noch nicht richtig zu wissen, was sie überhaupt wollen. Die Folgerung für solche Menschen kann doch nur lauten, sich zu informieren und sich dann gezielt selbst einzubringen. Dazu muss man sich mindestens mit den Zusammenhängen beschäftigen. Wir vom BUND tun dies schon lange mit dem wichtigsten Thema der Menschheit, dem Schutz unserer Lebensbedingungen. Die Erkenntnisse hieraus helfen, seinen eigenen Standpunkt etwa auch zu den genannten Projekten zu finden. Wir können nur allen raten, sich dem anzuschließen. Es wäre zudem schon viel geholfen wenn sich die Menschen auch in anderen wichtigen Gruppierungen wie den Parteien einbringen und dafür sorgen, dass ihre Belange dort entsprechend vertreten werden. Dies scheint bisher noch nicht genügend der Fall zu sein. Die Parteien behaupten zwar immer wieder sie würden sich für mehr Bürgerbeteiligung einsetzen. Mit der gescheiterten Lokalen Agenda 21 oder den Schein-Beteiligungen an Stadtmitte am Fluss und Franzenbrunnen haben sie gezeigt, dass sie dies nicht wirklich wollen.

Dietrich Strohmaier